nph Kinderhilfe Lateinamerika Nachrichten https://www.nph-kinderhilfe.org/ Neueste Nachrichten von nph Kinderhilfe Lateinamerika de nph Kinderhilfe Lateinamerika Nachrichten https://www.nph-kinderhilfe.org/typo3conf/ext/tt_news/ext_icon.gif https://www.nph-kinderhilfe.org/ 18 16 Neueste Nachrichten von nph Kinderhilfe Lateinamerika TYPO3 - get.content.right http://blogs.law.harvard.edu/tech/rss Mon, 25 May 2020 15:19:20 +0200 Corona wütet in Haiti: „Mein Herz brennt in mir“ https://www.nph-kinderhilfe.org//news/newsdetail?tx_ttnews%5Btt_news%5D=7516&cHash=3404d8a8b14e3c1af873241e5bcb5ce8 Die Coronasituation in Haiti spitzt sich zu, die Patienten und ihre Familien leiden; der Druck auf... Pater Rick leitet die nph-Aktivitäten in Haiti. Damit ist er auch zuständig für die medizinischen Dienste, Krankenhäuser und die Versorgung der Covid-19-Patienten. Als Theologe und Mediziner trifft ihn die um sich greifende Krankheit doppelt. Hier ein aktueller Brief von ihm aus Port-au-Prince an alle, die nph nahestehen oder die sich mit ihm um das Wohlergehen der Ärmsten im armen Land Haiti sorgen.

Pater Richard Frechette - Leiter von nph haiti

Pater Richard Frechette verantwortet die Hilfe von nph Haiti.

Liebe Familienmitglieder und Freunde,

ich erstarrte wie ein Reh im Scheinwerferlicht, als sie mich einen Mörder schimpfte. Sie schrie mir dieses Wort mit aller Kraft entgegen, ihre Halsadern und Augen schwollen an, ihr Gesicht war verzerrt vor Wut. Sie spuckte mich an und verfehlte mich. Ihre 18-jährige Schwester Sonja war gerade in der Coronaabteilung unseres St.-Luc-Krankenhauses gestorben.

Wir stehen in diesen Tagen einigen sehr mächtigen Kräften gegenüber: dieses neue, unbekannte, sich verändernde und todbringende Virus; die große, von Panik genährte Angst, die die Krankheit auf allen Ebenen verursacht; das explosive Aufeinandertreffen von Schulmedizin und traditionellen spirituellen Glaubensvorstellungen und das wütende Misstrauen der Menschen gegenüber Verantwortlichen und Institutionen.

Angesichts all’ dieser Umstände verstand ich die Wut dieser Frau nur zu gut. Sie, ihre Schwester, ihre Familie fielen den medizinischen Grenzen zum Opfer, die uns wegen der strengen Isolationsbeschränkungen auferlegt wurden. Und Sonja bezahlte das mit dem Leben. Gleichzeitig durfte die Familie die Quarantäne nicht verlassen und einen Wunderheiler für Sonja aufsuchen, obwohl sie sich verzweifelt danach sehnte. Sonja ging es sehr schlecht und sie litt zudem an Vorerkrankungen. Jetzt war sie tot.

Noch schlimmer war, dass ihr COVID-Test mit einer Verzögerung von vier Tagen eintraf – nur fünf Stunden nach ihrem Tod. Er war negativ. Das Timing war fürchterlich, es verspottete und verhöhnte uns und unsere Bemühungen.

Ein anderer unserer Patienten ist Dormond. Er ist 20 Jahre alt und sehr krank. Er wurde positiv auf das gefürchtete Virus getestet. Er weiß das, ist aber überzeugt, dass er vom Zombie eines Menschen besessen ist, der an dem Virus gestorben ist. Dormond ist ein wirklich liebenswerter Mensch. Man kann nicht anders, als zu mögen, was noch von ihm übrig ist. Man kann nicht anders, als ihm zu helfen und ihn aufzumuntern.

Auch wenn er das Gefühl hat zu ersticken, sucht er schnell nach seiner Maske, wenn sich ihm jemand nähert. Er will verhindern, dass wir seine Krankheit bekommen. Auf dem Röntgenbild ist seine Lunge fast vollständig weiß. Er ist am ganzen Körper geschwollen, er sieht Dämonen und böse Geister, die ihm das Leben nehmen wollen, und er fleht mich an, sie zu verjagen.

Was mache ich als Geistlicher in dieser Situation? Ich kümmere mich so gut wie möglich um Dormond, indem ich meine Arme gen Himmel strecke und die Macht Gottes, der Engel und Heiligen beschwöre, während ich für mich unsichtbare, aber für ihn nur allzu reale Geschöpfe mit dem Kreuz verjage. „Möge das heilige Blut Jesu zwischen dir und allem Unheil stehen!“ lautet mein beschwörendes Gebet für ihn.

Auch Claire ist in einer miserablen Situation. Ihre Unterkunft im Armenviertel Cité Soleil in Port-auf-Prince wurde kürzlich durch die Bandenkriege niedergebrannt. Sie ist nur noch Haut und Knochen und mit ihren vier Kindern auf der Flucht. Das älteste, ein Sohn, ist 13 Jahre alt. In diesem Augenblick sitzt er – soweit es die Isolation erlaubt – geduldig vor unserem St.-Luc-Krankenhaus.

Immer, wenn wir der ausgehungerten Claire etwas zu essen anbieten, besteht sie darauf, es zuerst ihrem Sohn zu geben. Sie isst dann, was er ihr übrig gelassen hat. Ich habe den beiden gerade etwas Hühnchen gebraten und ihrem Sohn einen dicken Bademantel gegeben, damit er heute Nacht nicht friert. Auch etwas Pappe konnte ich ihm geben, um darauf zu schlafen. Mehr habe ich nicht für die beiden.

Der Glaube ist ein Geschenk. Hoffnung ist ein Geschenk. Sie sind Geschenke für uns. Sie sind Geschenke für unsere Zeit.

Mein Herz brennt in mir, wenn ich sehe, wie Dormond um sein Leben kämpft. Mein Herz brennt in mir, wenn er hinter einer Maske um Luft ringt, um mich vor seiner Krankheit zu schützen.

Mein Herz brennt in mir, wenn Claire das Essen, das ich gerade für sie gekauft habe, ihrem Sohn gibt, damit er zuerst davon isst.

Ich sehe unendlich viele Dinge, die mein Herz brennen lassen. Ich hoffe, Sie haben ebenso viel Glück. Ich weiß, Sie kennen das Gefühl. Aus der Natur, der Musik, der Kunst, aus heiligen Büchern, aus menschlicher Größe.

Ich wünsche Ihnen Mut und Frieden. Und ich danke Ihnen wie immer für Ihre großzügige Hilfe, mit der Sie es uns ermöglichen, unsere Arbeit das ganze Jahr über fortzusetzen.

Pater Richard Frechette, CP
Port-au-Prince, Haiti

]]>
Nachrichten_von_nph service@nph-kinderhilfe.org Mon, 25 May 2020 15:19:20 +0200
Tipps gegen die Angst von Kindern https://www.nph-kinderhilfe.org//news/newsdetail?tx_ttnews%5Btt_news%5D=7511&cHash=2c180fa314f001608ec3c678cf9cac79 Die Kinder in den nph-Kinderdörfern sollen möglichst gesund und unbeschwert durch die Coronakrise... Vielleicht können Familien, die jetzt viel Zeit gemeinsam verbringen, auch von diesen Hinweisen und Regeln profitieren. Sie sind ursprünglich für die Erzieherinnen und Erzieher, Betreuerinnen und Betreuer in den Kinderdörfern gedacht. Deshalb haben wir Ihnen eine gekürzte Variante dieser Tipps zusammengestellt. Lesen Sie gerne auch das Interview mit dem nph-Experten zum Umgang mit der Angst.

