Corona in Lateinamerika: „Wir akzeptieren die neue Realität“

Corona in Lateinamerika: „Wir akzeptieren die neue Realität“

Wie die Menschen bei nph im ersten halben Jahr mit dem Coronavirus gelebt und überlebt haben – davon berichtet Dr. Edwin Vallecillo, Leiter des internationalen medizinischen Teams von nph ganz aktuell.

Seit dem Beginn des Gesundheitsnotstands wegen Covid-19 sind sechs Monate vergangen. Lateinamerika und die Karibik stehen nach wie vor im Epizentrum der Pandemie. Wir rechnen mit erheblichen Rückschlägen in den Bereichen, in denen wir seit vielen Jahren aktiv sind, zum Beispiel der Bekämpfung von Unterernährung, der Armutsrate, Inklusion, Zugang zu formalen Bildungs- und Gesundheitsdiensten, häusliche Gewalt und die Auswirkungen auf die psychische Gesundheit und die öffentliche Gesundheit.

Heute gilt in den meisten Ländern weiterhin Quarantäne, und die Grenzen bleiben aus berechtigten Gründen geschlossen. Mit jedem Tag, der vergeht, steigt jedoch die Gefahr eines wirtschaftlichen Zusammenbruchs. Der wiederum führt uns näher an den Punkt dauerhafter sozialer Rückschläge. Die meisten Regierungen in der Region können aus finanziellen Gründen keine Maßnahmen ergreifen, die Wirtschaft anzukurbeln. Dieses traurige Szenario steht unserem Ziel im Weg, die Armut zu beseitigen und nachhaltige Entwicklungsziele voranzubringen.

Notleidenden Menschen Schutz geben

Wir sehen eine Zunahme der sozialen Ungleichheit in den Armenvierteln der Städte. Wir beobachten mit Sorge, wie immer mehr Familien auf der Suche nach Nahrung und Geld auf die Straße gehen. Dies ist jedoch nur ein Teil des Problems; in den ländlichen Gebieten, die historisch in Vergessenheit geraten sind, ist die Situation noch schlimmer. Wirtschaftliche und soziale Rückschläge in diesen Gebieten beunruhigen uns am meisten. Hier sind wir besonders aktiv, notleidenden und ungeschützten Bevölkerungsgruppen Schutz und familiäre Unterstützung zu geben. Denn wir wissen – und erleben täglich -, welche Kraft Solidarität hat und welche Macht jeder Einzelne hat, um Veränderungen in der Welt herbeizuführen. Durch die großzügige Unterstützung einzelner Spender und Unternehmen können wir weiterhin alle Kinder und Erwachsene mit unseren Programmen erreichen.

nph in Lateinamerika leistet lebenswichtige Dienste

Im Kampf gegen diese Pandemie sehen wir eine Gesellschaft, die durch das Coronavirus erschüttert wird. Doch wir von nph setzen dem etwas entgegen: nph finanziert weiterhin medizinische Teams in jedem unserer Kinderdörfer, bietet hunderten von Familien ein sicheres Zuhause, sorgt für eine ausgewogene Ernährung, ermöglicht den Zugang zu Trinkwasser und psychischer Gesundheitsversorgung, stärkt Jugendliche, Frauen und Heranwachsende und leistet andere lebenswichtige Dienste in Lateinamerika.

Medizinische Versorgung bei nph

Unser medizinisches Team mit vollem Einsatz gegen Corona.

Am 28. Juli begingen wir den Welthepatitis-Tag. Nach WHO-Statistiken erreichten die Impfungen von Kindern gegen Hepatitis B im Jahr 2019 weltweit 85 Prozent, verglichen mit 30 Prozent im Jahr 2000. Mit Stolz können wir berichten, dass bei nph alle Kinder gegen Hepatitis B geimpft sind. Sie müssen nicht fürchten, infolge einer Hepatitis-Infektion an Leberzirrhose oder Leberkrebs zu sterben, dank eines Impfprogramms und der Unterstützung von Stiftungen, die diese lebenswichtigen Dienste für unsere Schützlinge finanzieren.

nph: Programme laufen weiter – mit Schutzmaßnahmen

Schutzmaßnahmen in den Kinderdöefern von nph.

