nph Kinderhilfe Lateinamerika Nachrichten https://www.nph-kinderhilfe.org/ Neueste Nachrichten von nph Kinderhilfe Lateinamerika de nph Kinderhilfe Lateinamerika Nachrichten https://www.nph-kinderhilfe.org/typo3conf/ext/tt_news/ext_icon.gif https://www.nph-kinderhilfe.org/ 18 16 Neueste Nachrichten von nph Kinderhilfe Lateinamerika TYPO3 - get.content.right http://blogs.law.harvard.edu/tech/rss Mon, 26 Jul 2021 16:43:31 +0200 Karlsruhe ist dabei – Hans-Thoma-Schule engagiert sich https://www.nph-kinderhilfe.org//news/newsdetail?tx_ttnews%5Btt_news%5D=7601&cHash=af907e4d2177d0d7ee5b40b039984f58 Bürgermeisterin Bettina Lisbach ruft die Karlsruher*innen zu weiteren Spenden für den Ausbau der... Bürgermeisterin Bettina Lisbach engagiert sich bei ihrem Besuch in der Hans-Thoma-Schule persönlich für das Projekt „1000 Schulen für unsere Welt – eine Schule für Haiti“ und wendet sich mit einem Spendenaufruf an die Karlsruher Bürger*innen.

Von Schülerinnen und Schülern der 4. Klasse aus der Nachmittags – AG der Schule wird ein Theaterstück aufgeführt, das sich mit den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen (Sustainable Development Goals, kurz SDG) auseinandersetzt. Hochwertige Bildung ist eines der 17 Nachhaltigkeitsziele der Agenda 2030.

Klimaheld*innen der Hans-Thoma-Schule in Karlsruhe

Die Darsteller*innen der Hans-Thoma-Schule präsentieren stolz ihre Klimaheld*innen. Sie fordern Schluß mit der Armut bei Kindern, Zugang zu Bildung für jedes Kind und für alle genug zu Essen.

Die Kinder aus der Hans-Thoma-Schule sind sehr engagiert. Sie haben selbst die Initiative ergriffen, sich dieser Thematik anzunehmen und sich für die Umwelt in Verbindung mit Bildung einzusetzen. „Es freut mich sehr, hier als Botschafterin für das Projekt „1000 Schulen für unsere Welt – eine Schule für Haiti“, ein solches Engagement bei den Kindern vorzufinden. Die Bildungsarbeit zu dieser Thematik an Schulen ist sehr wichtig“, betont Bettina Lisbach.

In diesem Rahmen können sich die Kinder emotional einbringen, ausprobieren und gemeinschaftlich eigene Ideen entwickeln. Derartige Projekte befähigen die Kinder und Jugendlichen, ihre eigene Zukunft nachhaltig zu gestalten. Sie fördern Partizipation, Solidarität sowie zukunftsgerichtetes Denken und Handeln – die Schlüsselkompetenzen zur nachhaltigen Entwicklung unserer Gesellschaft.

Drei Klimaheldinnen der Hans-Thoma-Schule in Karlsruhe zeigen ihre Klimaheldinnen-Figuren.

Stolz und mit Überzeugung präsentieren Schülerinnen der Hans-Thoma-Schule in Karlsruhe ihre Klimaheldinnen.

„Welche Folgen der Klimawandel für uns und unsere Welt hat, erleben wir jeden Tag aufs Neue – dieser Tage sehr aktuell und dramatisch auch bei uns. Daher ist es notwendig, Verantwortung zu übernehmen für unser Handeln. Die Verknüpfung mit diesem Projekt zeigt deutlich, wie wichtig es ist, auch für die Menschen in den ärmsten Ländern der Welt, die dies aus eigener Kraft nicht leisten können, Teilhabe zu leisten“, so Lisbach weiter.

Bürgermeisterin Bettina Lisbach – erste Botschafterin der Stadt Karlsruhe

Es ist noch Luft nach oben und alle Karlsruher*innen sind aufgerufen, dieses Projekt zu unterstützen. „Wie wichtig der Unterricht in den Schulen für unsere Kinder und Jugendlichen ist, hat die Pandemie uns gezeigt. Umso mehr ist es uns ein Anliegen, gerade auch in den Ländern, in denen nur durch Bildung der Kreislauf der Armut durchbrochen werden kann, hier unterstützend mitzuwirken.

Karlsruhes Bürgermeisterin Bettina Lisbach beantwortet Fragen der Klimahelden zum Umweltschutz.

Karlsruhes Bürgermeisterin Bettina Lisbach spricht mit den Schülern der Hans-Thoma-Schule in Karlsruhe über ihr Umweltengagement und der Bedeutung von guter Bildung - auch in Haiti.

Daher appelliere ich an alle Karlsruher*innen, sich mit einer Spende zu beteiligen, um am Ende sagen zu können – Karlsruhe war dabei und wir haben es geschafft,“ so Bettina Lisbach mit ihrem Spendenaufruf an die Karlsruher Bevölkerung.

10.000 Euro sind bislang eingegangen

Bei dem von nph organisierten Projekt handelt es sich um den Ausbau der „St. André-Schule“ in Fond-des-Blancs im Süden Haitis. Der Ausbau sorgt dafür, dass weitere Schulräume für die Klassen 10 bis 13 sowie Sonderklassen eingerichtet werden, so dass die Jugendlichen an der „St. André-Schule“ das Abitur erwerben können. Dieser Hurrikan- und erdbebensichere Ausbau war von Beginn an geplant und soll nun mithilfe von Spenden aus Karlsruhe realisiert werden. Schulträger ist die haitianische, gemeinnützige Fondation St. Luc (Schwesterorganisation von nph). Die Kosten für den Bau werden sich auf ca. 220.000 Euro belaufen.