Kinder denken auch über Krisen nach.

Wie überall, wollen unsere Kinder verstehen, was gerade auf der Welt passiert und was dahinter steckt. Sie haben die gleichen Fragen wie wir alle.

Wie spricht man am besten mit Kindern und Jugendlichen über das Coronavirus?

null

Kindern Corona zu erklären, kann herausfordernd sein.

  1. Das Wichtigste ist, ruhig zu bleiben.
  2. Wir müssen ehrlich sein und klar benennen, dass es sich um ein gefährliches Virus handelt, das sich leicht verbreiten kann. Deshalb müssen wir uns vor ihm schützen.
  3. Kinder hören uns zu und spüren unsere Angst. Behalten Sie das im Hinterkopf, wenn sie mit anderen Erwachsenen in Anwesenheit von Kindern sprechen. Bändigen Sie Gefühle wie Panik, Unsicherheit oder Fluchtinstinkte.
  4. Seien Sie ehrlich und versuchen Sie, verständlich über das Virus zu sprechen: einfache Wörter, kurze Sätze, altersgerechte Sprache.
  5. Warten Sie nicht, bis Ihre Kinder Sie fragen, um mit ihnen zu sprechen. Gehen Sie aktiv mit der Situation um.
  6. Nehmen Sie die Ängste und Zweifel von Kindern und Jugendlichen ernst. Signalisieren Sie ihnen, dass sie über ihre Ängste und Fragen sprechen können.
  7. Sprechen Sie oft über die aktuelle Situation, das ist jetzt normal. Aber überhäufen Sie die Kinder nicht mit zu vielen – vielleicht sogar widersprüchlichen – Informationen.
  8. Korrigieren Sie falsche oder falsch verstandene Informationen.
  9. Vermitteln Sie den Kindern, dass sie sicher sind, dass Sie Maßnahmen ergriffen haben, sie zu schützen. Es besteht kein Grund, sich zu beunruhigen oder Angst zu schüren. Tatsächlich wird die große Mehrheit der Menschen geheilt.
  10. Vermitteln Sie den Kindern die Gewissheit, dass es viele Ärzte gibt, die das Virus heilen, verstehen, seine Risiken reduzieren und einen Impfstoff finden können.
  11. Vermeiden Sie es, übermäßig über die Anzahl von Menschen zu sprechen, die sehr krank sind oder gestorben sind. Wichtig ist vielmehr der Fokus auf die Menschen im Umfeld.

Einige Empfehlungen für das Leben zu Hause

null

Wir hoffen unsere Ratschläge helfen Ihnen, gut mit ihrer Familie durch die Corona-Krise zu kommen.

  1. Versuchen Sie, sich an Zeitpläne und Gewohnheiten zu halten. Ordnung, Struktur und Sicherheit wirken beruhigend.
  2. Nehmen Sie sich Zeit für freies Spiel, Toben, Sport, Körperbewegung.
  3. Unterscheiden Sie zwischen Wochentags- und Wochenendplänen und -routinen.
  4. Sicher vermissen Ihre Kinder ihre Freundinnen und Freunde, Opa und Oma, Tanten und Onkel. Versuchen Sie, regelmäßig Kontakt per Telefon oder Videochat zu pflegen oder zumindest den Kindern Neuigkeiten zu geben.
  5. Sorgen Sie dafür, dass die Kinder und Jugendlichen in die Sonne gehen können, und um ihre Abwehr zu stärken.
]]>
Nachrichten_von_nph cordula.schulze@nph.org Wed, 06 May 2020 07:00:00 +0200
Interview: Sicherheit geben in unsicheren Zeiten https://www.nph-kinderhilfe.org//news/newsdetail?tx_ttnews%5Btt_news%5D=7509&cHash=49e43a222b94d30c87ac83ea67628e43 Die nph-Kinderdörfer befolgen strenge Regeln, um die mögliche Ausbreitung des Coronavirus zu... Unser Interviewpartner Markus Streit arbeitet seit 17 Jahren als Bildungsexperte für Lateinamerika und hat insgesamt zwei Jahre mit seiner Familie in der Region verbracht. Derzeit ist er pädagogischer Koordinator für die nph-Kinderhilfe. In der aktuellen Situation steht er in besonders engem Kontakt mit seinen Kolleginnen und Kollegen vor Ort.

Wie ist die Situation der nph-Kinder und –Jugendlichen in den Kinderdörfern?

Markus Streit: „Stand heute (21.4.2020) geht es den Kindern in unseren Kinderdörfern gut, soweit ich informiert bin. Die Betreuer und Erzieher geben sich große Mühe, sowohl Viren als auch Angst von den Kindern und Jugendlichen fernzuhalten. Das Coronavirus ist jetzt etwas Neues und auch für uns Erwachsene eine im wahrsten Wortsinne ‚unfassbare’ Situation. Wir wissen nicht, was passiert, wir können die Situation nicht einschätzen. Es wäre aber fatal, wenn die Kinder und Jugendlichen spüren, dass die Menschen, die ihnen eigentlich Sicherheit geben, selbst total verunsichert und verloren sind. Im schlimmsten Fall würden die Kinder ein Flashback erleben und sich wieder in der Situation finden, verloren, hilflos oder sogar bedroht zu sein.“

Kinder beim Basteln.

Viel Freizeit lässt Raum für Kreativität, zum Beispiel beim Basteln.

Wie kommen solche Flashbacks zustande?

Markus Streit: „Viele der Kinder und Jugendlichen in der Obhut von nph sind früher in ihrem Leben durch traumatische Situationen gegangen. Sie haben Gewalt erlebt, wurden nicht richtig versorgt oder mussten hungern. Ihnen fehlte jeglicher Halt. Sie hatten ihr Urvertrauen in die Welt, in andere und auch in sich selber verloren. Die Situation jetzt mit Corona kann sie daran erinnern oder sogar in die Situation zurückversetzen, wie sie sich damals gefühlt haben. Aber wir bemühen uns, dass das nicht passiert.  

Unser Konzept im Umgang mit Kindern baut auf Sicherheit auf. Es ist uns wichtig, dass sie etwas zu essen bekommen, wenn sie Hunger haben, dass sie jemanden zum Kuscheln haben, wenn sie Nähe suchen, dass sich jemand mit ihnen beschäftigt, wenn sie sich langweilen. Sie spüren: Es ist jemand da für mich. Hier hört mir jemand zu. Hier ist mein Platz. Hier passiert mir nichts.“

„Wir wollen den Kindern Sicherheit vermitteln“

Wie halten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Angst von den Kinderdorf-Kindern fern?

Markus Streit: „An erster Stelle steht, dass die Erwachsenen ihre eigene Panik und Unsicherheit nicht auf die Kinder übertragen. Die haben genug mit ihren eigenen Ängsten zu tun. Diese müssen wir als verantwortliche Erwachsene ernst nehmen und den Kindern gleichzeitig weiterhin wie gewohnt Sicherheit vermitteln. Es hilft den Kindern, wenn wir mit ihnen sprechen und ihnen erklären, was das für ein Virus ist, wie man sich schützen kann. Wir haben Lernmaterialien für alle Altersgruppen vorbereitet, damit auch die Betreuerinnen und Erzieherinnen eine Hilfestellung haben.“
Als eine Sicherheitsmaßnahme hat nph den Publikumsverkehr in den Kinderdörfern stark reduziert.

Coronaaufklärung kindgerecht.

