nph Kinderhilfe Lateinamerika Nachrichten https://www.nph-kinderhilfe.org/ Neueste Nachrichten von nph Kinderhilfe Lateinamerika de nph Kinderhilfe Lateinamerika Nachrichten https://www.nph-kinderhilfe.org/typo3conf/ext/tt_news/ext_icon.gif https://www.nph-kinderhilfe.org/ 18 16 Neueste Nachrichten von nph Kinderhilfe Lateinamerika TYPO3 - get.content.right http://blogs.law.harvard.edu/tech/rss Wed, 22 Jan 2020 09:13:00 +0100 Bau der Trinkwasseranlage für Schulkinder in Haiti beginnt https://www.nph-kinderhilfe.org//news/newsdetail?tx_ttnews%5Btt_news%5D=7483&cHash=aa7640f0dc451481f4826e360751f1ee Dank Ihrer großzügigen Unterstützung anlässlich der nph-Weihnachtsaktion "Sauberes Wasser für... Fünf Unternehmen aus dem Raum Karlsruhe haben zusätzlich jede Spende für dieses Projekt verdoppelt. Insgesamt 40.000 EUR kamen für die Trinkwasseranlage zusammen, um Kindern und ihren Familien über die nächsten Jahre kostenfreien Zugang zu sauberes Wasser zu ermöglichen.

Diese Unternehmen haben Ihre Spenden verdoppelt:

  • WIBU-SYSTEMS AG (Karlsruhe)
    Wibu-Systems ist ein innovativer Technologieführer auf dem globalen Markt für Softwarelizenz-Lebenszyklusmanagement und bietet auch Softwareschutz.
  • gbm Gesellschaft für Baugeologie und -meßtechnik mbH Baugrundinstitut (Ettlingen)
    Seit fast 40 Jahren ist gbm Experte für die Erkundung, Begutachtung, Überwachung, Planung und Beratung in den Bereichen Geotechnik, Hydrogeologie, Tunnel- und Erdbau sowie Deponien.
  • Herbold Projekt & Consulting GmbH (Ettlingen)
    Auf Basis von 30 Jahren Erfahrung in der Immobilienwirtschaft hat sich die Herbold Projekt & Consulting GmbH auf die Projektentwicklung von Immobilien, die Beratung von Investoren und die Verrentung von Immobilien spezialisiert.
  • Nicole Reflection (Karlsruhe)
    Mit ihrer großen Leidenschaft für Farben schafft die Karlsruher Künstlerin kraftvolle Farbkompositionen. Ihr Engagement für nph sie erklärt so: „Kinder sind das schönste Bunt!“
  • econda GmbH (Karlsruhe)
    econda bietet State of the Art SaaS-Lösungen im E-Commerce an. Wir sind langjähriger nph-Partner aus Leidenschaft und stolz, Teil der Fairen Fünf zu sein.

Über 30.000 Menschen profitieren vom sauberen Wasser

Wiederholt fiel den LehrerInnen in den nph-Straßenschulen in den Slums und ländlichen Gebieten in Haiti der schlechte Gesundheitszustand der Kinder auf. Denn in den Vierteln der Schulen haben die meisten Kinder keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Die Kinder sind oft krank und unkonzentriert. Fehlendes sauberes Wasser behindert so auch gute schulische Leistungen.

Das Wasserproblem in Haiti

Fließendes Wasser aber gibt es in den einfachen Hütten der Familien nicht. Trinkwasser in Flaschen ist für die Bewohner dieser Gebiete unbezahlbar.

Bessere Gesundheit bringt Perspektiven für Kinder

Durch Trinkwasseranlagen in Schulen verbessert sich die Situation spürbar: der Gesundheitszustand der Kinder verbessert sich wesentlich, sie sind konzentrierter, können sich besser konzentrieren, ihre schulischen Leistungen steigen und damit die Chance durch Bildung den Kreislauf der Armut zu durchbrechen.

Wasser ist Leben

Marc Marshall unterstützt Kinder

Auch Marc Marshall, der die Aktion tatkräftig unterstützt, ist beeindruckt. "Ich bin begeistert mit wieviel Herzblut und Engagement sich Menschen in ganz Deutschland für das Wohl von Kindern in Haiti einsetzen. Ich fühle mich sehr wohl in dieser starken Gemeinschaft, die wirklich eine Veränderung für die Menschen vor Ort will," sagt der bekannte Entertainer.

Marc Marshall - nph Botschafter - unterstützt tatkräftig den Bau der Trinkwasseranlage an einer Schule in Haiti.

