Der einzige Mensch, der einen schon liebt, bevor man auf die Welt kommt, ist die Mutter. Und diese Liebe bleibt ein Leben lang bestehenden. Ob ein zärtlicher Blick, ein flüchtiger Kuss, eine tröstende Umarmung, alle Menschen erfahren so Geborgenheit und Stabilität, die fürs weitere Leben notwendig ist. Um der Mutter wenigstens einmal im Jahr dafür zu danken, wurde 1914 in den USA der Muttertag eingeführt. Inzwischen wird er fast überall in der Welt gefeiert.
Wie in den meisten westlichen Ländern wird auch in Lateinamerika überwiegend am zweiten Sonntag im Mai Muttertag gefeiert. An diesem Tag organisieren die Schulen besondere Aktivitäten für die geliebten „Mamitas“. Die Kinder singen, tanzen, sagen Gedichte auf und überreichen ihren Müttern kleine selbstgebastelte Geschenke. Nach der Feier gehen alle Kinder zusammen mit ihren Müttern zum gemeinsamen Mittagessen nach Hause.
Auch die Kleinsten wollen am Muttertag etwas Besonderes für ihre Mütter aufführen.
Das heile Bild der Familie spiegelt aber oft die Realität der Mütter nicht wieder. Die Scheidungsrate in den lateinamerikanischen Ländern ist hoch. In El Salvador trennen sich 23 Prozent der Verheirateten offiziell, in der Dominikanischen Republik sogar 41 Prozent. Zurück bleiben die Frauen mit ihren Kindern. Unterhalt wird unregelmäßig bis gar nicht bezahlt. Oft werden die Ehefrauen sogar einfach verlassen und dürfen nicht auf eine Unterstützung vom Vater ihrer Kinder hoffen.
Viele Kinder von alleinerziehenden Frauen haben keinen Zugang zu Bildung oder gesundheitlicher Versorgung, besonders in den ländlichen Regionen.
Zudem sind viele Mütter minderjährig. Etwa ein Drittel der Mütter in Lateinamerika und der Karibik haben das 18. Lebensjahr nicht vollendet. Zirka sechs Prozent sind sogar jünger als 15 Jahre. Neben Gewalt spielen fehlende sexuelle Aufklärung, Armut, mangelnde Bildung sowie ein erschwerter Zugang zu Gesundheitsversorgung und Menschenrechten eine Rolle. Besonders betroffen davon sind junge Frauen und Mädchen in ländlichen Gebieten.
Als Frau in Lateinamerika zu leben ist zudem sehr gefährlich. Der UNO-Gleichstellungsreport von 2017 erklärte die Länder Honduras, El Salvador, Guatemala sowie Mexiko zu den gefährlichsten Regionen der Welt für Frauen außerhalb von Kriegen. Zwei von drei Opfern würden wegen ihres Geschlechts ermordet. Zurück bleiben unversorgte Kinder. Sozialarbeiter kümmern sich um diese Kinder und bringen sie in Einrichtungen wie die Kinderdörfer von nph, wo sie sicher und geborgen aufwachsen.
Tía Carla mit ihrer Mädchentruppe im nph-Kinderhaus in Bolivien.
In den nph-Kinderdörfern sind die Erzieherinnen für viele Kinder zu Ersatz-Müttern geworden. Und die Tías fühlen sich auch oft so. Ihnen gilt am Muttertag die ganze Aufmerksamkeit. Tía Carla aus Bolivien, die Mädchen zwischen sechs und zwölf Jahren betreut, beschreibt ihr Verhältnis zu den Kindern so: „Die Mädchen sind meine Welt geworden und ich fühle mich glücklich und satt, sie da-rin zu haben.“ nph ist eine Familie, die Unterstützung und bedingungslose Liebe für alle Kinder bietet.
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