Mit altersgerechten Materialien haben alle Kinder und Jugendlichen gelernt, was das Coronavirus ist und wie man sich davor schützen kann.

Was bedeutet das für den Kontakt der Kinder in den Kinderdörfern mit ihren leiblichen Familien außerhalb?  

Markus Streit: „Unsere Kinder machen sich Sorgen um ihre Familien. Sie wissen, dass ihre Verwandten zum Beispiel eine chronische Krankheit haben oder sich keinen Arztbesuch leisten können. Sie sind einem erhöhten Risiko ausgesetzt. Wir bemühen uns darum, alle Beteiligten – also Kinder und ihre leiblichen Verwandten – möglichst gut auf dem Laufenden zu halten. Das läuft über Telefonkontakt. Gleichzeitig achten wir darauf und erklären den außerhalb des Kinderdorfs lebenden Verwandten auch, dass sie die Kinder nicht zusätzlich ängstlich machen dürfen mit ihrer eigenen Angst. Der Kontakt aber ist wichtig.“

Auch die Erzieherinnen und Erzieher brauchen Unterstützung

Merken Kinder nicht, wenn ihnen Erwachsene etwas vormachen? Sorglosigkeit zum Beispiel?

Markus Streit: „Ja, unbedingt. Aber es geht ja nicht darum, unehrlich zu sein. Sondern darum, dass die Erwachsenen sich und ihre eigenen Gefühle etwas zurücknehmen und ihre Emotionen nicht ungefiltert weitergeben. Aus diesem Grund haben wir auch eine Handreichung für unsere Mitarbeitenden entwickelt, damit sie selbst in der Coronakrise mental gut klarkommen.“

Unterichht in Zeiten von Corona.

Die Erzieherinnen und Erzieher unterstützen die Kinder dabei, die Aufgaben der Lehrer aus ihren jeweiligen Schulen zu bearbeiten.

Was steht da zum Beispiel drin?

Markus Streit: „Wir wollen den Betreuerinnen und Betreuern im Kontakt mit den Kindern, aber auch den anderen Kolleginnen und Kollegen helfen, sich ihrer Gefühlt bewusst zu werden. Natürlich ist Corona ein ernstes Problem. Aber derzeit gibt es ja keinen Grund, in Panik zu verfallen. Zum Beispiel stellen wir Fragen wie: ‚Was kannst du kontrollieren? Wie kannst du dich selber beruhigen? Woher stammen deine Informationen? Sind sie verlässlich?’ Auch in Lateinamerika kursieren Falschinformationen, die dann zu Paniksituationen führen können. “

Füreinander da sein, aufeinander Acht geben

Letztendlich geht es um die Regeln der Achtsamkeit?

Markus Streit: „So kann man das sehen. Wenn ich morgens erstmal in mich hineinspüre und merke, ich bin gesund und tatkräftig, fängt der Tag schon viel besser an, als wenn ich mit Panik und Angst an meine Aufgabe und an die Menschen um mich herum herangehe. – Gleichzeitig ermutigen wir unsere Mitarbeiter, miteinander zu sprechen und sich gegenseitig Wertschätzung zu schenken.“

Sicher vermissen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch ihre Familien?

Markus Streit: „Es ist eine ganz verrückte Situation. Manche hat die Ausgangssperre zuhause erwischt und sie würden gerne arbeiten kommen. Das geht aber wegen der Straßensperren nicht. Militär und Polizei kontrollieren die Reiseverbote teilweise sehr strikt. Andere Betreuerinnen und Betreuer werden zuhause gebraucht, sind aber im Kinderdorf. Teilweise sind noch ältere nph-Kinder aus ihren Studienorten zurück ins Kinderdorf gekommen, um zu helfen.“

„Eine feste Tagesstruktur gibt Halt“  

Worauf achten die Betreuer besonders?

Markus Streit: „Innerhalb der Kinderdörfer leben in der Regel etwa zwölf Kinder und ihre Betreuer in einem Haus zusammen. Da ist immer etwas los und so ein Ausnahmezustand und das Fehlen der Schule machen sich zunächst nicht stark bemerkbar. Aber auf Zeit wird es schwierig, den Lagerkoller zu vermeiden beziehungsweise damit umzugehen. Damit das Gefühl der Krise nicht übermächtig wird, raten wir dazu, den Tag gut einzuteilen in kleine Einheiten. Wenn man sich morgens überlegt, was man am Tag tun und schaffen will, kann man abends auf etwas Konkretes zurückblicken. Man fühlt sich weniger verloren in der Zeit. Eine feste Struktur gibt den Kindern und den Erwachsenen Halt.

Die Gruppendynamik in Balance zu halten, ist keine einfache Aufgabe. Da müssen die Erzieher auch gut darauf schauen, dass es ihnen selbst gut geht. Denn einige der Kinder haben schlimme Dinge erlebt und sind im Alltag entsprechend auch nicht immer einfach. Gegenseitige Achtsamkeit und Wertschätzung stärken den Betreuerinnen und Betreuern auch den Rücken.“

Vielfältige Freizeitaktivitäten sollen Struktur und Sicherheit vermitteln.

Damit sich die Tage nicht in die Länge ziehen, achten die Erzieherinnen und Erzieher darauf, dass sich Beschäftigung und Freizeit abwechseln. Eine klare Tagesstruktur gibt Sicherheit in unsicheren Zeiten.

Gibt es auch Lichtblicke in der Coronakrise?

Markus Streit: „Ja, einige, zum Glück. Wie bereits erwähnt, spüren wir den starken Familiensinn der ehemaligen Kinderdorfkinder, die freiwillig zurückkommen, um zu helfen. Wir versuchen natürlich, in den Gemeinden um die Kinderdörfer herum mit Lebensmitteln oder anderen dringend benötigten Gütern zu helfen. Besonders die Familien der Kinder, die normalerweise täglich zu uns in die Schule kommen, liegen uns da am Herzen. Umgekehrt erreicht uns auch viel Solidarität und Hilfsbereitschaft aus der Bevölkerung. So haben wir beispielsweise von einer Kirchengemeinde in Peru eine Menge Mandarinen geschenkt bekommen.“

Jeder hilft mit, um unsere Kinderdörfer mit Nahrung zu versorgen.

Damit die nph-eigene Landwirtschaft zur Selbstversorgung weiter betrieben werden kann, fassen in der Krise erwachsene ehemalige nph-Kinder mit an.

]]>
Nachrichten_von_nph cordula.schulze@nph.org Tue, 05 May 2020 12:27:00 +0200
Erste Coronapatienten im nph-Partnerkrankenhaus in Haiti https://www.nph-kinderhilfe.org//news/newsdetail?tx_ttnews%5Btt_news%5D=7507&cHash=0ce69e1f12ee4a7a8b21992cfab0527d Die medizinischen Teams im St.-Luc-Krankenhaus sind bereit, es mit dem Virus aufzunehmen. Der... „Mit Körper und Seele“ habe sich sein 40-köpfiges Spezialteam dem Kampf gegen das Coronavirus verschrieben, sagte Dr. Marc Edson Augustin vor einigen Tagen der haitianischen Tageszeitung „Le Nouvelliste“.

Ärztin im St. Damien Krankenhaus ist bereit ihren Teil zu Bewältigung der Corona-Krise beizutragen.

Unser medizinisches Personal im St. Luc Krankenhaus ist entschlossen ihren Beitrag zur Bewältigung der Coronakrise beizutragen.