Das Wohl der Kinder ist dem ausgeprägten Familienmenschen sehr wichtig. Dafür setzt er sich ein: „Als nph-Botschafter möchte ich allen Spendern, die den Erfolg dieser Aktion möglich gemacht haben, von ganzem Herzen danken! Nur wenn wir alle den Kindern ausreichend Liebe, Frieden und Respekt entgegenbringen, wird sich ihre Situation zu ihrem Wohl verändern.

Dafür möchte er auch weiterhin Menschen begeistern. Deshalb freuen wir uns auf sein Benefizkonzert für die nph-Kinderhilfe am 07. März in der Ev. Stadtkirche Karlsruhe.

Sie sind herzlich eingeladen zu einem sehr persönlichen Abend mit einem Künstler, der für diesen Abend auf seine Gage verzichtet und sich ganz für die gute Sache einsetzt.

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Nachrichten_von_nph detlef.vonhouwald@nph-kinderhilfe.org Wed, 22 Jan 2020 09:13:00 +0100
Zehn Jahre nach dem Erdbeben in Haiti https://www.nph-kinderhilfe.org//news/newsdetail?tx_ttnews%5Btt_news%5D=7482&cHash=c8a4c13223dec9b104b10ee8720b8d4c Am 12. Januar 2010 bebte in Haiti die Erde – Zehnter Jahrestag erinnert an die schreckliche... Als am 12. Januar 2010 die Erde bebte, stürzten historische Gebäude, Kliniken, Schulen und Hütten wie Kartenhäuser zusammen. 316.000 Menschen starben, viele wurden verletzt und schätzungsweise 1,85 Millionen obdachlos.
Haiti, der ohnehin ärmste Staat der westlichen Welt, erlebte einen Albtraum. Jeder Dritte war von dieser Katastrophe betroffen.Das Beben erschütterte die Hauptstadtregion, in der die Menschen in den unzähligen Armenvierteln bereits zuvor schon in improvisierten Unterkünften ohne fließendes Wasser lebten.Zahlreiche Hilfsorganisationen waren schnell vor Ort. Sie brachten Hilfsgüter, Nahrungsmittel sowie medizinische Teams zur Erstversorgung ins Land. Katastrophenhilfe dort zu leisten, wo sie am Dringendsten notwendig war, war die Herausforderung der Stunde.

Versorgung der Verletzten vor dem Krankenhaus St-Damien.

Versorgung der Verletzten vor dem Krankenhaus St-Damien.

nph leistet schnell konkrete Nothilfe vor Ort

Da nph Haiti seit 1987 vor Ort ist und zusammen mit der Schwesterorganisation St. Luc über einen großen haitianischen Mitarbeiterstab und entsprechende Logistik verfügt, konnte sofort mit der Nothilfe begonnen werden.

Mit einem ersten Nothilfe-Budget von 400.000 US Dollar und mehr als 500 Mitarbeitern, darunter viele ehemalige Kinder und Jugendliche, die bei nph aufgewachsen sind, begann bereits zwei Tage nach dem Beben der humanitäre Dauereinsatz. Die Ärzte im nph-Kinderkrankenhaus „St. Damien“ behandelten Schwerstverletzte jeden Alters. Das Gebäude erwies sich als erdbebensicher und hatte nur kleinere Risse am Putz, sodass notwendige Operationen rund um die Uhr an sieben Tagen die Woche stattfinden konnten. Traumatisierte Patienten, die sich aus Angst nicht in das Gebäude wagten, wurden im Freien und unter Zeltplanen versorgt.
Kinder, die das Beben zu Waisen gemacht hatten, fanden in den nph-Zeltlagern Betreuung. Viele Frauen erlitten Frühgeburten, sodass eine Geburtsklinik eingerichtet wurde. Es galt, die vielen freiwilligen Helfer zu koordinieren und entsprechend einzuweisen. Eine Herkulesaufgabe angesichts der katastrophalen Umstände, die es zu meistern galt.

Eine durch das Erdbeben obdachlos gewordene Familie.

Eine durch das Erdbeben obdachlos gewordene Familie.

Zusätzliche Herausforderungen in der medizinischen Erstversorgung und langfristigen Betreuung

Rund 1,3 Millionen Haitianerinnen und Haitianer lebten nach dem Beben in Notunterkünften. Durch zeitweilig installierte mobile Kliniken konnten viele Menschen mit einfachen medizinischen Maßnahmen versorgt und betreut werden.
Das medizinische Team von nph registrierte und behandelte allein in den ersten drei Wochen mehr als 10.000 Patienten. Am Ende des Jahres waren es 50.000.
Im Herbst 2010 brach zusätzlich eine Cholera-Epidemie aus, die sich wegen der unhaltbaren hygienischen Zustände in den Armenvierteln ungehemmt verbreitete und viele weitere Todesopfer forderte.  
Anfang November fegte Hurrikan Tomas über Haiti und verschlimmerte die ausweglose Situation der vom Erdbeben betroffenen Menschen weiter. Die schweren Regenfälle beschleunigten zusätzlich die Ausbreitung der Cholera.