Die Initiative „1000 Schulen für unsere Welt“ – eine Schule für Haiti

Die Zusammenarbeit mit der Stadt Karlsruhe, für die Initiative „1000 Schulen für unsere Welt – eine Schule für Haiti“, begann bereits Anfang 2020 und einer der ersten Höhepunkte war das Benefizkonzert mit Sänger Marc Marschall Ende März 2020. Aufgrund der Corona-Pandemie wurde die Kampagne dann zunächst gestoppt. In den letzten Monaten zeigte sich jedoch, wie stark die Pandemie die öffentlichen Strukturen, wie beispielsweise den Bildungssektor, negativ beeinflusst hat. Besonders in armen Ländern wie Haiti ist es fatal, wenn Kinder keine Möglichkeit haben, die Schule zu besuchen. Was 2020 begonnen hat, soll nun weitergeführt werden, damit 2022 das zweite Stockwerk der St. André Schule eingeweiht werden kann.

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Nachrichten_von_nph agathe.freudl@nph-kinderhilfe.org Mon, 26 Jul 2021 16:43:31 +0200
Starkes Erdbeben in Peru https://www.nph-kinderhilfe.org//news/newsdetail?tx_ttnews%5Btt_news%5D=7600&cHash=33950d89cb25790abde3f7ecbd7cd9ab Ein Erdbeben mit der Stärke 5.8 erschütterte am späten Dienstagabend (Ortszeit) die Region... Das Epizentrum des Bebens lag nahe des nph Kinderdorfs an der Westküste Perus. Erste Rückmeldungen von dort bestätigen, dass es allen Kindern und Mitarbeitern gut geht. Schäden aus dem Umland sind bisher nicht bekannt.

"Wir haben die Gebäude so schnell wie möglich verlassen. Schäden, vor allem an den Häusern in denen die Kinder leben, konnten wir bisher keine feststellen. Wir sind alle ein wenig verängstigt, aber es geht uns gut." sagt der Nationaldirektor von nph Rafa Arce.

Die gesamte Westküste Nord- und Südamerikas liegt am sogenannten Pazifischen Feuerring. Kleinere und manchmal größere Erdbeben kommen dort häufiger vor. Alle Einrichtungen von nph sind deshalb auch erdbebensicher gebaut.

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Nachrichten_von_nph detlef.vonhouwald@nph-kinderhilfe.org Wed, 23 Jun 2021 08:43:10 +0200
Corona in Haiti – Krankenhäuser sind dicht https://www.nph-kinderhilfe.org//news/newsdetail?tx_ttnews%5Btt_news%5D=7599&cHash=2c9739deae3f2475e6c686721b144d4c In Haiti geschieht das, wovor wir uns lange gefürchtet haben: COVID-Patienten werden an der Pforte... In den Krankenhäusern selbst sieht die Lage genauso verzweifelt aus. Es fehlt an Schutzkleidung, an Medikamenten und an Personal – Menschen, die sich kümmern. Das größte Problem im Moment ist jedoch der Sauerstoff! Es gibt nicht genug davon und er wird immer teurer.

Pater Richard verurteilt hohen Preis für Sauerstoff

Es scheint, als trieben die Weltmärkte die Preise für Sauerstoff gerade in die Höhe, schreibt Pater Richard Frechette auf seinem Newsblog. Zwischen seinen Zeilen: Anklage. Und die voraussehende Einschätzung: „Als nächstes zahlen wir 22 US-Dollar pro wiederaufgefüllte Flasche. Wir waren mal bei 12 Dollar. “ Der Preisanstieg hätte zu keinem schlechteren Zeitpunkt kommen können, so der 68-Jährige. Aber Aufgeben ist keine Option.

Seit Mai steigt in Haiti die Zahl der Infizierten

Pater Richard, der gleichzeitig auch Mediziner ist, kämpft seit vielen Jahren an vorderster Front für die Ärmsten in Haiti. Dass das Coronavirus nun gerade diese trifft, beobachtet der 68-Jährige mit großer Sorge. „Unter den COVID-Patienten, die zu uns kommen, sind viele Nonnen.“ Diese, so der Pater, seien täglich bei den Ärmsten, in den Slums und auf der Straße. Dass nun ausgerechnet Nonnen verstärkt unter den COVID-Patienten sind - ein sicheres Zeichen dafür, dass sich das Virus vor allem in den Armenvierteln stark verbreitet.

Spenden Sie für Sauerstoff!

Die Haitianer sind der Corona-Pandemie nahezu schutzlos ausgeliefert. Das Land ist nicht in der Lage, Sauerstoff in großem Stil in eigenen Fabriken zu produzieren. Denn für die Erzeugung von Sauerstoff wird Brennstoff benötigt. Und der ist teuer.

Hoffnung gibt es bei denen, die den Sauerstoff zumindest in kleinen Mengen selbst produzieren können. Wie zum Beispiel das Krankenhaus unserer Partnerorganisation St. Luc in der Hauptstadt Port-au-Prince. Hier arbeitet ein Team im Schichtdienst, rund um die Uhr und befüllt Tanks mit dem lebensrettenden Gas. Aktuell kommt das Team pro Tag jedoch gerade mal auf 40 Flaschen.

Corona in Haiti - Transport von Sauerstoffflaschen für COVID-Patienten

Sauerstoff ist ein stark nachgefragtes Gut in Zeiten der Pandemie. Viele produzierenden Firmen liefern aktuell vor allem nach Indien.

Diese Menge deckt den Bedarf für Nicht-COVID-Patienten. Für alle anderen muss die Fondation St. Luc Sauerstoff dazu kaufen. Aktuell sind von den 115 COVID-Patienten auf der Intensiv-Staiton 100 dringend auf Sauerstoff angewiesen. Aufgrund der hohen Nachfrage aus Indien und Brasilien sind die Preise aktuell viel zu hoch.

Bitte spenden Sie!