Er ist Leiter der medizinischen Programme der St.-Luc-Stiftung in Haiti, die unter anderem das gleichnamige Krankenhaus betreibt. Dort kümmert sich ein Team aus Ärzten, Schwestern und Pflegern sowie Hilfspersonal ausschließlich um Coronapatienten, damit der reguläre Krankenhausbetrieb wie sonst auch weiterlaufen kann.

Verdachtsfälle werden sofort isoliert

Auf der Spezialstation für infektiöse Erkrankungen der Atemwege, zu denen auch Corona zählt, liegen nun erste Patienten. Bereits seit Mitte März hatte sich das 80-Betten-Haus auf diese Fälle vorbereitet, die separate Station eingerichtet und in der Patientenaufnahme alle Verdachtsfälle sofort an die Spezialstation verwiesen. Vier Coronapatienten sind mittlerweile von den Behörden dorthin verwiesen worden, weitere zwei hatten sich selbst eingewiesen. Dazu kamen 33 Verdachtsfälle, die sich nicht bestätigten.

Hier warten Patienten mit Coronasymptomen auf ihre Behandlung.

Besucher mit Covid19-Symptomen warten besorgt darauf, das sie medizinisch betreut werden.

Dringend gesucht: Schutzkleidung, Masken und Handschuhe

Stand 24.4.2020 gibt es in Haiti offiziell 72 Infizierte; fünf Menschen sind bereits an den Folgen von Corona verstorben. Die Zahlen sind vergleichsweise gering in dem Elf-Millionen-Einwohner-Staat. Das Gesundheitssystem ist allerdings schwach. Daher können die medizinischen Einrichtungen nicht so gründlich testen wie in anderen Ländern. Hochproblematisch ist die Versorgung von Ärzten, Krankenschwestern, Pflegern und anderem Personal in den Praxen und Krankenhäusern mit Handschuhen, Schutzkleidung, Masken und Desinfektionsmitteln.

nph-Kinderkrankenhaus ist ebenfalls vorbereitet

Die Apotheke des nph-Kinderkrankenhauses St. Damien hat daher bereits ihre Produktion von Desinfektionsmitteln verdoppelt. Das Kinderkrankenhaus hat ein abseits stehendes Gebäude zur Coronastation umgenutzt und dadurch eine 40-Betten-Einheit geschaffen. Dort stehen auch einigen Beatmungsgeräten zur Verfügung, von denen es in Haiti nur sehr wenige gibt.

Langjährige Partnerorganisation St.-Luc-Stiftung

Im St.-Luc-Krankenhaus erhalten ältere Jugendliche und Erwachsene medizinische Versorgung auf hohem Niveau. Man kann es als das Schwesterkrankenhaus von St.-Damien betrachten, wo vor allem Kinder behandelt werden. Die St.-Luc-Stiftung ist eine langjährige Partnerorganisation von nph in Haiti. Kooperationen gibt es nicht nur im medizinischen Bereich, sondern auch beim Aufbau und Betrieb von Schulen und der Trinkwasserversorgung für die ärmste Bevölkerung.

#nphkinderhilfe #corona #covid19 #pandemie

]]>
Nachrichten_von_nph cordula.schulze@nph.org Tue, 28 Apr 2020 11:39:28 +0200
Landwirtschaftliche Selbstversorgung in der Corona-Krise https://www.nph-kinderhilfe.org//news/newsdetail?tx_ttnews%5Btt_news%5D=7505&cHash=59b1bd3199b8ba5de2d7f5ba003a3a03 In den nph-Kinderdörfern setzt man alles daran, auch in der Krise die Kinder mit gesunden... Das gibt den Kindern ein gewisses Maß an Sicherheit – ohne Angst vor Hunger.

Da die Menschen in Lateinamerika in den Krisen der letzten Jahre oft auf sich allein gestellt waren, haben sie gelernt, sich selbst zu helfen, um zu überleben. Diese Einstellung prägt auch das Leben in den Kinderdörfern von nph und ist existentiell.

Hunger und Virus gleichermaßen gefürchtet

Die Verantwortlichen von nph erwarten erhebliche Versorgungsengpässe und medizinische Notlagen. Deshalb werden die Vorräte in den Kinderdörfern aufgestockt, um die nächsten Monate möglichst ohne Kontakt nach außen zu überstehen. Eine extreme Kraftanstrengung, auch aus finanzieller Sicht.

In der Krise hilft der hohe Selbstversorgungsgrad von nph.

In der Corona-Krise profitieren die Kinderdörfer von nph durch den, in unzähligen Krisen erworbenen, hohen Grad an Selbstversorgung.

Eigeninitiative und Selbstversorgung in den nph-Kinderdörfern

Noch größere Bedeutung hat in diesen Zeiten die Selbstversorgungslandwirtschaft in den Kinderdörfern, um alle mit frischen, gesunden Lebensmitteln versorgen zu können. So gibt es beispielsweise in Guatemala eine eigene Landwirtschaft mit Tierhaltung und Gemüseanbau. Auch nph Honduras betreibt einen eigenen Bauernhof mit Milchkühen, Schweinen und Rindern. Das sichert die Versorgung der Kinder mit Fleisch und Wurst. In einer eigenen Käserei wird Käse produziert und auch Obst und Gemüse wird angebaut. Inzwischen liefert die eigene Landwirtschaft 80% der im Kinderdorf benötigten Lebensmittel.

Klein und Groß; gemeinsam anpacken.

Miteinander Füreinander: bei uns packen alle, groß und klein, alt und jung, zusammen an, um gemeinsam zu helfen, die Krise gut zu überstehen.

Eigene Landwirtschaft bei nph

In Peru baut nph auf zwei Hektar Ackerland Mais mit einem Ertrag von 70 Tonnen pro Jahr an. Das trägt erheblich zur Ernährung der Kinder bei. In Mexico werden auf 21 ha Mais angebaut, um täglich 3.000 Tortillas herzustellen, aber auch um die eigenen Schweine, Schafe und Hühner zu füttern. In drei Gewächshäusern wird Gemüse angebaut. Auch hier wird ein großer Teil des Bedarfs aus der eigenen Produktion gedeckt. In Haiti sichern mehrere solarbetriebene Wasseraufbereitungsanlagen die Qualität des Trinkwassers und eine kleine Landwirtschaft liefert frisches Gemüse.

Wir alle tragen globale Verantwortung

Eigene Felder helfen dem Kinderdorf von nph Peru, trotz der aller Anstrengungen und Mühen alle Kinder mit Essen zu versorgen.

Die harte Arbeit auf dem Feld lohnt sich, wenn wir damit unseren Kinder einen vollen Teller schenken können.

Trotz Eigeninitiative und großer Motivation aller nph-Mitarbeiter in den Kinderdörfern ist die Lage schwierig und äußerst unsicher angesichts der Ausbreitung von COVID-19. Wir alle empfinden unsere persönliche Situation als bedrohlich, doch mit Blick auf die Menschen in Lateinamerika leben wir in der westlichen Welt ziemlich privilegiert. Deshalb braucht es gerade jetzt, globale Solidarität und Unterstützung für die ärmsten Regionen unserer Erde.