Aus Provisorien entwickelten sich langfristige Angebote und Projekte für die Menschen vor Ort

Die Katastrophen des Jahres 2010 waren für die Menschen in Haiti  ein Trauma und bremsten die Entwicklung des Landes.

Allerdings entstanden im Zug der Nothilfe von nph Kinderhilfe Lateinamerika viele langfristig angelegte Projekte, die bis heute bestehen und unzähligen Kindern und deren Familien nachhaltig helfen. Ein entscheidender Erfolgsfaktor für die Nachhaltigkeit ist die Arbeit auf Augenhöhe im direkten Dialog mit den Menschen vor Ort.

Zu den Erfolgsgeschichten der Nothilfe gehören die erdbebensicher aufgebauten Grundschulen der Fondation St. Luc. Sie ersetzten nach und nach die einfachen, zerstörten Straßenschulen und hielten bereits erneuten Naturkatastrophen stand, wie dem Hurrikan Matthew 2016.

33 Grundschulen bilden ein solides Netz von Bildungsreinrichtungen für die Ärmsten. Zudem entstehen derzeit Trinkwasserstationen an Schulen, die auch die Bevölkerung in den umliegenden Vierteln mit sauberem Wasser versorgen.

Ein weiteres wichtiges Projekt ist der Häuserbau in Cité Soleil und Wharf Jeremie, zwei Armenvierteln in Port-au-Prince. Mehr als 300 Häuser sind bereits gebaut und werden teilweise mit Solarenergie ausgestattet. Sie bringen den Menschen Würde und – das ist das Entscheidende – die Hoffnung auf ein besseres Leben.
So hilft nph Kinderhilfe in Haiti seit vielen Jahren sehr aktiv und bestens vernetzt mit Partnerorganisationen vor Ort
Seit 1987 leistet nph Haiti ununterbrochen Entwicklungshilfe, seit 2000 gemeinsam mit der haitianisch geführten Schwesterorganisation Fondation St. Luc. Mit umfangreichen Programmen, die zum Teil nach der Naturkatastrophe in den Bereichen Umwelt & Selbstversorgung, Bildung und humanitäre Hilfe weiterentwickelt und ausgebaut wurden.
Zur Philosophie von nph gehört es, Menschen Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten. Mehr als 83.000 Haitianer nehmen jährlich die schulischen und medizinischen Angebote von nph in Anspruch.
Die insgesamt etwa 1.900 Mitarbeiter, eine hervorragende landesweite Vernetzung und der gute Kontakt zu den Gemeinden und anderen Organisationen ermöglichen es, jederzeit schnell zu agieren und die Maßnahmen an den Bedürfnissen der Menschen auszurichten.

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Presse agathe.freudl@nph-kinderghilfe.org Sun, 12 Jan 2020 13:48:00 +0100
nph und Haiti – eine enge Verbindung https://www.nph-kinderhilfe.org//news/newsdetail?tx_ttnews%5Btt_news%5D=7480&cHash=8cc0cbbc9c2ffaf536cf06420e30f972 Nothilfe in Krisenzeiten ist überlebenswichtig. Das hat die Arbeit der Hilfsorganisationen nach dem... Seit 1987 ist die nph-Kinderhilfe in Haiti aktiv – ursprünglich mit dem einen Ziel, Waisenkindern ein liebevolles Zuhause zu geben. Aus dem Bedarf der Bewohner vor Ort haben sich im Laufe der Zeit neue Anforderungen an die Hilfsorganisation entwickelt. Die Angebote sind umfassender und beziehen die Familien bedürftiger Kinder mit ein. Sonja Smolka und Cassagnol Destiné, selbst gebürtiger Haitianer, sind beide seit vielen Jahren für die nph-Kinderhilfe als Projektkoordinatoren tätig. Sie erläutern, warum nph in Haiti besonders verwurzelt ist und warum die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Experten sind in dem, was sie tun.

nph Projektkoordinatoren Haiti: Sonja Smolka und Cassagnol Destigné.

nph-Projektkoordinatoren Haiti: Sonja Smolka und Cassognol Destiné

Ganz kurz: Was macht nph heute in Haiti?