Die Corona-Krise ist noch nicht vorbei. Pro Tag kostet der Sauerstoff für einen Patienten 42 Euro. Pater Richard berichtet uns außerdem, dass die St. Luc Organisation 800 zusätzliche Tanks benötigt, die mit Sauerstoff gefüllt werden sollen. Ein Tank kostet 250 Euro. Auch die Produktionsanlagen sollen ausgebaut werden.

Benötigt werden außerdem dringend Handtücher, Spannbettlaken, Medikamente und Vitamine, die das Immunsystem stärken. Auch dafür sind die Preise in den vergangenen Monaten stark gestiegen.


Bitte helfen Sie den erkrankten Menschen in Haiti und spenden Sie!

Für die erkrankten Menschen zählt jeder Euro!

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Nachrichten_von_nph miriam.moertl@nph-kinderhilfe.org Wed, 16 Jun 2021 17:51:51 +0200
nph trauert um Armando Arteaga https://www.nph-kinderhilfe.org//news/newsdetail?tx_ttnews%5Btt_news%5D=7598&cHash=30fb65d4b27612f4a65c174ab98bc9b2 In großer Trauer und Verbundenheit nimmt die weltweite nph-Familie Abschied von ihrem langjährigen... Während seiner Jugendzeit in Mexiko lernte Armando Arteaga die Ausweglosigkeit vieler verlassener Kinder in Lateinamerika kennen. In dieser Zeit begegnete ihm Padre Willam Wasson, Gründervater unseres Kinderhilfswerks „nph Kinderhilfe Lateinamerika“, der den Verstorbenen 1984 zum Aufbau des Spenderbüros in Karlsruhe motivierte.

Seitdem war es für Armando ein Herzensanliegen schutzbedürftige Kinder zu unterstützen und Hilfe zu leisten. Er und seine Familie arbeiteten national und international seit mehr als 35 Jahren unermüdlich und mit vollem Einsatz für bessere Zukunftschancen der Kinder in Lateinamerika.

Sein Engagement für diese Kinder – auch als Vorstand und Aufsichtsrat von nph – gründete sich auf unbedingte Nächstenliebe. Mit weitem Herzen begegnete und begleitete er uns.

Durch seine Wärme, seinen Humor und sein Mitgefühl allen Menschen gegenüber, seiner positiven Lebenseinstellung und seinem väterlichen Rat, bleibt uns Armando stets im Herzen erhalten.

Seine liebevolle Persönlichkeit hat unsere ganze Organisation im In- und Ausland mit geprägt. Wir werden seine Verdienste und sein außerordentliches Engagement für nph Kinderhilfe Lateinamerika stets in dankbarer Erinnerung behalten.

Unser tiefes Mitgefühl gilt seiner Frau Sigrid, seinen Kindern und allen Angehörigen.

Team, Vorstand und Aufsichtsrat des Kinderhilfswerks Lateinamerika e.V.

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Armando Arteaga erzählt im Interview über die Geschichte von nph, seiner Freundschaft zu Padre Wasson, dem Gründer von nph, und der Gründung des deutschen Büros in Karlsruhe. Das Gespräch wurde aufgenommen im Mai 2019.

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Nachrichten_von_nph agathe.freudl@nph-kinderhilfe.org Fri, 04 Jun 2021 00:00:00 +0200
„Verantwortung nicht nur denken, sondern auch leben“ https://www.nph-kinderhilfe.org//news/newsdetail?tx_ttnews%5Btt_news%5D=7597&cHash=b936b992970f9c322df20986646445cf Partnerschaftliches Engagement für die Initiative „1000 Schulen für unsere Welt“ – eine Schule für... Wie tragfähig auch die Netzwerke hier vor Ort in Karlsruhe sind, zeigen unsere „Bildungsbotschafter“, mit denen nph eine intensive Partnerschaft pflegt. Hierzu ist auch ein klares Bekenntnis der Stadt Karlsruhe von Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup und Bürgermeisterin Bettina Lisbach erfolgt, die derzeit die Schirmherrschaft übernommen haben und sich mit ihrem persönlichen Spendenaufruf an die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Karlsruhe wenden.

Für dieses Projekt konnten bereits im vergangenen Jahr Dr. Christian Scheib (Ärztlicher Direktor der ViDia Augenklinik am Standort Rüppurr) langjähriger nph-Botschafter, Marc Marshall (Sänger und Entertainer), Norman Bücher (Autor und Extremsportler) und Oliver Winzenried (Vorstand WIBU-SYSTEMS AG) begeistert werden. Sie alle tragen auf ihre Weise und mit ihren Möglichkeiten schon lange dazu bei, Verantwortung nicht nur zu denken, sondern auch zu leben.

Weitere außergewöhnliche nph-Botschafter mit klaren Botschaften

Dr. Christian Scheibs unermüdlicher Einsatz und sein Engagement beruhen auf den nachhaltigen Begegnungen und unvergesslichen Momenten mit den Kindern bei nph. Als langjähriger nph-Botschafter war er bereits mehrere Male in verschiedenen nph-Projektländern, zuletzt in der Dominikanischen Republik und voraussichtlich in diesem Jahr noch in Bolivien und Peru. „Trotz der manchmal widrigen Umstände in den jeweiligen Ländern und den Gegebenheiten vor Ort ist es für mich eine wunderbare Herausforderung, die ich jedes Mal gerne annehme, um Kindern mit ihren Augenproblemen zu helfen. Wenn mir die Kinder mitteilen, wie sie nach der Behandlung wieder Farben erkennen und so ihre Umgebung neu wahrnehmen, macht mich das glücklich und zufrieden. Und für die Kinder ist es ein großer Gewinn für ihre Aufmerksamkeit und Lernfähigkeit in der Schule und somit für ihren späteren Lebensweg. Daher will ich meinen Beitrag als Arzt in der Karlsruher Ärzteschaft leisten, um hier noch mehr KollegInnen für diese Initiative zu begeistern. Ich kann nur sagen: Seien Sie dabei - es ist wunderbar zu sehen, was wir gemeinsam alles schaffen können.“