#nphkinderhilfe #corona #covid19 #pandemie #selbstversorgung

]]>
Nachrichten_von_nph agathe.freudl@nph-kinderhilfe.org Wed, 22 Apr 2020 00:00:00 +0200
Eigenproduktion von Schutzmasken und Desinfektionsmittel https://www.nph-kinderhilfe.org//news/newsdetail?tx_ttnews%5Btt_news%5D=7503&cHash=693fe23db2e8a1e084c3f4d234c18de3 In Europa und USA sind Schutzmasken und Desinfektionsmittel bereits ein knappes Gut in der... Bereits vor Wochen wurden die nph-Kinderdörfer für Außenstehende geschlossen. Alle dort lebenden Kinder und Jugendlichen befinden sich seitdem in einer Art freiwilligen Quarantäne. Nur unabdingbares Personal wie Mediziner und Betreuer der Kinder erhalten nach Gesundheitsüberprüfungen Zugang.

nph-Kinderkrankenhaus in Haiti baut Zahl der Isolierstationen aus

In Haiti ist das nph-Kinderkrankenhaus St. Damien Teil der staatlich koordinierten Notversorgung für Corona-Patienten. Um sie angemessen behandeln zu können, wurden bestehende Krankenstationen teilweise leer geräumt und mit entsprechendem Bettenabstand zu Isolierstationen umgebaut.

Hier entsteht eine Station zur Behandlung von Coronapatienten.

Aus den Räumen der "ehemaligen" Station für Mangelernährungserkrankungen entsteht eine Isolationsstation für Covid-19-Infizierte.

Im Freien unter Zeltdächern wurde Platz geschaffen für infizierte Patienten mit ersten Symptomen, die aber noch keine Sauerstoffbeatmung benötigen. Unbedingt vermieden werden soll der Kontakt im Krankenhaus zu Patienten mit anderen Erkrankungen, die natürlich weiterbehandelt werden müssen.

Dringend benötigt werden nach wie vor Matratzen und Anschlussvorrichtungen für das hauseigene Sauerstoffversorgungssystem.

Pragmatismus und Selbsthilfe ist oft die einzige Lösung

Die Versorgung mit medizinischer Ausrüstung ist schon in normalen Zeiten eine Herausforderung in Lateinamerika und Haiti. Pragmatismus ist deshalb schon immer wichtig.

Die Apotheke des nph-Kinderkrankenhauses hat jetzt die bereits schon vorhandene Desinfektionsmittelproduktion auf wöchentlich 240 Liter verdoppelt. So können überall auf dem Krankenhaus-Areal die Hygienestationen weiterhin bestückt werden. St. Damien ist das einzige Krankenhaus in Haiti, das Desinfektionsmittel für Personal und Patienten selbst produziert!

Im St. Damien Kinderkrankenhaus wird eine neue Charge Desinfektionsmittel hergestellt.

Zum Glück verfügt unser Kinderkrankenhaus St. Damien in Haiti über die Kompetenz und Möglichkeit selber Desinfektionsmittel herzustellen.

Auch die dringend notwendigen Schutzmasken sind fast nicht erhältlich. Deshalb nähen in den Schneiderwerkstätten der Kinderdörfern in Peru, Bolivien und  Guatemala Frauen und Jugendliche die Schutzmasken selbst.

Viele helfen mit bei der Herstellung von Gesichtsmasken.

Überall in unseren Kinderdörfern, so auch in Nicaragua, werden in Eigenregie Schutzmasken für das Gesicht hergestellt.

Eigeninitiative ist bewundernswert und überlebenswichtig

Genau diese Eigeninitiative ist bewundernswert und lässt uns Europäer oft staunen. Menschen, die derart viele Katastrophen, Krisen und schwierigste gesellschaftliche Verhältnisse durchleben müssen, erstarren nicht angesichts dieser neuen Herausforderung. Sie handeln ganz pragmatisch und behelfen sich selbst, so gut sie können.

Unsere Solidarität ist gefordert

Finanzielle Hilfe ist unabdingbar. Viele Menschen in den diesen Ländern kämpfen ums Überleben, auch schon vor Corona. Die Pandemie spitzt die Situation allerdings weiter zu.
Trotz der großen eigenen Sorgen in der jetzigen Situation dürfen wir die Solidarität und den Beistand für die Menschen nicht vergessen. Wir alle sind miteinander verantwortlich, um diese Herausforderungen zu meistern.

]]>
Nachrichten_von_nph agathe.freudl@nph-kinderhilfe.org Wed, 15 Apr 2020 09:43:14 +0200
“Auch in der Krise stehen wir zusammen” https://www.nph-kinderhilfe.org//news/newsdetail?tx_ttnews%5Btt_news%5D=7501&cHash=e20b805f94e925ce4b36f7011726db64 Stephen O’Mahony leitet nph in Honduras. Gemeinsam mit seinem Team musste er schwierige... „Inmitten von Chaos, Panik und Unsicherheit lernt man viel über Menschen. – In den zurückliegenden Wochen, die sich fast wie Monate anfühlen, hat sich die Welt, wie wir sie kennen, für uns alle grundlegend verändert. Wir mussten uns anpassen, neue Regeln befolgen und sogar neue Begrüßungsrituale erfinden. Es wäre verständlich, wenn man die Welt unter diesen Umständen als kälter, reservierter, ängstlicher und liebloser empfinden würde.

Stephen O´Mahoney, Nationaldirektor von nph Honduras

Stephen O'Mahony, Leiter von nph in Honduras

Aber inmitten der Krise haben wir Güte und Liebe wachsen sehen. Seit dem Beginn der Pandemie in Honduras ist mir das Herz immer wieder bis zum Bersten angeschwollen vor Stolz. Und zwar immer in den Momenten, in denen die honduranische nph-Familie der Situation mit Liebe, Entschlossenheit und – ganz besonders – Geschlossenheit begegnete.

In den Tagen, nachdem die ersten Coronafälle in Honduras bestätigt waren, sprach ich mit Reinhart Köhler darüber, welche Maßnahmen wir im Kinderdorf ergreifen müssten. Reinhart ist der Mit-Gründer von nph hier in Honduras und heute im Vorstand von nph International. Wir sprachen darüber, dass wir Raum schaffen müssen, um die vielen Kranken unterzubringen. Uns beiden war klar, dass die Regierung nicht die Kapazitäten dafür hat – schon im Alltag schaffen sie es nicht.

Unsere gute Seele, Ordensschwester Kolbe, nahm an dem Gespräch teil. Und ganz einfach, in einem Ton, der keinen Widerspruch zuließ, sagte sie: “Ihr werdet jemanden brauchen, der sich um die Kranken kümmert, wenn der Virus ins Kinderdorf kommt. Das werde ich sein.” Ich bin mir sicher, dass sie sich der Risiken voll bewusst war.

Das Team von nph Honduras arbeitet gemeinsam daran, die Coronapandemie zu bekämpfen.

Das Team von nph Honduras arbeitet gemeinsam daran, die Coronapandemie zu bekämpfen. 

Vergangene Woche stellten wir dann verzweifelt fest, dass wir unmöglich zulassen konnten, dass unsere Mitarbeiter, zum Beispiel die Betreuerinnen und Betreuer, das Gelände verlassen beziehungsweise neu betreten. Das Risiko, dass jemand das Virus einschleppt, wäre einfach zu groß. Das bedeutete, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die vergangene Woche Dienst hatten, nun zwei weitere Wochen durcharbeiten müssen. In diesen zwei Wochen sind die anderen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Quarantäne.

Uns war klar, was das bedeutet. Stellen Sie sich nur vor, Sie verabschieden sich von Ihrer Familie, um im Kinderdorf zu arbeiten. Sie können dann aber nicht wie üblich nach einer Arbeitswoche nach Hause zurückkehren, sondern die Welt steht plötzlich Kopf.

Wir besprachen die Situation in der Mittagspause und fragten, wer vom Team sich vorstellen kann, zwei weitere Wochen durchzuarbeiten. Es gab natürlich keinen Zwang – das kann man ja von niemandem verlangen. Viele unserer Betreuerinnen sind die Hauptverdienerinnen und kümmern sich zuhause noch um ihre Kinder. Wir erwarteten also nicht allzu viele Zusagen.