Sonja Smolka: „Es gibt das Kinderdorf St. Hélène in den Bergen von Kenscoff, etwa 40 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Port-au-Prince sowie das so genannte Babyhaus S. Anne für Kleinkinder in Tabarre nahe der Hauptstadt. Zum Kinderdorf gehört eine Schule, die zusammen mit mehr als 30 weiteren Grundschulen und mehreren weiterführenden Schulen ein enges Bildungsnetz bilden. Diese Schulen stehen auch den Kindern der Nachbarschaft offen. Von den Bildungsprogrammen von nph und der Schwesterorganisation St. Luc profitieren rund 13.000 Schulkinder.

Ca. 400 Kinder leben in der Obhut von nph in Haiti.

Über 400 Kinder leben dauerhaft bei nph in Haiti.

In der Obhut unserer Institutionen leben dauerhaft 400 sowohl behinderte als auch nicht behinderte Kinder. Dazu kommen zwei Rehabilitationszentren für behinderte Kinder und Erwachsene. Allein in unserem St.-Damien-Kinderkrankenhaus in Tabarre mit jährlich rund 80.000 Behandlungen arbeiten 558 Menschen – 67 davon Ärzte! In Kooperation mit der Partnerorganisation Fondation St. Luc betreiben wir das St.-Luc-Krankenhaus für Familien. Im Ausbildungs- und Produktionszentrum Francisville bilden wir junge Menschen in verschiedenen Berufen aus und produzieren Lebensmittel und andere dringend benötigte Güter.“

Auf dem riesigen Gelände von nph in Haiti befinden sich viele Einrichtungen in unmittelbarer Nachbarschaft. Im Vordergrund ist das nph-Kinderkrankenhaus St. Damien zu sehen.

Auf dem riesigen Gelände von nph in Haiti befinden sich viele Einrichtungen in unmittelbarer Nachbarschaft. Im Vordergrund ist das nph-Kinderkrankenhaus St. Damien zu sehen.

Das ist ja viel mehr als in anderen Ländern, wo sich die Arbeit von nph stärker auf die Kinderdörfer fokussiert. Warum ist das so?

Cassagnol Destiné: „Weil wir gemerkt haben, dass es langfristig nicht hilft, nur den Kindern zu helfen. Wenn die Eltern nicht genug zu essen haben, keinen Zugang zu medizinischer Versorgung und sauberem Trinkwasser und Informationen über den hygienischen Umgang damit – dann können sie sich nicht richtig um ihre Kinder kümmern. Wir versuchen die Familien zu stärken, indem wir nach Möglichkeit auch die Situation der Eltern verbessern. Wenn eine Mutter bei der Geburt stirbt, dann bleiben oft viele weitere Kinder ohne Mutter zurück. Das möchten wir zum Beispiel mit unserer noch recht neuen hochprofessionellen Entbindungsstation im St. Damien-Krankenhaus verhindern.“

Die hochmoderne Entbindungsstation bei nph in Haiti betreut Frauen und Kinder vor- und nach der Schwangerschaft.

Die hochmoderne Entbindungsstation bei nph in Haiti betreut Frauen und Kinder vor- und nach der Schwangerschaft.

Welche Entwicklungen gibt es noch?

Sonja Smolka: „Indem wir dem Bedarf der Betroffenen folgen und sie stark machen, leisten wir Hilfe, die sich fortsetzt. Ein wichtiger Punkt ist die Bildung – und zwar von der Grundschule über Berufsausbildung bis hin zu Universitätsstipendien!“

Welche Verbindungen entstehen daraus? Tragen ehemalige nph-Kinder das Erlernte weiter?

Cassagnol Destiné: „Ja! Unsere ‚Kinder’ arbeiten häufig als Erwachsene in unseren Programmen – zum Beispiel in den medizinischen Berufen oder nach der Ausbildung. Die Absolventen der Ausbildung zum Elektro- und Solartechniker arbeiten heute in einer Schulfirma in Francisville. Natürlich ist der Arbeitsmarkt in Haiti schwach und einige gehen ins Ausland, in der Hoffnung auf ein besseres Leben - das muss man realistisch sehen.  Dennoch ist es uns ein großes Anliegen, Perspektiven für die jungen Erwachsenen im Land zu schaffen und damit waren wir bisher auch recht erfolgreich.

Junge Krankenschwestern nach erfolgreichem Abschluß ihrer Ausbildung bei nph in Haiti.

Junge Krankenschwestern nach erfolgreichem Abschluss ihrer Ausbildung bei nph in Haiti.