Marc Marshall, seit zwei Jahren nph-Botschafter, will durch seine Musik und seine Popularität dazu beitragen, die Situation benachteiligter Kinder und die Arbeit von nph in Lateinamerika stärker ins Bewusstsein zu rücken. „Für mich ist es wichtig, nicht nur mit meiner Musik Menschen zu sensibilisieren und ihnen meine Vorstellung von Liebe, Frieden und Respekt zu vermitteln, sondern auch durch mein Handeln. Ich bin sehr stolz, mich für eine derart erfahrene und nachhaltige Organisation zu engagieren und deshalb haben meine Frau und ich uns auch gleich für ein Patenkind in Honduras entschieden, das ich auch noch vor dem ersten Lock down im Februar 2020 besucht habe. Es war eine unglaublich emotionale Begegnung und es hat mich sehr berührt, dabei einige nachhaltige Projekte in Honduras besucht zu haben, um mir selbst einen Eindruck vor Ort zu verschaffen. Es liegt mir sehr daran, als nph-Botschafter von eigenen Erfahrungen in der nph-Welt berichten zu können. Direkt nach meiner Rückkehr gab ich dann zugunsten der Initiative „1000 Schulen für unsere Welt“ ein Benefizkonzert in der Evangelischen Stadtkirche und danach stand ich nicht mehr live auf der Bühne“.

„Für mich passt hier alles perfekt zusammen, zu mir und zu meinen Vorstellungen“, so Norman Bücher, „da will ich einfach mit dabei sein und mithelfen. Ich kenne und schätze nph schon seit langer Zeit, da ich bereits seit über zehn Jahren mein bolivianisches nph-Patenkind begleite. Zudem liegt mir das Thema Bildung für junge Menschen sehr am Herzen. Junge Menschen sind meine Hoffnung für eine lebenswerte Zukunft. So wie bei einem langen Abenteuerlauf jeder Schritt mich meinem Ziel ein kleines Stück näher bringt, so hilft jeder kleine Beitrag beim Spendenmarathon. Daher unterstütze ich den Spendenmarathon mit großer Freude. Mir ist es ein wichtiges Anliegen, mich persönlich zu engagieren und einen Beitrag zu leisten. Daher werde ich auch einen Workshop mit Jugendlichen aus Karlsruhe halten mit dem Titel „7 CONTINENTS: Gemeinsam für eine lebenswerte Zukunft“.

Für den Vorstand Oliver Winzenried ist die Unterstützung im Bereich unternehmerischer Sozialverantwortung entlang der Idee ausgerichtet, den Fokus des eigenen Kerngeschäfts auch auf ebendiese CSR-Aktivitäten anzuwenden: Die WIBU-SYSTEMS AG will auch hier für Schutz und Sicherheit sorgen. „Seit 2013 unterstützen wir die nph Kinderhilfe Lateinamerika daher in diesen Aspekten ihrer wertvollen Arbeit. Zunächst in Honduras, aber gerade auch für Haiti haben wir uns in vielerlei Projekten engagiert. In 2016 für die Nothilfe nach Hurrikan Matthew, später dann für die Kinderkrebsstation des einzigen Kinderkrankenhauses in Haiti und bereits für zwei Trinkwasseranlagen an haitianischen Grundschulen. Auch die Unterstützung des Schulbaus der St. André-Schule liegt für mich auf unserer CSR-Linie, wenn auch im eher übertragenen Sinne: Wir schützen damit viele Kinder vor einem Leben ohne Bildung, die für ihre berufliche Qualifikation unerlässlich ist. Es freut mich, Teil dieser Initiative zu sein, die leider bedingt durch die Pandemie ins Stoppen geriet und nun wieder volle Fahrt aufnimmt, um für die Kinder in Haiti den Ausbau der St. André-Schule zu finanzieren. Daher möchte ich auch mit meinem Engagement weitere Unternehmer ermutigen, sich hier anzuschließen und zu beteiligten. Seien Sie dabei!“

Seite zur Initiative: https://www.nph-kinderhilfe.org/eine-schule-fuer-haiti

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Presse agathe.freudl@nph-kinderhilfe.org Mon, 31 May 2021 10:35:00 +0200
Karlsruhe macht mit! https://www.nph-kinderhilfe.org//news/newsdetail?tx_ttnews%5Btt_news%5D=7596&cHash=591ddbb70f51e638e2c401b5da84eb0d „1000 Schulen für unsere Welt“ – eine Schule für Haiti. Die Initiative der kommunalen... Als am 10. Dezember 2019 der Karlsruher Gemeinderat -, einstimmig beschloss, das Projekt „1000 Schulen für unsere Welt“ - eine Schule für Haiti des nph Kinderhilfe Lateinamerika e. V. zu unterstützen, war die Freude bei nph groß.

Unmittelbar danach wurden mit großem Engagement - seitens nph - viele Aktionen geplant und auch initiiert, wie beispielsweise das Benefizkonzert mit dem nph-Botschafter Marc Marshall, das noch am 7. März 2020 in der Evangelischen Stadtkirche in Karlsruhe stattfand. Die letzte Aktion vor dem ersten Lockdown am darauffolgenden Tag.
Vieles kam somit zum Erliegen, da keinerlei Veranstaltungen und Aktionen geplant, geschweige denn stattfinden durften.

