Im Rentenalter als Freiwillige im nph-Krankenhaus St. Damien arbeiten
Familien

Im Rentenalter als Freiwillige im nph-Krankenhaus St. Damien arbeiten

Kindern einen sinnvollen Umgang mit der Natur beibringen oder Erzieher bei der Arbeit unterstützen: die Arbeit der jungen Freiwilligen bei nph ist vielfältig. Auch für Menschen in der dritten Lebensphase ist die Arbeit als Volunteer etwas Besonderes.

In eine fremde Kultur eintauchen und voneinander lernen, dass bietet der Freiwilligendienst bei nph. Normalerweise melden sich junge Menschen, die gerade das Studium oder die Ausbildung abgeschlossen haben. Aber es gibt auch Frauen und Männer, die sich in der dritten Lebensphase aufmachen, um humanitäre Hilfe zu leisten. Gabriele Breuckmann, Vorständin von LandsAid, einer Partnerorganisation von nph, fährt jedes Jahr nach Haiti ins nph-Krankenhaus St. Damien. Sie arbeitet dort als Krankenschwester mit schwerstbehinderten Kindern. Warum Professionalität, eine Haltung haben und Freude bei Arbeit so wichtig sind, erzählt sie im Interview.


(Foto: LandsAid)

nph: Mit dem Einstieg ins Rentenalter haben Sie entschieden, als Freiwillige für eine gemeinnützige Organisation im Ausland zu arbeiten. War das mutig oder naiv?

Gabriele Breuckmann (lacht): Weder noch. Der Grundstein lag bereits in meiner Erziehung. Meine Eltern legten viel Wert auf Sozialverhalten. Als dann ein verwandter Benediktinermönch seine Arbeit in Tansania aufnahm, spürte ich: Das ist auch mein Weg. Zusammen mit meinem Mann arbeitete ich dort drei Jahre. Anschließend kehrten wir zurück nach Deutschland, aber die Sehnsucht blieb.

nph: Und die Sehnsucht wurde wieder stärker im Rentenalter?

Gabriele Breuckmann: Da bekam ich die Chance, neben der Arbeit im Krankenpflege-Management etwas für Menschen zu tun, die gesellschaftlich abgehängt sind oder medizinisch nicht versorgt werden. Ich hatte viel Glück in meinem Leben und wollte der Welt etwas zurückgeben. Was gibt es Schöneres, als mit Menschen in einer humanitären Organisation ehrenamtlich zusammenzuarbeiten.


Beim täglichen Essen helfen, erfordert viel Geduld. (Foto LandsAid)

nph: Aber die Einsätze sind nicht immer einfach.

Gabriele Breuckmann: Kraft und Sicherheit schöpfe ich aus meiner Professionalität. Mit Angst in Erdbebengebiete zu fahren, hat wenig Sinn. Man muss mutig sein, die Dinge anpacken, die sich in den Weg stellen. Gerade in meinem Beruf als Krankenschwester begegnet mir viel Leid und Elend. Es ist aber in dieser Funktion als Schwester meine Aufgabe zu helfen. Ich gehe gestärkt mit dem, was ich kann und selbst erlebt habe, in den Einsatz. Solange ich gesund bleibe, werde ich auch in meiner dritten Lebensphase die Dinge anpacken, die getan werden müssen.

nph: Haben Sie den Eindruck, dass Sie durch Ihre Tätigkeit Leid lindern können?

Gabriele Breuckmann: Ich gehe nicht davon au s, dass ich die Welt retten kann. Das ist nicht das Ziel. Wir als Freiwillige, Ärzte, Apotheker oder Krankenschwestern haben das Ziel, eine Hilfe zu geben, die eine weitere Hilfe unnötig macht.


Die ersten Schritte sind für alle schwer. (Foto LandsAid)

nph: Gehen wir zum Anfang Ihrer Tätigkeit als ehrenamtliche Krankenschwester bei LandsAid zurück. Spielte Ihr Alter bei der Bewerbung eine Rolle?

Gabriele Breuckmann: Nein, überhaupt nicht. Ich hatte durch Zufall über einen Einsatz von LandsAid in der Tagespresse gelesen und gedacht: Das ist etwas für mich. Bei der Bewerbung wurde meine langjährige Berufserfahrung als Vorteil angesehen. Die anschließenden Schulungen haben mich gut auf die Arbeit in Katastrophengebieten vorbereitet. Zusätzlich erhielt ich einen anderen Blick auf fremde Kulturen.

nph: Welche Eigenschaften sind wichtig, um als freiwillige Helferin in andere Kultur zu arbeiten?

