Ein Familienzentrum schafft neue Perspektiven.

Pilotprojekt: Neues Familienzentrum in Honduras eröffnet

Arme Familien im honduranischen Mata de Platano hatten bisher kaum eine Chance, ihre Kinder zu fördern und ihnen Gesundheit und Bildung zu geben. Ein Familienzentrum schafft neue Perspektiven.

Am 29. Juni 2020 eröffnete ein ganz besonderer Ort in Honduras. In der Nähe des seit 1985 geöffneten nph-Kinderdorfs steht nun auch ein Familienzentrum bereit, um das Leben der Ärmsten in einer abgelegenen Region zu verbessern.

Jedes Kind braucht eine Familie.

Im Familienzentrum unterstützt und stärkt nph Familien auf vielfältige Weise, beispielsweise in Bildungs- und Gesundheitsfragen.

„In Honduras zeigen wir als nph, wie wir unsere Arbeit für Kinder und ihre Eltern künftig aus den Kinderdörfern heraus weiterentwickeln. Das Familienzentrum ist ein Ort der gelebten Solidarität, vor Ort, mit Menschen in schwierigsten Situationen, und vor allem für deren Kinder“, erläutert Ingo Laubenthal, Projektkoordinator bei der nph-Kinderhilfe.

Das neue Familienzentrum entsteht auf einem rund 7.000 Quadratmeter großen, großzügigen Gelände und wird mehrere kleine Gebäude umfassen. Dazu gehört das eigentliche Zentrum mit dem großen Speiseraum – Comedor –, Unterrichtsräume, Therapieräume, ein kleines Gästehaus, ein großer Spielplatz und ein Feld für Ballsport. Die Kinder haben dort eine sichere Umgebung; das Gelände ist komplett umzäunt. Die Angebote decken die folgenden Bereiche ab:

  • Bildung,
  • körperliche Gesundheit
  • emotionales Wohlbefinden.

Bildung: Nachhilfe und Stipendien

In Zusammenarbeit mit den Lehrkräften erhalten bedürftige Familien Unterstützung, damit sie zum Lernerfolg ihrer Kinder beitragen können. Diese sollen dann Nachhilfe und andere ergänzende Bildungsangebote erhalten. Möglich sind auch Unterstützung der Familien im Bereich Ernährungssicherheit / Bekämpfung von Mangelernährung oder die finanzielle Unterstützung für die Anschaffung von Lehrmitteln.

Gruppe von Jugendlichen beim Lernen im Familienzentrum.

Mit lieben Menschen um uns herum fällt vieles leichter – auch Lernen und Hausaufgaben machen.

Gesundheit: Ernährung, Therapie und Medikamente

Da es im Tal für die 10.000 Menschen nur eine Ärztin gibt und der Besuch von Ärzten in der Hauptstadt für viele Familien finanziell nicht möglich ist, kann das nph-Familienzentrum in den drei Bereichen Ernährungsberatung, Therapie und Medikamentenausgabe wirksame Hilfe leisten. Auch hier stehen erneut Familien mit Kindern im Fokus, die eine Behinderung haben; sie erhalten beispielsweise Funktionstherapie. Besonders bedürftige Familien können Nahrungsmittel und Hygieneartikel erhalten.

Emotionales Wohlbefinden: Für die Belange von Kindern mit Behinderungen

Kinder mit Behinderung gelten im kinderfreundlichen Lateinamerika häufig noch als Makel. Sie werden oft versteckt, von Bildungsangeboten ausgeschlossen und weder körperlich noch geistig gefördert. Deshalb brauchen Familien, die Kinder mit Behinderungen haben, häufig gezielte Unterstützung: zum einen, um zu lernen, wie sie ihre Kinder fördern und zum anderen, um ihre Selbstbehauptung zu stärken. Durch Gesprächskreise, Beratung und Inklusionsprogramme lernen die betroffenen Familien und deren Nachbarschaft, Kinder mit Behinderungen in die Dorfgemeinschaft aufzunehmen.

Schlechte Infrastruktur im Schatten der Hauptstadt

Das Familienzentrum befindet sich im abgelegenen Tal von Mata de Platano, rund 30 km nördlich der Hautstadt Tegucigalpa. Zum direkten Einzugsgebiet der zersiedelten Ortschaften Mata de Platano und Pueblo Nuevo gehören einige benachbarte Weiler an den teils schwer zugänglichen Berghängen. Zusammen leben circa 10.000 Menschen in diesem Gebiet.

Kinder in der Obhut von nph gehen ihren Weg

Den oftmals schwierigen Bedingungen zum Trotz gehen die Kinder in der Obhut von nph Schritt für Schritt ihren Weg.