Doch das Projekt fordert seine Umsetzung - und so startet nph gemeinsam mit der Stadt Karlsruhe und den nph-Botschaftern erneut diese für die Schüler in Haiti zukunftsweisende Aktion. 
Denn wie wichtig Bildung ist, hat sich gerade in den vergangenen Monaten - selbst in unserem Land - gezeigt.
Bildung ist ein elementarer Bestandteil einer Gesellschaft und darf nicht vernachlässigt werden. Während wir hier die noch nicht flächendeckend funktionierende Digitalisierung und Netzinfrastruktur beklagen, fehlt es anderswo an grundsätzlicher Infrastruktur. In diesem Falle konkret am Erweiterungsbau und dem Zugang zu weiterführender Schulbildung.

Das Schulprojekt

Bei dem von nph vorgeschlagenen Projekt handelt es sich um den Ausbau der „St. André-Schule“ in Fond-des-Blancs im Süden Haitis. Die Schule wurde nach dem schweren Erdbeben 2010 mit Spendengeldern aus Deutschland errichtet und 2012 eröffnet. Sie bietet den Schülerinnen und Schülern derzeit Unterricht bis zur 9. Klasse an. Der Ausbau sorgt dafür, dass weitere Schulräume für die Klassen 10 bis 13 sowie Sonderklassen eingerichtet werden, so dass die Jugendlichen an der „St. André-Schule“ das Abitur erwerben können. Dieser hurrikan- und erdbebensichere Ausbau war von Beginn an geplant und soll nun mithilfe von Spenden aus Karlsruhe realisiert werden. Schulträger ist die haitianische, gemeinnützige Fondation St. Luc. Die Kosten für den Bau werden sich auf ca. 220.000 Euro belaufen. Der Bau soll mit Beginn des neuen Schuljahres im September 2022 fertiggestellt sein.

Schulangebot verhindert Landflucht

Fond-des-Blancs liegt ca. 120 km westlich der Hauptstadt Port-au-Prince, mit ca. 65.000 Einwohnern und besteht aus vielen kleinen Siedlungen, die ziemlich verstreut sind.

Wie in vielen Regionen Haitis gibt es dort zu wenige Schulen und so gut wie alle erheben Schulgebühren. Kosten für die verpflichtende Schuluniform und Bücher kommen hinzu und summieren sich auf Beträge, die für die arme Landbevölkerung eine unüberwindbare Hürde bilden. Wegen der schlechten Unterrichtsversorgung siedeln viele Familien in die Hauptstadt-Region um, wo sich ihre Lage aber in der Regel noch verschlechtert. Mit dem erweiterten Schulprogramm wirkt die St. Luc-Stiftung der Landflucht aktiv entgegen. Begleitende Projekte wie eine kleine Klinik, ein Landwirtschaftsprogramm und eine Bäckerei sorgen dafür, dass die Landbevölkerung neue wirtschaftliche Perspektiven entwickeln kann.

Der Schulträger

Der lokale Projektträger Fondation St. Luc ist seit 2000 in der humanitären Hilfe in Haiti tätig und seit 2011 offiziell als haitianische gemeinnützige NRO registriert. Das in der Satzung verankerte Hauptziel liegt in der Armutsbekämpfung und Förderung einer ganzheitlichen Entwicklung von benachteiligten Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Dabei stehen die medizinische Versorgung, die Ausbildung und die Schaffung von Zukunftsperspektiven und sozialer Gerechtigkeit im Vordergrund. 
Die Fondation St. Luc wurde von jungen hoch motivierten Haitianerinnen und Haitianern gegründet, mit dem Ziel Wandel und Fortschritt in Haiti voranzutreiben. 

Heute unterhält die Fondation St. Luc ein landesweites Netzwerk von 32 staatlich anerkannten Grundschulen, eine Sekundarschule für 3.000 Schülerinnen und Schüler, sowie zwei Berufsschulen. Insgesamt profitieren über 13.000 Kinder in Haiti von diesen Bildungsprogrammen. Alle Schulen der Organisation stehen den Kindern armer Familien kostenlos bzw. gegen einen symbolischen finanziellen Beitrag zur Verfügung.

Seite zur Initiative: https://www.nph-kinderhilfe.org/eine-schule-fuer-haiti

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Presse agathe.freudl@nph-kinderhilfe.org Mon, 31 May 2021 10:30:00 +0200
Coronavirus in Haiti - Infektionszahlen steigen https://www.nph-kinderhilfe.org//news/newsdetail?tx_ttnews%5Btt_news%5D=7595&cHash=8919b56f2a4eeca265a80be929684fa0 Lange schien es, als sei die Corona-Pandemie an Haiti vorübergezogen. Jetzt schnellt die Zahl der... Im Corona-Zentrum unserer Partnerorganisation Fondation St. Luc in Port-au-Prince ist die Zahl der COVID-19-Behandlungen innerhalb einer Woche um das Achtfache gestiegen. Das mag auch im Zusammenhang mit der Entdeckung der britischen und indischen Mutante in Haiti liegen. Die hat das haitianische Gesundheitsministerium bekannt gegeben.

Das St. Luc Krankenhaus versucht sich zu wappnen. Neben den seit über einem Jahr geltenden Hygiene- und Abstandsregelungen werden gerade weitere Not- und Vorsichtsmaßnahmen getroffen.

Zu den sorgfältigen Hygienemaßnahmen im St. Luc-Krankenhaus gehört auch das Desinfizieren der Schuhe

Das Desinfizieren der Schuhe – für jeden, der das COVID-Zentrum im St. Luc-Krankenhaus betritt.

Noch ist das St. Luc-COVID-Zentrum in der Lage, Betroffene zu behandeln. Das Personal arbeitet dabei am Anschlag. Und aufgrund der desolaten wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Zustände fehlt es an allem - Medikamenten, Verbandsmaterialien, Personal.

Die Not der Menschen in Haiti

Seit September 2020 liegt die Wirtschaft Haitis am Boden. Die Preise für das tägliche Leben sind um 30 Prozent gestiegen. Die Krankheit COVID-19 stand – so schien es – nie im Zentrum des öffentlichen Interesses. Vielmehr war es die wirtschaftliche Not, die Armut und die Unsicherheit der Menschen darüber, in welche Zukunft das Land steuert. Die Unzufriedenheit darüber entläd sich immer wieder in gewalttätigen Ausschreitungen, Hass und Gewalt auf der Straße.

