25 Jahre nph Guatemala

nph Guatemala feiert sein 25jähriges Bestehen

Im November 1996 wurde das nph Kinderdorf in Guatemala gegründet. Seitdem wachsen dort Kinder in einer sicheren Umgebung auf, werden gesundheitlich betreut und bekommen eine Schul- und Berufsausbildung.

Das Kinderdorf „Casa San Andrès“, in San Andrés Itzapa, wurde im November 1996 gegründet. Im Laufe der Jahre wurde eine Vor-, Grund- und Mittelschule eingerichtet. Die Vor- und Grundschule nach der Montessori Pädagogik; Lehrwerkstätten und eine Krankenstation folgten. 2019 wurde eine Kindertagesstätte für Kinder aus armen Familien eröffnet. 

Im nph-Kinderdorf oder bei ihren Familien werden derzeit 380 Kinder und Jugendliche umfassend betreut. Mehr als 900 Menschen in der unmittelbaren Nachbarschaft werden zusätzlich unterstützt.

Situation im Land

56 % der Bevölkerung in Guatemala leben unterhalb der Armutsgrenze und wie immer sind die Folgen für die Kinder am schlimmsten. Gesundheitsprobleme, Unterernährung und die Pflicht für Kinder zu arbeiten, mit dem Verzicht auf Bildung, sind nur einige schwerwiegenden Probleme, mit denen das Land zu kämpfen hat. Es gilt die Kinder vor Kinderarbeit, Ausbeutung und Gewalt zu schützen.

Guatemala befindet sich auf Platz 112 von 135 Ländern, auf der ganzen Welt, in Bezug auf die Gleichheit der Geschlechter. Das bedeutet, Guatemala ist das Land mit der größten Ungleichheit der Geschlechter in Lateinamerika. Über 50 % der guatemaltekischen Mädchen bekommen ihr erstes Kind vor dem 19. Lebensjahr und im Jahr 2020 waren laut einem Bericht der Tageszeitung „El Diario“, in Guatemala, 111.216 Teenager-Schwangerschaften im Alter zwischen und 15 und 19 Jahren zu verzeichnen.

Das Mädchenförderprogramm „Chicas Poderosas- Starke Mädchen"

Das länderübergreifende nph-Programm „Chicas Poderosas“ (Starke Mädchen) hilft jungen Mädchen, ihre Wirkung auf andere Menschen richtig einzuordnen und zeigt ihnen, wie sie verantwortungsvoll mit ihrem Körper, ihrer Gesundheit und ihren sozialen Beziehungen umgehen.

Zentral ist dabei die umfassende Aufklärung über Themen, die Mädchen unmittelbar betreffen. Ein weiteres Ziel dabei ist, den Mädchen und jungen Frauen Werte an die Hand zu geben, die ein respektvolles Zusammenleben ermöglichen und die sie weitergeben können. Dies leistet einen wichtigen Beitrag, den gleichberechtigen Umgang der Geschlechter zu fördern.

Bildung

nph Guatemala bietet Kindern aus Nachbargemeinden ein Stipendien-Programm. Diesen Kindern wird damit Zugang zu Bildung ermöglicht, da die Eltern meist nicht in der Lage sind, die Kosten für Schuluniformen sowie das Schulmaterial aufzubringen.

Montessorie Kindertagesstätte

Im Montessorie-Kindergarten lernen die ganz Kleinen fürs Leben.

Dank der Unterstützung durch nph gehen viele Mädchen und Jungen aus ärmsten Verhältnissen in die Vor-, Grund- und Mittelschule und erhalten eine berufliche Ausbildung in eigenen Lehrwerkstätten.

Lehrwerkstätten

Es wurde eine Bäckerei, mit Unterstützung eines deutschen Bäckers, im Rahmen des Senior Experten Service (SES) aufgebaut. Eine Schreinerei, Schweißerei, Näherei und eine Lehrküche in Form von Lehrwerkstätten wurden etabliert. Da aufgrund der Pandemie die Schulen in Guatemala derzeit geschlossen sind, lernen Frauen aus den Nachbargemeinden Parramos und San Andrés de Itzapa sich entsprechend ihren Fähigkeiten zu qualifizieren, um sich nach dem Erwerb eines Zertifikates, ihren Broterwerb selbst zu verdienen.

Ausbildung in der Bäckerei

Berufsausbildung in der Bäckerei des Kinderdorfes 

Wie wichtig dies gerade in dieser Pandemie war und ist, zeigen viele kleine Erfolge von Frauen, die sich während dieser Zeit so mit dem Verkauf ihrer Näharbeiten und Backwaren über Wasser hielten und ihre Familie mit dem kleinen Einkommen ernähren konnten.

Reintegration in die Ursprungsfamilie – Familienzusammenführung

Wieder in ihrer Ursprungsfamilie zu leben, ist für die Kinder eine große Veränderung. nph begleitet sie vor, während und nach der Rückkehr.
Seit Einführung des Programms im Jahr 2018 konnten 62 Kinder aus dem nph Kinderdorf in Guatemala zu ihren Ursprungsfamilien zurückkehren. Denn Kinder haben ein Recht darauf, in ihrer Familie, bei ihren Eltern aufzuwachsen zu können. Deshalb hat es sich nph zur Aufgabe gemacht, wo immer es die Umstände zulassen, den Kindern zu ermöglichen zu ihren Familien zurückzukehren und Kinder aus dem Kinderdorf auch wieder mit ihren Familien zusammenzuführen.

Das Programm zur Reintegration sieht eine enge Begleitung und intensive Unterstützung der Kinder und deren Familien vor. nph stellt sicher, dass die Kinder auch zurück in ihren Familien behütet und gut versorgt aufwachsen, eine gute Schulbildung und Förderung erhalten, damit sie sich später ein selbständiges Leben aufbauen können.

Bei diesem Reintegrationsprozess, der für alle Beteiligten eine Heraus-forderung darstellt, da sich die Kinder und die Familie neu aufeinander einstellen müssen, unterstützen Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter. Sie sind Ansprechpartner für alle Familienmitglieder. Doch der Kontakt zu ihren Freunden und Beziehungspersonen im Kinderdorf bleibt erhalten.

nph ermöglicht ihnen, regelmäßig die Freunde im Kinderdorf zu besuchen und an gemeinsamen Aktivitäten teilzunehmen. Mitarbeiter von nph fahren einmal pro Monat zu den Kindern und ihren Familien. Diese Besuche sind nicht nur für die Eltern eine große Unterstützung, sondern geben auch den Kindern die Sicherheit, dass nph weiterhin für sie da ist.

Guatemala

nph ist eine große Familie
Das Dorf im Detail

Cindy macht eine Ausbildung in der Backstube

Ein armes Mädchen aus der Nachbarschaft ergreift die Chance, bei nph gut ausgebildet zu werden.

Eine Ehemalige kehrt zurück

Lehrerin Gladys im nph-Kinderdorf Guatemala hat ein Herz für ihre Schülerinnen und Schüler. Früher hat sie selbst hier gelebt – und ihre Bildungschance genutzt.