Gabriele Breuckmann: Als Erstes ist es wichtig, eine Haltung zu haben und zwar, dass ich nicht da hingehe, um etwas zu verändern. Vielmehr möchte ich ein Teil von ihnen sein und Hilfestellung geben. Meiner Meinung nach kann man die Menschheit nicht retten, aber man kann den Menschen Zuwendung und Nähe sowie Solidarität und medizinische Hilfe geben. In meinen Augen ist es eine Christenpflicht. Ich komme als Gast und frage, was braucht ihr und nicht als Weltverbesserer.


Gabriele Breuckmann ist aufgrund ihrer vielseitigen Ausbildung auch als Zahnarzt-Assistentin einsetzbar.

nph: Wie lange dauern Ihre Einsätze zum Beispiel im nph-Krankenhaus St. Damien in Haiti?

Gabriele Breuckmann: Meistens bleibe ich zwischen drei und vier Wochen und das zweimal im Jahr.

nph: Was mögen Sie an den Menschen, mit denen Sie vor Ort arbeiten?

Gabriele Breuckmann: Ich habe eine große Hochachtung vor den Haitianern. Sie haben eine große Lebensfreude und sind mit viel weniger zufrieden. Ich schätze ihren Umgang mit den Katastrophen. Die Menschen halten viel aus und verzweifeln dabei nicht. Wenn sie Emotionen so zulassen würden, wie wir sie es tun, dann würden sie verzweifeln. Bei der Arbeit wahren sie eine emotionale Distanz, damit sie arbeiten können.

nph: Was meinen Sie damit?

Gabriele Breuckmann: Zum Beispiel als die Cholera ausbrach, kamen jeden Tag Lastwagen angefahren. Auf den Ladeflächen lagen die Patienten dicht aneinander gedrängt. Die Helfer warfen sich nicht einzelne lebensrettende Infusionen zu, sondern es wurden gleich Kisten geworfen. Es war ein Wettlauf gegen die Zeit. Die Haitianer sind Manager ihrer Krisen. Hier wählen wir 110 und es wird uns geholfen. Die Haitianer machen es selbst und kommen auf uns zu, als wenn nichts passiert wäre. Ich gehe immer als Beschenkte nach Hause, weil ich als Lernende hinfahre.


Während der Choleraepidemie starben auch viele Kinder. Gabriele Breuckmann bereitet die Särge für den Gottesdienst vor.

nph: Haiti ist ein sehr gefährliches Land. Wie gehen Sie damit um?

Gabriele Breuckmann: Seit die UN nicht mehr dort ist, hat sich die Sicherheitslage sehr verschärft. Der Alltag ist gefährlicher geworden und damit der Tod nähergekommen. Man darf niemals leichtsinnig sein. Die Gefahren lauern an allen Ecken und Enden. Deshalb hat Pater Richard auch die Losung ausgegeben: Keinen Schritt auf die Straße!

nph: Haben Sie Zukunftspläne?

Gabriele Breuckmann: Ich hoffe, dass meine Energie und Lebensfreude noch lange anhalten, damit ich möglichst in viele Einsätze fahren kann, wo man mich als Katastrophenhelferin braucht.

Paten sichern Zukunft

Kinder-Patenschaft


Die Patenschaft für ein einzelnes Kind ist die direkteste und persönlichste Art, sinnvoll und wirksam zu helfen.

Es gibt nichts Schöneres als ein Kind an der Hand zu nehmen und auf seinem Weg in die Zukunft zu begleiten. Als Pate sind Sie nicht nur ein Teil dieser Entwicklung, Sie sind auch ein Teil im Leben Ihres Patenkindes.

  • Persönliche Beziehung zu Ihrem Patenkind
  • Foto und Lebensgeschichte Ihres Patenkindes
  • Jährliches, aktuelles Foto und Informationen zur Entwicklung des Kindes
  • Übersetzung Ihres persönlichen Briefes an Ihr Patenkind


Ja, ich werde Pate!

Infos zum Download

Sie haben Fragen zur Patenschaft?

Alle Fragen zu einer Kinderpatenschaft bei nph beantworte ich gerne. Rufen Sie mich an oder senden Sie mir eine Email.

nph-deutschland

Patenbetreuung

Lebensrettende Infusionen

15.00 €
Die Cholera ist in Haiti noch immer ein großes Problem. Besonders gefährlich ist die Krankheit für immunschwache Kinder.

Medizinische Erstuntersuchung

50.00 €
Jedes Kind, das neu ins nph-Kinderdorf kommt, wird gründlich untersucht, um Krankheiten auszuschließen oder zu behandeln.

Eine sichere Geburt

150.00 €
Viele werdende Mütter haben in Haiti keinen Zugang zu medizinischer Versorgung. Riskante Geburten enden oft tödlich.