Das Leid der Menschen ist groß und die Realität ist: Seit März 2020 ist das Coronavirus in Haiti. Jetzt steht den Menschen eine zweite Welle bevor.

Der Kampf gegen das Coronavirus

Im Krankenhaus unserer Partnerorganisation, wie auch in unserem Kinderkrankenhaus St. Damien, wurden die medizinischen Kapazitäten im letzten Jahr hochgefahren. Im St. Luc COVID-Zentrum konnten 120 zusätzliche Betten bereitgestellt werden. Es gelten strikte Hygienemaßnahmen zu beachten, Schutzkleidung wie Handschuhe, Gesichtsmasken und Hygienekits anzuschaffen und Personal, wie auch Patienten in die neuen Vorsichtsregeln einzuweisen.

St. Luc ist gerüstet, um der Pandemie zu begegnen. In Francisville läuft die eigene Produktion von Sauerstoff. Das Team arbeitet gerade im 24-Stunden-Betrieb.

Bitte helfen Sie den Erkrankten in Haiti

Der von der St. Luc Fondation produzierte Sauerstoff reicht jedoch nicht aus. In Nicht-COVID-Zeiten deckt die Produktion den Bedarf der eigenen Krankenhäuser und auch den von Partnerkliniken. Aktuell jedoch muss St. Luc bereits gefüllte Sauerstoffflaschen dazukaufen. Pro Patient kostet dieser Sauerstoff täglich 42 EUR.

Außerdem benötigt unsere Partnerorganisation dringend Handtücher, Spannbettlaken und Vitamine, die das Immunsystem stärken.

Pater Richard leistet Beistand und Trost - auch das ist unerlässlich in diesen schweren Zeiten.

Pater Richard leistet Beistand und Trost - auch das ist unerlässlich in diesen schweren Zeiten.

Die Not wächst! Bitte helfen Sie und spenden Sie, damit den am Coronavirus erkrankten Menschen in Haiti geholfen werden kann.

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Nachrichten_von_nph miriam.moertl@nph-kinderhilfe.org Wed, 19 May 2021 13:39:19 +0200
Zum Muttertag den Ursprung des Lebens schätzen https://www.nph-kinderhilfe.org//news/newsdetail?tx_ttnews%5Btt_news%5D=7383&cHash=c7944e877b72486a730882a179a03e93 Jedes Kind auf dieser Erde verdankt sein Leben einem ganz besonderen Menschen: Einer Mutter, die... Während es einerseits Frauen gibt, die sich nichts sehnlicher wünschen als ein Kind, gibt es andererseits auch Mütter, die von ihrer Schwangerschaft überrascht wurden oder ihr Kind aus verschiedenen Gründen in einem problembehafteten Umfeld zur Welt bringen müssen. Bereits bei der Geburt fehlt vielen Frauen die dringend benötigte Unterstützung und medizinische Hilfe. nph setzt deshalb bereits zu diesem frühen Zeitpunkt mit einer vollumfänglichen Unterstützung an. Dadurch haben beispielsweise Mütter in Haiti die Möglichkeit, ihr Kind unter guten medizinischen und menschlichen Bedingungen im nph-Krankenhaus St. Damian zu entbinden.

Feliz Dia Mama - Glücklicher Muttertag

Unterstützung für Mütter, die ihre Kinder nicht versorgen können

Auch in der Zeit danach kann es für Mütter erforderlich sein, Hilfe in Anspruch nehmen zu müssen – ob aus finanziellen, gesundheitlichen oder sozialen Gründen. Insbesondere in finanziell schwächeren Ländern fehlt es oftmals an staatlichen Unterstützungsangeboten. Ohne verschiedene Angebote von Hilfsorganisationen würden sicherlich deutlich mehr Kinder an einer Unterversorgung leiden. In den nph-Kinderdörfern in Lateinamerika finden daher Kinder ein Zuhause, deren Eltern sie in der Vergangenheit nicht ausreichend mit Nahrung, Liebe oder anderen wichtigen Elementen versorgen konnten.

Zum Muttertag führen die Kinder im nph-Kinderdorf eine große Aufführung zu Ehren ihrer Mütter auf.

Zusammenführung mit der Familie unter verbesserten Bedingungen

In den nph-Kinderdörfern können die Kinder unbeschwert in einer liebevollen Familie aufwachsen. Keinesfalls soll dies jedoch den Kontakt und Umgang mit den leiblichen Eltern unterbinden. Regelmäßige Besuche sind erwünscht und das vordergründige, langfristige Ziel ist in den meisten Fällen eine Zusammenführung der Familie anzustreben. Während die betroffenen Kinder in der Obhut der nph-Kinderdörfer aufwachsen, werden die Familien mit verschiedenen Programmen auf dem Weg in eine bessere Zukunft begleitet.

Zum Muttertag treffen viele Kinder ihre Mütter beim großen Fest im nph-Kinderdorf.

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Nachrichten_von_nph agathe.freudl@nph-kinderhilfe.org Wed, 05 May 2021 10:03:00 +0200
Eine Klinik für Arme in Honduras von nph https://www.nph-kinderhilfe.org//news/newsdetail?tx_ttnews%5Btt_news%5D=7379&cHash=89a19436c631bd454af7ef96dc6d0d37 In Honduras, einem Land mit großer Armut, versorgt die nph-Klinik kleine und große Patienten aus... Ein Mangel an Geld führt dazu, dass Familien nicht in der Lage sind, ausreichend gesunde Lebensmittel kaufen zu können. Kinder benötigen aber für eine gesunde Entwicklung regelmäßige nährstoffreiche Mahlzeiten. Und sie brauchen auch altersbedingte Vorsorgeuntersuchungen. Doch bei einem geringen Verdienst sind Arztbesuche und routinemäßige Vorsorgemaßnahmen undenkbar. Armut hindert ein Kind daran, auch nur die grundlegendsten Gesundheitsleistungen in Anspruch zu nehmen.