Zeitgleich dazu sprach ich mit den Freiwilligen und empfahl ihnen, angesichts des bevorstehenden Kollapses des honduranischen Gesundheitssystem in ihre Heimatländer zurückzukehren. Ich erklärte wortreich mögliche Folgen der Coronapandemie für Honduras, zum Beispiel dass es nur 100 Intensivbetten im ganzen Land gibt und dass es schon unter normalen Umständen keine Beatmungsgeräte gibt. Ich wurde von der Frage einer Freiwilligen unterbrochen: „Wenn wir bleiben – können wir uns nützlich machen oder wären wir nur im Weg?“

Anschließend erfuhr ich, dass fast alle Betreuerinnen sich bereit erklärt hatten, die zwei zusätzlichen Wochen im Kinderdorf zu bleiben. Alle waren so aufgeregt und stolz darauf, Teil dieser großen Geste der Mitmenschlichkeit zu sein, ihre Gesichter strahlten. Bevor wir unsere Zusammenkunft beendeten, sagte ich ihnen, wie tief bewegt ich von ihrer Hingabe sei, von ihrer Bereitschaft, für unsere Familie Opfer zu bringen.  

Wenn es deine ‚Arbeit’ ist, Kinder und Jugendliche, die du liebst, zu beschützen, kann dich keine Regierung davon abhalten. So war es auch bei Kenia Girón, der Koordinatorin unseres Hauses für schwerstbehinderte Kinder und Jugendliche in Tegucigalpa, Casa Ángeles.

Sie hatte ihre Familie nicht gesehen, seit bei uns das Coronavirus wütet. Sie wusste, dass sie Infektionsrisiken senkt, indem sie entweder zuhause bleibt – oder in der Casa Ángeles. Ersteres kam für sie nicht in Frage. Sie rief ihre Mutter an, die gesagt haben soll: ‚Kenia, ein ganzer Monat ohne deine Arbeit wird dich umbringen! Bleib da, ich komm schon klar.’

Kenia Girón ist die Koordinatorin der Casa Ángeles, dem Haus für schwerstbehinderte Kinder und Jugendliche in Tegucigalpa.

Kenia Girón ist die Koordinatorin der Casa Ángeles, dem Haus für schwerstbehinderte Kinder und Jugendliche in Tegucigalpa.

Jede und jeder hier wächst über sich hinaus – und dann nochmal darüber hinaus, um diese schreckliche Plage, das Coronavirus, zu bekämpfen. Es ist uns allen klar, dass Leben akut in Gefahr sind, sollte das Virus das Kinderdorf erreichen. Es geht, um nur einige Beispiele zu nennen, um 34 Kinder und Jugendliche mit Behinderung, 17 Kinder und Jugendliche mit HIV, fünf ältere Bewohner unseres Seniorenheims, 15 Kinder und Jugendliche mit schweren Behinderungen.

Kinder mit Behinderungen gehören zu den verletzlichsten Gruppen, die unsere Zuwendung und Fürsorge brauchen, besonders während der Coronapandemie.

Kinder mit Behinderungen gehören zu den verletzlichsten Gruppen, die unsere Zuwendung und Fürsorge brauchen, besonders während der Coronapandemie. 

Wir wissen nicht, wie lange diese Situation andauern wir. Alles ist geschlossen: Geschäfte, Supermärkte, Apotheken und der Verkehr. Das ganze Land wird vom Militär in den kompletten Lockdown gezwungen; bewaffnete Soldaten blockieren die Straßen im ganzen Land. Der nächste Checkpoint ist nur drei Kilometer entfernt an der Straße nach Tegucigalpa.

In diesen schwierigen Zeiten verlangen wir von unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern so viel mehr als jemals in einem Arbeitsvertrag festgehalten werden kann. Dazu kommt: Nach einer Naturkatastrophe kümmert man sich um Menschen in Not, beerdigt die Toten und fängt neu an.  

Wir sind aktuell in der einzigartigen Lage, das Desaster zu sehen, bevor es passiert. Wir können das Bevorstehende beeinflussen. Aber um das tun zu können, müssen wir zu drastischen, sogar extremen Mitteln greifen. Es ist schwierig. Es ist ein Opfer. Und es ist etwas, das nie von uns verlangt würde, wenn es Alternativen gäbe.  

Mit den harten Maßnahmen, die die Regierung ergriffen hat, könnte die Pandemie für Honduras tatsächlich in den Griff zu bekommen sein. Vielleicht seufzen wir in ein paar Monaten tiefe Seufzer der Erleichterung in dem Wissen, dass wir gegen eine Kraft gekämpft haben, die größer und stärker war als wir es waren – und das wir gemeinsam gewonnen haben. Aber wir wissen nicht, was die Zukunft bringt. Bis dahin müssen wir stark sein, vereint, wir müssen als Familie handeln.

Unsere Familie zweifelt nicht daran, dass wir uns früher oder später wieder über heitere Aussichten freuen. Stürme gehen vorüber.“

Stephen O'Mahony
Leiter von nph in Honduras

#Miteinander #Füreinander #nph

#Corona #Covid19 #Pandemie

Bitte unterstützen Sie unsere Kinderdörfer und das Kinderkrankenhaus St. Damien in Haiti bei den Vorbereitungen auf die Coronapandemie. Von Medikamenten über Treibstoff und Lebensmitteln wird jetzt eine Menge Material benötigt.

]]>
Nachrichten_von_nph cordula.schulze@nph-kinderhilfe.org Thu, 26 Mar 2020 17:04:19 +0100
Solidarität auf der ganzen Welt ist gefragt https://www.nph-kinderhilfe.org//news/newsdetail?tx_ttnews%5Btt_news%5D=7499&cHash=425b87146cda982a728aa011c2dd4183 Die ganze Welt ist von CORONA ergriffen. Wie bereiten sich unsere Kinderdörfer auf diese nicht... Das Virus kennt keine Grenzen. Das ist derzeit die tägliche Herausforderung in Europa. Doch wie sehen die Versorgung und der Umgang mit dem Virus in unseren Kinderdörfern aus? Den Menschen hingegen sind nun Grenzen gesetzt, um Zeit zu gewinnen, das Corona-Virus einzudämmen.

Die Krise fordert von uns allen ein hohes Maß an Disziplin, Vernunft und Solidarität

In Europa erleben wir das Ausmaß des Corona-Virus hautnah, durch massive Einschränkungen des täglichen Lebens. Das öffentliche Leben ist fast komplett zum Erliegen gekommen und die Wirtschaft bis auf wenige Branchen heruntergefahren.

Ständig  steigende Fallzahlen und Todesfälle sind mittlerweile an der Tagesordnung und liefern den Beweis dafür, welche Gefahr das Virus in sich birgt.

Mit den von der Regierung vorgeschlagenen Maßnahmen sollen Risikogruppen geschützt werden. Damit die Zahl der täglichen Neuinfizierten verringert und das Gesundheitssystem nicht überfordert wird - um den auf Intensivmedizin angewiesenen Menschen die bestmögliche Behandlung zu gewähren - ist die Solidarität jedes Einzelnen gefordert.

In den Ländern Lateinamerikas hat die Ausbreitung des Virus gerade erst begonnen. Welche Auswirkungen Corona dort haben wird, lässt sich nur erahnen.

Wie schützt nph unsere Kinder, das Personal und die Gemeinschaft - und wie schützen wir unsere nph-Kinderdörfer?

Corona in Lateinameika-Was jetzt?

Corona - was kommt da auf unsere Kinder zu?

