Unruhen und Proteste in Haiti

Gewalttätige Unruhen in Haiti

In Haiti ist es zu Protesten, Gewalt und Plünderungen gekommen, nachdem die Regierung eine deutliche Erhöhung der Benzinpreise angekündigt hatte.

Viele Fluggesellschaften haben mittlerweile ihre Flüge nach Haiti eingestellt, Botschaften haben Reisewarnungen für ihre Bürger nach Haiti ausgesprochen. Besucher, die sich derzeit in Haiti befinden, wurden aufgefordert ihre Unterkünfte nicht zu verlassen.

Gemäß einer Vereinbarung mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) vom Februar hatte die Regierung bekanntgegeben ab dem Wochenende die Preise für Benzin um 38 Prozent und die für Diesel um 47 Prozent zu erhöhen. Hintergrund der Vereinbarung ist, dass die bisherigen Preissubventionen der haitianischen Regierung laut Wirtschaftsminister Alix Patrick Salomon eine schwere Last für die haitianische Wirtschaft seien. Haiti ist das ärmste Land Lateinamerikas.

Die Kinder und Mitarbeiter bei nph Haiti sind sicher und unversehrt. Viele Mitarbeiter haben die letzten Tage auf dem Gelände von nph verbracht und sind nicht nach Hause gefahren. Auch im Kinderkrankenhaus St. Damien und dem Krankenhaus von St. Luc blieben die Mitarbeiter auf ihren Stationen.

Aktuell verfügen alle Einrichtungen von nph Haiti über ausreichend Nahrungsmittel und Wasser. Die eigene Stromversorgung durch Solar und Dieselgeneratoren sichert den reibungslosen Betrieb der Einrichtungen trotz der Stromausfälle im Land durch die Unruhen.

Pater Richard Frechette, Leiter der Einrichtungen von nph Haiti, schreibt: "Lasst uns unseren Mut und unsere Hoffnung nicht verlieren. Paulus sagte "Lass dich nicht vom Bösen besiegen, sondern besiege das Böse durch das Gute.""

Nach den anhaltenden Protesten der Bevölkerung hat die Regierung die Preiserhöhung vorerst zurückgenommen.

 

UPDATE vom 10.07.2018

Die Situation in Haiti nach den Protesten und Unruhen wegen der angekündigten Benzinpreiserhöhung hat sich etwas beruhigt. Es gibt immer noch Berichte über kleinere Demonstrationen, die Einwohner beginnen aber wieder zu Fuß zur Arbeit zu gehen. Die Einrichtungen von nph Haiti sind weiterhin sicher. Einige Mitarbeiter, die während der letzten Tage nicht zu den beiden nph-Krankenhäusern kommen konnten, sind wieder bei der Arbeit.

Das nph-Kinderkrankenhaus St. Damien bietet Patienten und Familien weiterhin einen sicheren Aufenthaltsort während der Unruhen - gerade wenn sie kurz vorher entbunden hatten. Viele Mütter haben das Angebot mit ihren Neugeborenen gerne angenommen.

Jetzt zählt nur eines: Leben retten in Haiti

Zwei Spezialkliniken in Haiti schließen ihre Pforten. Die Folge: nph bleibt einzige Anlaufstelle für Schwerstverletzte.

Haiti

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