Die Proteste in Haiti eskalieren.

Die Proteste in Haiti eskalieren

Die anhaltenden Demonstrationen gegen Misswirtschaft und Korruption wirken sich auch auf die Versorgungslage im nph-Kinderdorf in Kenscoff und dem St. Damien-Kinderkrankenhaus aus.

Der am 7. Februar ausgerufene Generalstreik weitet sich unablässig aus. Es gibt keinerlei Anzeichen dafür, dass die Proteste nachlassen oder enden werden. Mehrere Menschen sind gestorben oder wurden verletzt. Weder der haitianische Präsident Jovenel Moïse noch die nationale Polizei scheinen die Lage unter Kontrolle zu haben. Es wird geplündert, Autoreifen brennen, selbst mit dem Krankenwagen ist ein Durchkommen schwierig.

Lebensmittel werden knapp

Nach einer Woche, in der die meisten Geschäfte, Banken und Unternehmen geschlossen blieben, spitzt sich die Versorgungslage auch im nph-Krankenhaus St. Damien zu. Bargeld ist die einzige Möglichkeit, um Nahrungsmittel und Brennstoffe zu überteuerten Preisen im Land zu kaufen. Im Krankenhaus müssen neben den Patienten und deren Angehörigen auch Mitarbeiter versorgt werden, die die Klinik nicht verlassen können.

Viel Arbeit für das medizinische Personal.

Selbst in diesen chaotischen Zeiten gibt das medizinische Personal alles, um Kindern zu helfen.

Ärztliche Versorgung noch gesichert

Doktor Jacqueline Gautier, ärztliche Direktorin des nph-Kinderkrankenhauses, sagt zur Situation in St. Damien:

„Seit dem 7. Februar befindet sich das Krankenhaus im Notfallmodus. Das leitende Personal ist permanent anwesend, um alles zu koordinieren und das Krankenhaus rund um die Uhr geöffnet zu halten.
Die Kinder erfahren nach wie vor eine hochwertige Pflege. Selbst chronisch kranke Kinder, die eine lebensrettende Pflege benötigen, können sowohl medikamentös als auch mit Mahlzeiten versorgt werden.
Wir bieten dem Personal an, sie im Krankenwagen nach Hause zu bringen und abzuholen. Sie sind die einzigen sicheren Transportmittel, um die Mitarbeiter unverletzt durch die Barrikaden und Demonstranten zu bewegen.“

Doktor Gautier in der Notaufnahme.

Doktor Gautier in der Notaufnahme.

Kinderdorf ohne Gas und Strom

Das nph-Team im Kinderdorf St. Hélène in Kenscoff, außerhalb der Hauptstadt Port-au-Prince, arbeitet seit dem 12. Februar an der Einrichtung eines Notfalldepots. Es gibt kein Gas mehr zum Kochen und die Stromversorgung ist zusammengebrochen. Auch dort ist ein Krankenwagen das sicherste Verkehrsmittel, um Wasser, Gas und andere Vorräte teuer im Land zu kaufen. Noch haben die Kinder zu essen.

Kochen mit Holz wegen Gasmangel.

Im nph-Kinderdorf wird auf Holz draußen gekocht, es gibt kein Gas mehr für die Herde.

nph steht vor enormen Herausforderungen. Um sowohl das Krankenhaus weiter offen für die in Not geratene Bevölkerung als auch für die vielen kleinen Patienten zu halten, sind wir auf zusätzliche Spenden angewiesen.

12.02.2019

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