Unsere Arbeit finanziert sich zu einem sehr geringen Teil selbst, aber der Großteil unserer Tätigkeit in Haiti ist spendenfinanziert. Je mehr Spenden wir bekommen, desto umfangreicher kann die Hilfe sein.“

Wie schaffen Sie als westliche Organisation die Nähe zu den Menschen in den Armensiedlungen?

Cassagnol Destiné: „Fast alle Mitarbeiter vor Ort sind Haitianerinnen und Haitianer – auch die verantwortungsvollen Positionen. Wir setzen auf ihr Know-how, auf ihren Expertenblick. Diese Vorgehensweise hat viele Vorteile: Wir können auch in gefährlichen Gebieten wie dem Slum Cité Soleil tätig sein, um den Menschen ein würdigeres Leben zu ermöglichen. Und wir arbeiten eng mit den Communities zusammen.

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Am oberen Bildrand sieht man die neuen Häuser (mit blauen Dächern), Schule und medizinisches Zentrum, die nph mitten im größten Slum in Haiti gemeinsam mit den Einwohnern realisiert.

Ein Beispiel: Wegen der gefährlichen Sicherheitslage in Cité Soleil und den Ausschreitungen, die es bei Essenverteilungen gab, haben viele NGOs in der Vergangenheit die Essenslieferungen eingestellt und sich aus Cité Soleil zurückgezogen. Wir haben eine gemeinsame Lösung mit der Community gefunden.

Weiterer Vorteil von vielen: Wir sind breit aufgestellt: In all den Jahren haben wir uns spezialisiert auf Projekte in den Bereichen Medizin, Erziehung, Ausbildung und nachhaltige Entwicklung. Mit den Projekterfahrungen und unserem Netzwerk an engagierten Menschen vor Ort sind wir auch unter schwierigen Bedingungen in den Armenvierteln handlungsfähig.“

Wie schafft nph es, Begeisterung für diese Vielfalt an Aufgaben aufrechtzuerhalten?

Sonja Smolka: „Viele unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind mit dem Herzen dabei und engagieren sich übermäßig für bedürftige Menschen. Wenn nötig, sind sie bereit, viele zusätzliche Aufgaben zu übernehmen. Und nur so können wir den Alltag in einem dauerhaft von Krisen gebeutelten armen Land bewältigen. Mit viel Improvisationstalent, einer schnellen Anpassungsfähigkeit und dem Mut, zuzupacken, wenn sich Gelegenheiten bieten. Da können wir uns von der haitianischen Bevölkerung inspirieren lassen, die ausgesprochen resilient ist – also in der Lage, mit schwierigen Situationen gut umzugehen und Chancen zu ergreifen.“

Auf Augenhöhe begegnen auch die ausländischen Helfer den Kindern und Familien in Haiti, um gemeinsam ihre Situation zu verbessern.

Auf Augenhöhe begegnen auch die ausländischen Helfer den Kindern und Familien in Haiti, um gemeinsam ihre Situation zu verbessern.

Wie ist die aktuelle Situation in Haiti? Im Herbst mussten ja Schulen geschlossen bleiben, die Versorgunglage war katastrophal ...

Sonja Smolka: „Wir hoffen, dass wir im Januar einen Großteil der Schulen wieder eröffnen können. Die Lage ist etwas ruhiger geworden, aber es liegt eine Spannung über dem Land, die Versorgung ist noch sehr prekär. Man rechnet damit, dass die Gewalt und die Unruhen wieder ansteigen. Deshalb können wir mit unseren Projekten vor Ort weiterhin nur sehr vorsichtig und tagesabhängig agieren. Immerhin: Wir hoffen, mit den Trinkwasseraufbereitungsanlagen in unseren Schulen ab Januar weitermachen zu können!“

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Nachrichten_von_nph cordula.schulze@nph.org Fri, 10 Jan 2020 15:57:00 +0100
Chronik des großen Erdbebens in Haiti zum 10. Jahrestag https://www.nph-kinderhilfe.org//news/newsdetail?tx_ttnews%5Btt_news%5D=7479&cHash=692af046ac8dfff369d5104d20b5ff9b So verliefen die ersten Tage nach dem Erdbeben in Haiti. Wir haben die dramatischen Ereignisse... 12. Januar 2010

Schwere Zerstörungen in Haiti nach dem Erdbeben in 2010

Es trifft jeden Dritten: Am Abend des 12. Januar ereignet sich in Haiti ein schweres Erdbeben – das schwerste in der Geschichte Nord- und Südamerikas. Innerhalb von Sekunden stürzen zahlreiche Gebäude ein und begraben Hunderttausende von Menschen unter sich. Panik bricht aus. Das Epizentrum liegt nur 25 Kilometer entfernt von der Hauptstadt Port-au-Prince mit ihren Slums und Armensiedlungen. Die Schätzungen reichen von 220.000 bis zu 500.000 Todesopfern; die offizielle Zahl lautet 316.000. Ebenso viele Personen werden verletzt und schätzungsweise 1,85 Millionen Menschen obdachlos.

