Lateinamerika: Zwischen Lebensgefühl und Perspektivwechsel
nph Kinderhilfe spricht bei Podiumsdiskussion über interkulturelle Zusammenarbeit und Bedeutung von Begegnungen auf Augenhöhe
Karlsruhe – Dass Lateinamerika oft mit sehr viel Herz und einem ganz bestimmten Gefühl in Verbindung gebracht wird, da waren sich die Sprecher an der Karlshochschule in Karlsruhe einig. Im Rahmen der Vorstellung des neuen Internationalen Zertifikats Latin America (IZLA) für Studierende fand jüngst an der Karlshochschule eine Podiumsdiskussion statt.
Als Vertreterin der nph Kinderhilfe Lateinamerika nahm daran Daniela Meijer teil, verschiedene Perspektiven auf Lateinamerika brachten außerdem noch Manuel Neumann von der IHK Karlsruhe, Rafael Sánchez-Moreno vom Verein Latinka und Desmond Wee, Dozent an der Karlshochschule, ein. Somit entstand ein breiter Austausch über die Region auf der anderen Seite des Atlantiks.
Kulinarik und Popkultur, insbesondere Musik, haben den europäischen Blick auf Lateinamerika geprägt, beobachtete Wee. Das alles löse „ein Gefühl“ aus, „dass es in dieser Form nur dort gibt“, ergänzte Neumann, beleuchtete jedoch auch kulturelle Herausforderungen in der Zusammenarbeit. Sánchez-Moreno zeigte noch einmal die Privilegien auf, die Deutsche genießen, und die mit einer „besonderen Verantwortung“ gegenüber den Menschen vor Ort einhergehen.
Wie wichtig es ist, diesen auf Augenhöhe und unvoreingenommen zu begegnen, führte Meijer aus. Sie beschrieb, wie bei nph Ideen für neue Projekte in der Regel entstehen - in den jeweiligen Ländern, aus den individuellen Bedürfnissen heraus. „Unsere Projektpartner sind voller Ideen. Sie kennen ihr Land und die Situation vor Ort genau und wissen, wo angesetzt werden muss. Wir sollten den Menschen vor Ort immer genau zuhören und können dann in den Austausch gehen“, riet sie den Studentinnen und Studenten. Dieser stetige Austausch stehe bei nph an erster Stelle.
Am Ende der Diskussion blieb vor allem eine Botschaft: Lateinamerika lasse sich nicht auf ein bestimmtes Lebensgefühl reduzieren – wer die Region wirklich kennenlernen möchte, müsse vor allem bereit sein, zuzuhören, Perspektiven zu wechseln und Menschen auf Augenhöhe zu begegnen.