Situation in den Ländern

In Lateinamerika gibt es bereits bestätigte Corona-Fälle und auch die ersten Todesfälle. Die Grenzen sind geschlossen. Ausländer dürfen nicht mehr einreisen bzw. müssen ausreisen oder sich in mindestens 7-tägiger Quarantäne begeben.

In allen Ländern sind Schulen und Universitäten bis Ende März geschlossen.

Situation in den NPH Kinderdörfern

Alle Kinderdörfer wurden für Besucher geschlossen. In allen nph-Kinderdörfern arbeiten die Verantwortlichen eng mit den Behörden zusammen und koordinieren die Sicherheitsvorkehrungen:

  • Ausschließlich das Versorgungspersonal erhält nach Gesundheitsprüfungen noch Zugang in die Kinderdörfer.
  • Alle sonstigen Mitarbeiter, die nicht für die Kinderbetreuung benötigt werden, arbeiten von zu Hause aus.
  • Betreuer wurden teilweise gebeten, bis Anfang April in den Kinderdörfern zu bleiben und das Gelände nicht zu verlassen.
  • Die Kinder und das gesamte Personal wurden über die Gefahren informiert und vom medizinischen Personal entsprechend geschult. So wurden sie in kleine Gruppen eingeteilt, um die Ansteckungsgefahr zu minimieren.
  • Alle nph zur Verfügung stehenden medizinischen Stationen bereiten sich auf Notfälle vor. Die Hygienemaßnahmen werden deutlich verstärkt.
  • Externe Patienten können aufgrund der Sicherheit und der ohnehin schon begrenzten  Kapazitäten  nicht mehr behandelt werden.

null

Das medizinische Personal schult Kinder und Mitarbeiter zur richtigen Vorbeugung gegen die Infektion mit dem Corona-Virus.

Situation in Haiti

Da viele Waren derzeit nicht erhältlich sind – insbesondere Seife, Masken, Handschuhe und Schutzkleidung  - und sogar  hierzulande große Anstrengungen nach Nachschub erforderlich sind -, sieht es für die Ärmsten düster aus.

NPH arbeitet eng mit der nationalen Gesundheitsbehörde zusammen, da das Krankenhaus St. Damien Teil des landesweiten Corona-Notfallsystems ist. Diesem gehören insgesamt sechs Krankenhäuser im Land an, wovon St. Damien das größte Krankenhaus in Haiti ist. 1.000 Testkits sowie 200 Betten stehen im ganzen Land zur Verfügung. Für ein Land mit 10,98 Millionen Einwohnern ist dies eine sich anbahnende Katastrophe mit noch nicht vorhersehbaren Ausmaßen.

Auf dem gesamten Klinik-Areal von St. Damien wurden Hygienestationen errichtet - mit selbst hergestelltem Desinfektionsmittel.

Alle St. Luc Schulen und die St. Luc-Kliniken – mit einer Ausnahme in der Provinz - sowie die Entbindungsstation sind geschlossen,  um Menschenansammlungen mit mehr als zehn Personen zu vermeiden – eine wichtige Sicherheitsvorkehrung.  

Pater Richard Frechette und sein Team sowie alle anderen Verantwortlichen in den nph Kinderdörfern tun alles Menschenmögliche, um auf diese neue Situation vorbereitet zu sein. Nur, dass sich in Haiti und unseren anderen nph-Projektländern schon jetzt vorhersehen lässt, dass alle Vorkehrungen ein Tropfen auf dem heißen Stein sein werden, sollte sich das Virus so ausbreiten, wie es gerade die Zahlen in Europa und den USA aufzeigen.

Corona nph Haiti

Das Kinderkrankenhaus St. Damien ist für viele Haitianer die einzige Hoffnung in der Corona-Krise.

Was können Sie tun?

Angesichts der weltweiten Situation bitten wir mehr denn je, diese „Menschheitsaufgabe“, die uns alle fordert, in diesen Zeiten gemeinsam durchzustehen.

Während sich hierzulande die Menschen im Supermarkt um Toilettenpapier streiten, kämpfen die Menschen anderswo um das Überleben – nicht erst seit Corona. Auch sie brauchen unseren Beistand und unsere Solidarität. Vergessen Sie diese Menschen nicht – auch, wenn wir gerade sehr mit uns selbst und den Menschen die uns nahestehen beschäftigt sind., Wir alle sind miteinander füreinander da!

#miteinander #fuereinander #nph

#Corona #Covid19 #Pandemie

]]>
Nachrichten_von_nph Presse agathe.freudl@nph-kinderhilfe.org Wed, 25 Mar 2020 11:30:49 +0100
Gute Fortschritte fürs Trinkwasserprojekt in Haiti https://www.nph-kinderhilfe.org//news/newsdetail?tx_ttnews%5Btt_news%5D=7493&cHash=5468d983d8cfbd98f88128ca06bfd8eb Das 2019 gestartetes Projekt in der Karibik verzeichnet erste Erfolge. Und das trotz der... Im vergangenen Jahr lief das nph-Hilfsprojekt „Gesunde Schulen – starke Kinder“ in Haiti an. Darin geht es darum, Kindern, ihren Eltern und Nachbarn der Schulen Zugang zu sauberem Trinkwasser zu verschaffen. Das bedeutet: 450.000 Menschen profitieren. Außerdem sollen 5.500 Schulkinder medizinische Versorgung erhalten, 360 Schulangestellte sollen medizinisch geschult werden und rund 50.000 Angehörige der Schulkinder über Gesundheitskampagnen lernen, besser auf sich achtzugeben.

Das ehrgeizige, einzigartige Projekt läuft noch bis 2021. Zeit also zu schauen, was im ersten halben Jahr bereits passiert ist und welche Projekterfolge in nächster Zeit anstehen.

Sauberes Trinkwasser Schule Haiti

Sauberes Trinkwasser ist wichtig für die Kinder, weil es gesund ist und weil sie sich hungrig oder durstig nicht auf die Schule konzentrieren können.

Zusammenarbeit mit lokalen Firmen stärkt haitianische Wirtschaft

Trinkwasser ist in Haiti seit jeher ein problematisches Thema – für die Armen ist sauberes Wasser viel zu teuer, da es keine normale Versorgung über Leitungen gibt. Deshalb sollen 18 Schulen in der Hauptstadt und in abgelegenen kleineren Orten Trinkwasserzentren werden. Die Schulkinder und Mitarbeiter erhalten hier frisches Trinkwasser, ebenso wie die Menschen aus der Umgebung.

Trinkwasseranlagen lösen ein weit verbreitetes Problem in Haiti: den Mangel an sauberem Leitungswasser, wie wir es kennen.

Trinkwasseranlagen lösen ein weit verbreitetes Problem in Haiti: den Mangel an sauberem Leitungswasser, wie wir es kennen.

Aktuell sind bereits an vier Standorten Brunnen gebohrt und Reservoirs gebaut worden. Vier weitere Standorte erhalten derzeit Trinkwasseranlagen. Ein Gewinn für Haiti ist, dass nph mit lokalen Firmen zusammenarbeitet.

Lehrer sind Vorbilder und Botschafter für Krankheitsprävention

Im medizinischen Bereich hat sich ein dreiköpfiges Gesundheitsteam gefunden. Sie haben bereits Grundlagenarbeit geschaffen, indem sie Lehrmaterial und Fortbildungen für Lehrer und Eltern zusammengestellt haben.

80 Lehrerinnen und Lehrer an den Schulen, die Teil des Projekts sind, haben bereits eine Fortbildung im Bereich Hygiene und Krankheitsprävention erhalten. Sie sind wichtige Botschafter und Vorbilder in den Städten und Stadtteilen.