Unmittelbar nach dem Beben beginnen die Überlebenden, mit bloßen Händen in den Trümmern nach Verschütteten zu suchen.

13. Januar 2010

Das alte nph-Kinderkrankenhaus in Haiti stürzte beim Erdbeben 2010 ein.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von nph sitzen im Büro in Karlsruhe und warten unruhig auf Nachricht aus Haiti – sie haben aus den Medien vom Erdbeben erfahren, wissen aber nicht, wie es den Kindern in ihrer Obhut und den Mitarbeitenden vor Ort geht. "Ich kam morgens gegen 8.00 Uhr ins Büro. Im Radio hatte ich von einem Erdbeben in Haiti gehört. Erdbeben kommen in unseren Projektregionen häufiger vor - sind also nichts Ungewöhnliches.

Aber eine Kollegin sagte: 'Ich glaube das ist diesmal schlimmer.' Am Nachmittag verdichteten sich Nachrichten, dass ein Kinderkrankenhaus eingestürzt sei. Wir befürchteten das Schlimmste. In den Nachrichten tauchte das Foto eines eingestürzten nph Gebäudes auf. Die Kollegen vor Ort waren nicht erreichbar”, so erinnert sich Detlef von Houwald aus dem Karlsruher Büro.

Zu diesem Zeitpunkt gibt es im Großraum Port-au-Prince mit seinen 2,6 Millionen Einwohnern lediglich 18 funktionierende Kliniken. Das nph-Kinderkrankehaus St. Damien ist eines davon und kann schon wenige Stunden nach dem Beben Verletzte behandeln. In den ersten drei Wochen nach dem Erdbeben registrieren und behandeln die Ärzteteams in St. Damien mehr als 10.000 Patienten.

14. Januar 2010

Erste Bilder und Infos von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Haiti erreichen das Büro in Karlsruhe. Sie zeigen zerstörte Gebäude und Chaos.

Pater Richard, der die nph-Einrichtungen in Haiti leitet, schreibt im Telegrammstil: "Wir brauchen Mullbinden, Verbandszeug, Desinfektionsmittel, Gipse, Antibiotika, Infusionen und Katheter. DANKE. FR Rick.“

Schon zwei Tage nach dem Beben steht das Karlsruher nph-Büro in engem Kontakt mit anderen Organisationen zur Abstimmung und um Material zu beschaffen. nph hat bereits am Tag nach dem Beben 400.000 US-Dollar als Nothilfe bereitgestellt, damit lebensrettende Maßnahmen starten können.

Das nph-Kinderkrankenhaus versorgt Verletzte unter freiem Himmel.

Seit dem Beben sind 200 Mitarbeiter der Organisation im humanitären Dauereinsatz. Die Mediziner im nph-Kinderkrankenhaus „St. Damien“ behandeln Opfer des Erdbebens. Auch Erwachsene mit schweren Verletzungen werden eingeliefert. Ärzte und Krankenschwestern arbeiten unter schwierigen Bedingungen, denn das Gebäude weist Risse auf und wird aus Sicherheitsgründen geräumt. Die Verletzten werden im Freien und unter Zeltplanen versorgt.

Der nph Wasserlaster bringt Trinkwasser zu den Menschen auf der Straße.

Wichtig für die Menschen in Haiti ist nun die Versorgung mit sauberem Wasser und Lebensmitteln. Hier kann der Tanklastwagen helfen, der in der Vergangenheit dazu genutzt wurde, täglich 80.000 Liter sauberes Wasser in die Slums von Port-au-Prince zu liefern.

15. Januar 2010

Pater Richard schreibt aus dem nph-Kinderkrankenhaus St. Damien, wo mittlerweile hunderte Menschen behandelt werden: „Hallo Freunde, [...] Wir haben uns um die zahllosen Patienten mit ernsten und lebensbedrohlichen Verwundungen gekümmert. Wir tun unser Bestes, unter den Bäumen auf dem Parkplatz. Unsere Vorräte gehen zur Neige. Wir werden die Nacht durcharbeiten und auch danach weitermachen. Kein Geschäft ist geöffnet, auch keine Bank. Diesel wird knapp. Wenn wir keine Lösung finden, haben wir in zwei Tagen keinen Treibstoff und damit keinen Strom mehr. Das Krankenhaus hat kein fließendes Wasser mehr, weil die Leitung zwischen Brunnen und Wasserturm gebrochen ist. Das Gebäude scheint nur oberflächliche Schäden zu haben, aber die Mauer um das Krankenhausgelände ist teilweise zerstört. Betet für uns. Wir beten für euch.