Gesundheit bedeutet Zukunft

Bei nph ist man der festen Überzeugung, dass jedes Kind eine gute Gesundheitsförderung verdient, weil jedes Kind eine Zukunft verdient. Deshalb hat nph Honduras 1988 auf dem Gelände des Kinderdorfes die eigene Klinik für arme kleine und große Patienten aus den umliegenden Gemeinden geöffnet. Die professionelle medizinische Versorgung steht allen zur Verfügung und das zu Preisen, die sich jede Familie leisten kann.

Der Doktor hört den Jungen ab, um festzustellen, ob sich der Husten schon etwas gelöst hat.

Rundumversorgung

Neben der Klinik gibt es eine Apotheke und ein medizinisches Labor auf dem Gelände. Patienten, ob jung, ob alt, Frauen und Männer, kommen jede Woche von montags bis freitags. Täglich sind es etwa 20 bis 25 Patienten. Im Jahr hilft die Klinik zirka 3.000 Menschen mit gesundheitlichen Problemen. Überwiegend haben die Menschen Probleme mit dem Blutdruck, mit Atemwegserkrankungen oder Diabetes. Die Kleinen kommen meistens wegen verschiedener Kinderkrankheiten.

Schwester Rosa misst bei dem Jungen die Temperatur.

Gesundheitserziehung

Die nph-Mitarbeiter versorgen die Patienten aber nicht nur mit den nötigen ärztlichen Untersuchungen und Medikamenten. Zusätzlich erhalten alle die notwendigen Informationen, um mögliche Änderungen in ihrem Verhalten und beim Essen vorzunehmen. Monatliche Gespräche zur Gesundheitserziehung runden das Angebot des medizinischen Personals ab.

Die Diabetikpatienten bekommen eine Schulung für gesundes Essen.

Bildung einer gesunden Gesellschaft

Durch die Bereitstellung einer professionellen und preisgünstigen medizinischen Versorgung bleiben die Mütter und Väter gesund und können dadurch einer bezahlbaren Arbeit nachgehen. Gesunde Kinder arbeiten konzentrierter in der Schule mit und haben so die Möglichkeit, später eine Ausbildung zu machen. Ein Ausweg aus der Armut rückt in greifbare Nähe. Indem nph den Familien aus den Nachbargemeinden hilft, gesund zu bleiben, wächst die Chance, dass die Familien zusammenbleiben und aktiv die Gesellschaft positiv unterstützen können.

Ein Patient erreicht die Klinik zur Behandlung.

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Nachrichten_von_nph claudia.wohlert@nph-kinderhilfe.org Wed, 24 Mar 2021 17:00:00 +0100
„Der Familienrichter bestimmt den Kontakt zur Familie“ https://www.nph-kinderhilfe.org//news/newsdetail?tx_ttnews%5Btt_news%5D=7358&cHash=dda088462403ffe7ea73de76cd4d03a6 Markus Streit, Koordinator im pädagogischen Team, erklärt, welchen Stellenwert Familie in... Damit die Kinder in den Kinderdörfern optimal betreut werden, schult ein internationales nph-Team aus Pädagogen und Psychologen die MitarbeiterInnen.


Markus Streit (links im Bild) bei einer Mitarbeiterschulung.

Eine Familie ist für Kinder wichtig

nph: Warum ist die Familie so wichtig für ein Kind?

Markus Streit: Ein Kind wird in die Abhängigkeit von seinen Eltern hineingeboren. Es kann in den ersten Jahren nicht ohne die intensive Pflege und Erziehung durch die Erwachsenen überleben. Es erlernt in der Familie die Sprache, grundlegende Fertigkeiten, gesellschaftliche Normen und soziale Kompetenzen. Dort entwickelt es seine Persönlichkeitsstrukturen, Charaktereigenschaften, Erlebensweisen und Einstellungen. So wird in der Familie das Fundament für seine weitere Entwicklung gelegt. Das Kind wächst in einem sozialen Milieu auf, in dem seine Bezugspersonen ganz individuell auf seine einzigartigen Eigenschaften, Bedürfnisse und Emotionen eingehen.

nph: In Lateinamerika hat die Familie einen anderen Stellenwert als zum Beispiel in Westeuropa. Wie äußert sich das?

Markus Streit: In den Ländern Lateinamerikas ist es schwierig, ein eigenständiges Leben ohne Zugriff auf Familienangehörige oder Verwandte zu führen. Die Familien haben untereinander einen starken Zusammenhalt und sind gleichzeitig viel stärker abhängig voneinander. In Europa kann sich ein junger Erwachsener entscheiden, ob er etwas mit seiner Familie zu tun haben möchte oder nicht. In Lateinamerika suchen die erwachsenen Kinder den Kontakt zu ihren Verwandten, die Familie ist bestimmend für ihr Leben. Deshalb hat nph Projekte entwickelt, um die Geschwisterbindung in den Kinderdörfern aufrechtzuerhalten.

nph stärkt die Familienzugehörigkeit der Kinder

nph: Was unternimmt nph im Einzelnen, um die Familienzugehörigkeit unter den Geschwistern zu stärken?

Markus Streit: In den nph-Dörfern, Honduras ausgenommen, leben die Kinder alters- und geschlechtsgetrennt. Demzufolge wohnen die Geschwister in verschiedenen Kinderhäusern und sehen sich außer beim Gottesdienst, gemeinsamen Festen und auf dem Pausenhof nicht so oft. Damit die Geschwister sich nicht aus den Augen verlieren und die Familienzugehörigkeit nicht verloren geht, wurden zielgerichtete Aktivitäten eingeführt. Meistens wird von Freiwilligen, die in der Regel ein Jahr ihr Leben mit Kindern teilen, das Projekt „Familientreffen“ übernommen. In einigen Ländern machen das auch Erzieher.

nph: Was verstehen Sie darunter?