Schulen als Wasser- und Gesundheitsstationen

Schulen eignen sich gut als Wasser- und Gesundheitsstationen, weil sie zentral gelegen sind und weil dort viele Menschen zusammenkommen.

Schwierige Bedingungen für nph-Mitarbeiter und Schulkinder

Darüber hinaus gibt es bereits an drei Schulen Baumaßnahmen zur Einrichtung von kleinen Schulapotheken und Behandlungsräumen. Ausstattung und Medikamente sind bestellt.

Dass die Maßnahmen schon so weit gediehen sind, ist das Ergebnis einer gewaltigen Kraftanstrengung. Denn Haiti war besonders im Herbst von gewalttätigen Protesten lahmgelegt; sogar Mitarbeiter von nph vor Ort wurden bedroht und angegriffen. Aus diesem Grund kam das öffentliche Leben wochenlang zum Erliegen; Verwaltung und Verkehr funktionierten nicht, Bildungseinrichtungen und Firmen blieben geschlossen.

So geht es dieses Jahr weiter

Es war also nicht einfach, sich im Land zu bewegen und den Bau der Trinkwasserstationen voranzubringen. Aber der Anfang ist gemacht und nun geht es weiter. Für 2020 wollen wir diese messbaren Meilensteine erreichen:

  • Medizinische Untersuchungen und Behandlungen für 5.500 Kinder
  • 6 Schulapotheken
  • Permanente Trinkwasserversorgung in 6 Schulen sichergestellt
  • Schulungen für 360 Lehrerinnen und Lehrer im Bereich Krankheitsprävention
  • Infoabende mit Eltern in 18 Schulen
  • Gesundheitskampagnen in 9 Schulen

null

Viele nph-Unterstützerinnen und –Unterstützer haben während unserer Weihnachtskampagne dazu beigetragen, dass in Haiti Brunnen und Trinkwasserstationen entstehen können. Dafür sagen wir ein herzliches Dankeschön!

Außerdem fördert das Projekt „Gesunde Schule – starke Kinder“ die SKala-Initiative der Unternehmerin Susanne Klatten in Partnerschaft mit dem gemeinnützigen Analyse- und Beratungshaus PHINEO. Auch an SKala geht unser Dank.

Logo der Skalainiative

SKala

SKala ist eine Initiative der Unternehmerin Susanne Klatten in Partnerschaft mit dem gemeinnützigen Analyse- und Beratungshaus PHINEO. SKala fördert bundesweit etwa 100 gemeinnützige Organisationen. Das Fördervolumen beträgt bis zu 100 Millionen Euro. Unterstützt werden ausschließlich Organisationen, die nachweislich eine große soziale Wirkung erzielen. Im Fokus stehen dabei die vier Bereiche Inklusion & Teilhabe, Kompetenz- & Engagement Förderung sowie Vergessene Krisen zu fördern. Skala unterstützt eine starke Gesellschaft, in der sich Menschen füreinander einsetzen.

]]>
Nachrichten_von_nph cordula.schulze@nph.org Tue, 17 Mar 2020 12:49:00 +0100
Marc Marshall begeisterte das Publikum beim Benefizkonzert https://www.nph-kinderhilfe.org//news/newsdetail?tx_ttnews%5Btt_news%5D=7492&cHash=87fbdcc8de1c19765b6ddf0cda200917 Ein außergewöhnliches akustisches Klangerlebnis bot Marc Marshall anlässlich des Benefizkonzertes... Karlsruhes Bürgermeisterin Bettina Lisbach eröffnete als Schirmherrin des Projektes das Konzert. „1000 Schulen für unsere Welt“ ist eine Kooperation zwischen der Stadt Karlsruhe und der nph Kinderhilfe Lateinamerika. Ziel des Projektes ist es, gemeinsam mit allen Akteuren der Karlsruher Stadtgesellschaft den Bau einer Schule in Haiti zu finanzieren und hierfür möglichst viele Unterstützerinnen und Unterstützer zu begeistern.

Benefizkonzert Marc Marshall - Bürgermeisterin Karlsruhe Frau Lisbach

Karlsruhes Bürgermeisterin Frau Bettina Lisbach eröffnet den Abend.
Fotograf: Stefan Bau/nph Kinderhilfe Lateinamerika e. V.

Der Reinerlös dieses Abends kommt den Kindern und dem Bau der Schule in Haiti zugute. So bekommt die ländliche St. André-Schule in Haiti eine Oberstufe, die Kindern dadurch einen hochwertigen Schulabschluss vermittelt und somit eine echte Chance auf eine bessere Zukunft bietet.

Das Kirchenkonzert „Glaub an mich“ bestand aus sakralen Liedern, Texten und Stücken, die christliche Werte wie Glaube, Liebe, Hoffnung und Gerechtigkeit in sich tragen. Die besondere Akustik und Energie des Kirchenkonzertes gab der Musik eine außergewöhnliche Kraft.

Benefizkonzert Marc Marshall - Marc Marshall und Rene Krömer in der Ev. Stadtkirche Karlsruhe 1

Marc Marshall und sein Pianist René Krömer (v. rechts n. links).
Fotograf: Stefan Bau/nph Kinderhilfe Lateinamerika e. V.

Marc Marshalls Kirchenkonzert „Glaub an mich“ war ein emotionales Erlebnis. Voller Kraft, Zuversicht und Hingabe bereiteten Marc Marshall und sein Pianist René Krömer den Gästen eine großartige Performance. Die Besucher des Konzertes dankten es beiden Künstlern mit Standing Ovations.

Marc Marshalls Engagement als Botschafter bei nph

Die Not und die Notwendigkeit zur Hilfe hat Marc Marshall bewogen, sich als Botschafter für die nph Kinderhilfe in Lateinamerika zu engagieren.

Durch seine Musik und seine Popularität will er dazu beitragen, die Situation benachteiligter Kinder und die Arbeit von nph in Lateinamerika ins Bewusstsein zu rücken. „Meine Musik sendet Botschaften und genau dafür will ich die Menschen sensibilisieren, “ betont Marc Marshall.

Benefizkonzert Marc Marshall - Evangelische Stadtkirche Karlsruhe

Marc Marshall in der Evangelischen Stadtkirche Karlsruhe.
Fotograf: Stefan Bau/nph Kinderhilfe Lateinamerika e. V.

"Es ist wichtig, dass jedem Menschen die Möglichkeit gegeben wird, dort, wo er geboren wurde, seinen Lebensmittelpunkt zu behalten und sich dort sein Leben aufzubauen,“ unterstreicht Marc Marshall seine Haltung. „Bei nph sehe ich eine wunderbare Chance, auf großartige Projekte aufmerksam zu machen, um meine Vorstellung von Liebe, Frieden und Respekt wirksam in die Tat umzusetzen. Liebe, Frieden und Respekt - das sind Werte, die wir uns für alle Menschen und vor allem für Kinder wünschen.

Benefizkonzert Marc Marshall - Foto mit Fans

Marc Marshall mit Fan nach dem Benefizkonzert.
Fotograf: Stefan Bau/nph Kinderhilfe Lateinamerika e. V.

Wie wichtig ihm sein Engagement ist, zeigte sein im Februar stattgefundener Besuch im nph-Kinderdorf in Honduras, wo er sich selbst ein Bild von den Projekten der nph Kinderhilfe Lateinamerika verschaffte und auch gleichzeitig sein Patenkind besuchte. Sichtlich bewegt über seine Eindrücke und die gemachten Erlebnisse ist er stolz, Botschafter für nph zu sein.

]]>
Nachrichten_von_nph agahte.freudl@nph-kinderhilfe.org Mon, 09 Mar 2020 08:26:00 +0100