Pater Richard hilft Verletzten.

Monica Gery, Pressesprecherin, schildert ihre Eindrücke aus Haiti: „Der Zustand des Landes ist unbeschreiblich. Die Schäden durch die Hurrikans der letzten Jahre sind nichts gegen die Zerstörungen, die das Erdbeben angerichtet hat. Die Regierung hat angeordnet, dass sich niemand in Gebäuden aufhalten darf, wegen der Nachbeben, die immer wieder auftreten. Die Menschen schlafen nachts auf der Straße oder sitzen in kleinen Gruppen zusammen. Der Strom ist ausgefallen. Es gibt nur noch wenig sauberes Wasser, Lebensmittel und auch die Medikamente gehen aus.

Pater Richard, der nationale Leiter von nph in Haiti, und sein Team schenken den Erdbebenopfern ein würdevolles christliches Begräbnis. Zu Beginn sind es täglich hunderte Menschen, die zu beerdigen sind.

Ein kurzer englischsprachiger Artikel auf abc News fasst die Eindrücke zusammen.

16. Januar 2010

Die Situation in St. Damien spitzt sich zu: 25 Mitarbeiter und 30 Freiwillige behandeln dort 125 Kinder und 600 Erwachsene. 25 Personen benötigen Amputationen. Mehr als 30 Kinder mit Behinderungen aus dem beschädigten staatlichen Krankenhaus der Hauptstadt sind nach St. Damien gebracht worden, wo sie nun versorgt werden müssen.

Soldaten der UN-Mission bringen immer neue Verletzte ins nph-Kinderkrankenhaus.

In den Straßen liegen die Leichen, die von Bulldozern eingesammelt werden.

nph beklagt den Tod zweier Freiwilliger, die unter den Trümmern verschüttet wurden.

Nach wie vor kommt die Hilfe für die Erdbebenopfer in Haiti nur schleppend voran. Über die Dominikanische Republik erreichen erste Hilfslieferungen die Erdbebenopfer. „In der Dominikanischen Republik sind Nahrungsmittel, sauberes Wasser und medizinische Güter in ausreichender Menge vorhanden und können ohne bürokratische Hindernisse direkt zu den Erdbebenopfern gelangen. Der erste Lastwagen ist heute angekommen“, informiert Heiko Seeger, Geschäftsführer von nph in Karlsruhe.

Der Berliner Arzt Peter Tinnemann trifft in Haiti ein und wird die Hilfsmaßnahmen von nph in Haiti mit koordinieren. Tinnemann ist Arzt am Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsökonomie der Charité und war bereits 1996 im Einsatz für nph.

17. Januar 2010

Das nph-Krankenhaus St. Damien wird von Hilfesuchenden geradezu überrannt. Die Menschen benötigen verzweifelt medizinische Versorgung. Es sind 500 bis 700 Patienten im Krankenhaus, das nur für 200 Kinder ausgelegt ist. Rund ein Drittel der Patienten sind Kinder, viele von ihnen jünger als zwölf.

Ab heute kann wieder ein Operationssaal und das Untergeschoss des St.-Damien-Krankenhauses genutzt werden. Gerade rechtzeitig: Die beiden ersten Babys nach dem Erdbeben werden geboren! In den nächsten Tagen kommen in der improvisierten Entbindungs- und Neugeborenenstation weitere 46 Babys zur Welt.

Viele Neugeburten gab es direkt nach dem Erdbeben in Haiti.

Die Talksendung Anne Will hat Haiti zum Thema. Die Schauspielerin Alissa Jung ist zu Gast, die wenige Wochen zuvor die nph-Einrichtungen in Haiti besucht hatte. Sie engagiert sich gemeinsam mit der Moderatorin Janine Ullmann – damals noch Reinhardt – für den Bau von zwei Schulen in den Slums in Wharf Jeremie (Port-au-Prince). Unter den Studiogästen ist auch Dieter Kronzucker, der nph in Deutschland unterstützt.