Alle helfen dabei mit, sich gegenseitig vor dem Covid-19-Virus zu schützen.

Die nph-Einrichtungen führen ihre Programme so gut es geht weiter, auch wenn die Maßnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus und finanzielle Zwänge vieles erschweren. Wir vom internationalen medizinischen Team bei nph wachen weiterhin darüber, dass die vorgeschriebenen Präventions- und Schutzmaßnahmen umgesetzt werden und dass die Areale unserer Einrichtungen sicher bleiben, obwohl wir uns der Herausforderungen bewusst sind, die diese Sicherheitsmaßnahmen für unsere Schützlinge und Mitarbeiter mit sich bringen. Die Teams in den Kinderdörfern leisten eine außerordentliche Arbeit, damit sich die Kinder bei nph sicher fühlen.

Jeden Tag etwas dazulernen über den Umgang mit Corona

In Lateinamerika ist die Bevölkerung sehr widerstandsfähig. Wir sind zuversichtlich, uns langsam an unsere neue Normalität zu gewöhnen. Wir sind immer noch dabei zu entschlüsseln, was das alles bedeutet, aber wir beginnen, die neue Realität zu akzeptieren, Masken zu tragen, zu Hause zu bleiben, Abstandsregeln zu respektieren und zu versuchen, vorwärts zu kommen. Wir hoffen, dass wir jeden Tag dazulernen und dass wir dank unserer Widerstandsfähigkeit eine Strategie entwickeln können, wie wir die Herausforderungen gemeinsam bewältigen können.

Schutzmaßnahmen gelten auch in den Kinderdörfern

Wir setzen uns dafür ein, dass alle Präventions- und Schutzmaßnahmen weiterhin streng beachtet werden und fordern unsere Mitarbeiter dazu auf, auch weiterhin während der Arbeit jederzeit Masken zu tragen, Abstand zu halten, die Niesetikette zu beachten, sich regelmäßig gründlich die Hände zu waschen und auf Aktivitäten in großen Gruppen verzichten. Und wir empfehlen nachdrücklich die weitere Verwendung von persönlicher Schutzausrüstung und Schnelltests.

Die Pandemie stellt uns vor große menschliche und auch materielle Herausforderungen. Damit wir unseren Kindern und den Familien im Umfeld der Kinderdörfer weiterhin verlässlich Schutz und Fürsorge geben können, brauchen wir Ihre Unterstützung. Helfen Sie uns als Teil der nph-Familie, diese schwere Zeit zu überstehen und die notwendige Hilfe zu leisten.

Wir danken Ihnen sehr herzlich!
Viele Grüße
Dr. Edwin Vallecillo

Dr. Vallencillo, Leiter des internationalen medizinischen Teams von nph, ist selbst bei nph aufgewachsen und hat mit Unterstützung von nph sein Medizinstudium unter anderem in Kuba erfolgreich absolviert. Er lebt und arbeitet in Honduras.

Nach der Quarantäne: Die Freude kehrt zurück ins Kinderdorf

Nicht mehr mit den Freunden kicken, nicht mehr zur Schule gehen – während der Quarantäne war im Kinderdorf von nph in Peru alles anders. Eine freiwillige Helferin berichtet vom Alltag der Kinder und Jugendlichen.

Zusammenrücken und Kindern helfen in der Coronakrise

Während das Coronavirus sich mit rasender Geschwindigkeit weltweit ausbreitet, verstärken die Kinderdörfer den medizinischen Schutz und schaffen Vorräte an. Die Belastungen für alle sind riesig.

Gegen den Hunger durch Corona

50.00 €
Lebensmittel gegen den Hunger für arme Familien, die durch den Corona-Lockdown ihr gesamtes Einkommen verloren haben.