Markus Streit: In den Kinderhäusern besteht oft nicht die Möglichkeit, gemeinsam Pizza, einen Pudding oder einen Schokoladenkuchen zu machen. Also wird das in dem Projekt gemacht. Vorab wird immer geklärt, was sie an dem Treffen zusammen machen wollen, auch wenn es nur zwei Geschwister sind. Das Projekt hat immer oberste Priorität.

Kinder ohne Geschwister haben auch dieses Projekt. Sie treffen sich in gemischten Kleingruppen von drei bis sechs Kindern gleichen Alters und kochen beziehungsweise spielen gemeinsam.

nph: Spielen die Geschwister ansonsten nicht miteinander?

Markus Streit: Jedes Kind hat viele Möglichkeiten in seiner Gruppe mit Gleichaltrigen zu spielen. Am Wochenende kommt es aber vor, zum Beispiel wenn es einen gemeinsamen Speisesaal gibt, dass sich die Geschwister sehen und in Familiengruppen gemeinsam essen. Auch die Cousinen und Cousins sitzen oft mit am Tisch. Diese Essen werden von den Erziehern und Freiwilligen begleitet.

nph: Gibt es noch weitere Familienprojekte?

Markus Streit: Der Kontakt zur Ursprungsfamilie wird stark gepflegt. Pro Jahr gibt es etwa fünf bis sechs Familientage, an denen die Familienmitglieder von außen zu Besuch kommen. Mehr als die Hälfte der Kinder erhält dann Besuch. Sind die Eltern zu arm, um die Fahrt zu bezahlen, übernimmt nph die Kosten. Kann die Familie an dem Besuchstag nicht kommen, wird ein anderer Termin gesucht. Auch in der übrigen Zeit bleiben die Kinder mit der Familie in Kontakt. Bei einer ernsthaften Erkrankung eines Familienmitgliedes begleitet ein Sozialarbeiter das Kind auch ins Krankenhaus.

Familienrichter bestimmen den Kontakt zur Familie

nph: Am Wochenende verlassen zum Teil die Kinder die Dörfer. Wer bestimmt, welches Kind zu den Angehörigen fahren darf?

Markus Streit: Der Familienrichter bestimmt den Kontakt zur Familie. Die Kinder werden dann in regelmäßigen Abständen zu ihren Angehörigen gebracht und je nach Möglichkeit verbringen sie dort einen Tag oder auch die Nacht. In El Salvador zum Beispiel fahren Freitagnachmittag viele Kinder zusammen mit Sozialarbeiterinnen im Bus zu den Familienangehörigen. Diese bringen sie am Sonntag wieder zurück. Das wurde vom Familienrichter angeordnet.

Dürfen die Kinder lediglich ein paar Stunden zu ihren Angehörigen, fahren sie Samstagmorgen los und abends sammelt der Bus sie wieder ein. Es ist eine logistische Herausforderung, da jedes Kind die gleiche Zeit bei den Angehörigen verbringen soll, aber machbar.

nph: Kommt es auch zu Problemen bei den Familientreffen?

Markus Streit: In der Regel ordnet das Familiengericht an, dass die Kinder zu nph kommen. Grundlage solcher Anordnung sind massive Probleme im Familienleben. Die Kinder werden misshandelt, die Eltern sind drogenabhängig, die Lebensumstände so prekär, dass eine Versorgung der Kinder nicht ausreichend gewährleistet ist. Verändert sich die Lebenssituation der Familie nach einiger Zeit, zum Beispiel verlässt die Mutter den gewalttätigen Partner, kann es zu einer neuen Kontaktaufnahme mit dem Kind im Kinderdorf kommen. Diese Treffen zwischen Mutter und Kind finden in Begleitung eines Sozialarbeiters statt. Oft haben die einzelnen Familienmitglieder Probleme, miteinander zu reden. Die Begegnung zwischen Familienangehörigen, die sich viele Jahre nicht gesehen haben, ist schwierig. Die kleinen Kinder kennen nur aus Erzählungen der älteren Geschwister die Lebenssituation vor nph. Und auch eine Mutter weiß oft nicht, wie sie reagieren soll.

Sozialarbeiter von nph betreuen Kinder und Familie

nph: Gibt es noch weitere unterstützende Prozesse, um ein Familiengefühl bei den Kindern zu erzeugen?

Markus Streit: Alle Geschwisterkinder haben regelmäßige Treffen mit einer Sozialarbeiterin oder einem Sozialarbeiter. Zu diesem Treffen kommen alle Geschwister, auch die, die aufgrund von Ausbildung oder Studium außerhalb des Kinderdorfes wohnen. In einer gemütlichen Atmosphäre reden sie darüber, wie es ihnen geht und was sie von der Familie wissen. Es ist sehr wichtig, die Familiengeschichte durchzusprechen. Kommen die Kinder sehr jung zu nph, können sie in der Pubertät Phantasien entwickeln, dass ihre verstorbene Mutter sie abholen kommt. Es ist dann notwendig, sie mit der Realität zu konfrontieren und den Trauerprozess zu begleiten.

Alle diese Programme dienen dazu, den Geschwisterzusammenhalt zu stärken. Denn wenn die Kinder nph verlassen, ist diese Verbindung lebenswichtig für sie.


Sozialarbeiter von nph besuchen die Kinder in ihren Familien und reden über ihre Situation.

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Nachrichten_von_nph claudia.wohlert@nph-kinderhilfe.org Mon, 01 Mar 2021 08:00:00 +0100