Bewährte Lösungen noch besser umsetzen

„Wir kennen den Bedarf der Familien dort genau“, erläutert Ingo Laubenthal und fährt fort: „In den vergangenen Jahren gab es bereits ergänzende Angebote in den Gemeinden nahe des Kinderdorfs. Aufgrund der schlechten Infrastruktur und der katastrophalen Straßenverhältnisse sind die Gemeinden wie abgeschnitten von den Angeboten der Hauptstadt – sei es Gesundheitsvorsorge oder Bildung. Deshalb haben wir gemeinsam mit Partnern vor Ort und in Kooperation mit den Gemeinden selbst bereits Angebote im Bereich Behindertenbetreuung, Kinderbetreuung und Gesundheit entwickelt. So wussten wir bei der Planung unseres Familienzentrums, was die Familien brauchen, wo sie konkret und dringend Unterstützung benötigen.“ nph kennt auch bewährte Lösungsansätze, die – langfristig angelegt und kulturell angepasst – eine Verbesserung der Situation bewirken können.

starkes Selbstbewusstsein vermittelt nph besonders Mädchen

Ein starkes Selbstbewusstsein vermittelt nph besonders Mädchen in ländlichen Regionen.

Für die Umsetzung der Planung sind zunächst ein Projektkoordinator, eine Sozialarbeiterin, eine Psychologin, eine Therapeutin, eine Nachhilfelehrerin und eine Köchin geplant. Bedarfsgerecht soll diese Gruppe ausgebaut werden.

Warum ein Familienzentrum in der Nähe eines Kinderdorfs?

nph unterhält in Honduras seit 1985 das Kinderdorf und weitere Einrichtungen, in denen behinderte und anderweitig schutzbedürftige Kinder ganzheitlich versorgt werden. Aktuell verändern sich die Aufgaben von nph in den lateinamerikanischen Ländern. War es früher die alleinige, selbst gesetzte Aufgabe der nph-Teams vor Ort, verlassene und verwaiste Kinder aufzunehmen und ihnen im Kinderdorf eine liebevolle, unterstützende Umgebung zu schenken, bietet nph heute vielfältigere Angebote. Die Idee dahinter: Familien stark zu machen und zu unterstützen, sodass Kinder möglichst dort aufwachsen können. Denn Eltern, die über Erziehung, Hygiene und den Umgang mit Konflikten bescheid wissen, können sich besser um ihren Nachwuchs kümmern.

Das neue Familienzentrum in Honduras

Das neue Familienzentrum befindet sich auf einem rund 7.000 Quadratmeter großen Gelände in der Nähe des nph-Kinderdorfs in Honduras.

Starke Partner an Bord: Wer ist noch dabei?

Der Verein Sternstunden e. V. – die Benefizaktion des Bayerischen Rundfunks – hat weitgehend den Bau des Zentrums finanziert. Die geförderten Kosten beliefen sich auf 153.000 Euro für Bau und Ausstattung. Die Lipoid-Stiftung aus Ludwigshafen finanziert in Höhe von 100.000 Euro den größten Teil der operativen Kosten. Der Verein human aktiv hat für die schwierigen Wege zum und vom Familienzentrum und auch für Fahrdienste für Familien mit Kindern, die eine Behinderung haben, ein Fahrzeug gespendet. Der Geländewagen ist seit August im Einsatz.

Die Honduranische Jugendbehörde DINAF ist ein wichtiger strategischer Partner vor Ort und unterstützt unter anderem in Form der fachlichen Beratung. nph Honduras übernimmt als lokaler Träger die Verantwortung für den Betrieb des Familienzentrums.

Damit das Video an dieser Stelle abgespielt werden kann, müssen Cookies von YouTube von Ihnen angenommen werden.
Bitte klicken Sie hier und akzeptieren Sie deshalb die Cookies des Bereichs "Marketing".

Helfen Sie mit, Perspektiven für Familien in Honduras zu schaffen

Ein solches Zentrum, das das Wohl der Kinder in den Mittelpunkt stellt und in einer armen, abgelegenen Gemeinde neue Perspektiven schafft, braucht Unterstützung. Werden Sie Teil der nph-Familie und helfen Sie Familien. Sie stärken damit nicht nur Kinder auf ihrem Weg in eine selbstbestimmte Zukunft, sondern auch ihre Eltern, Großeltern und Geschwister.

Therapiestunde für Kinder

30.00 €
Behinderte Kinder erhalten ihre Selbstständigkeit und Lebensfreude zurück durch umfangreiche Therapien.

Mit Bildung aus der Armut

20.00 €
Damit die Kinder in der Schule erfolgreich schreiben und rechnen lernen können, müssen sie gut ausgerüstet sein.

„Ein Hoffnungsschimmer für Veränderung“

Die Familie Carias Arteaga hat der Eröffnung des Familienzentrums San José von nph in Honduras entgegengefiebert. Endlich gibt es dann Therapie und Unterstützung für den Sohn, der mit dem Downsyndrom zur Welt kam.