18. Januar 2010

Die Hilfsorganisation LandsAid schickt medizinisches Personal nach Haiti – ein kompetenter Partner für nph vor Ort, der das Team von St. Damien spürbar entlasten und die Versorgungskapazitäten bis Ende März erhöhen kann. Weitere Organisationen, Verbände, Unternehmen und Privatpersonen helfen mit Geld- oder Sachspenden oder Know-how. So kommt ein Team der „Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiners“ nach Haiti, um mit traumatisierten Kindern zu arbeiten. Ein weiteres Beispiel: Das Hilfswerk „Action medeor“ sorgt für Medikamente und Equipment.

Die Talksendung „Beckmann“ greift mit den beiden Gästen Janin Reinhardt und Alissa Jung das Projekt "Schulen für Haiti" auf.

19. Januar 2010

Im ZDF läuft die "Wir wollen helfen"-Spendengala mit einem Gesprächspartner von nph.

In Haiti ist die Situation eine Woche nach dem Beben kritischer als je zuvor: Die Kinder in nph-Kinderdorf in Kenscoff schlafen noch immer in Zelten. Noch gibt es Essensvorräte, allerdings wird dort der Diesel knapp. Man hofft auf Nachschub über gute Verbindungen zu den Vereinten Nationen.

Nun kommt die dringend benötigte Hilfe bei den Bedürftigen in Haiti an: Eine Hilfsgüterlieferung, organisiert vom nph-Kinderdorf in der Dominikanischen Republik und finanziert vom italienischen Startenor Andrea Bocelli, erreicht Haiti. Ein Lastwagen der US-amerikanischen Hilfsorganisation „Food for the Poor“ liefert Reis und Bohnen sowie medizinische Vorräte und Desinfektionsmittel ans Krankenhaus. Außerdem erhält das Krankenhaus 2.500 Familienrationen Lebensmittel als Spende.

Etwa 200-250 Patienten sind im Krankenhaus in Behandlung. 30 behinderte Kinder sind mittlerweile in unserem Rehabilitationszentrum Kay Germaine untergebracht – neben dem St.-Damien-Krankenhaus. nph arbeitet an einem Aktionsplan, um weiteren verwaisten Kindern helfen zu können.

Von überall her kommen die Patienten zu uns, selbst vom gänzlich anderen Ende von Port-au-Prince, und sie suchen verzweifelt nach medizinischer Hilfe. Noch immer bieten uns viele Ärzte ihre Hilfe an. 20 haitianische Mediziner unterstützen das Krankenhausteam.

Focus Online veröffentlicht ein Interview mit Heiko Seeger mit Focus-Online zur Situation in Haiti. Seeger war und ist Geschäftsführer von nph in Deutschland. Er schildert den Grad der Zerstörung und die Aktivitäten von nph zum Schutz der Kinder im Kinderdorf und den anderen Einrichtungen. Zur Lage der Bevölkerung informiert Seeger: „Vor allem die zunehmende Gewalt in der Bevölkerung ist ein Problem. Zwar hatte das Land schon zuvor eine hohe Gewalt- und Kriminalitätsrate, doch das könnte sich jetzt verschlimmern. Während die Menschen die ersten Tage nach der Katastrophe noch traumatisiert waren, werden sie jetzt aggressiv, da sie nichts zum Essen und kein Wasser haben. So kann es zu Behinderungen bei der Verteilung der Hilfsgüter kommen. Das erschwert die Arbeit der Hilfsorganisationen.“ Als Perspektive für die Zukunft nennt der Leiter von nph in Deutschland das Ziel nachhaltiger Hilfe.

20. Januar 2010

Ein starkes Nachbeben erschüttert Haiti gegen 12.00 Uhr deutscher Zeit. Zum Glück sind alle Kinder und Mitarbeiter von nph wohlauf und schnell im Freien.

Ein kurzes Video zeigt anschaulich die schwierige Situation in Hai

21. Januar 2010

Der Berliner Arzt Dr. Peter Tinnemann ist weiter in Haiti tätig und informiert das deutsche Büro: „Wir haben zehn Kinder von Ärzte ohne Grenzen übernommen, die uns auch Schmerzmittel zur Verfügung stellten. Heute haben wir 50 Patienten im Kinderkrankenhaus St. Damien aufgenommen, von denen wir einige in besser geeignete Häuser für Erwachsene überweisen konnten. Wir haben heute 40 Operationen vorgenommen, dazu 14 Amputationen. Neue Freiwillige kümmern sich um das Eingipsen von Brüchen.“

22. Januar 2010

Im St.-Damien-Krankenhaus fehlt noch immer die Hälfte der Mitarbeiter. Viele von ihnen haben alles verloren und müssen sich um ihre Familien kümmern, oder sie sind selbst verwundet. Daher ist die Arbeit der Freiwilligen umso wichtiger! Die mobilen Ärzteteams sind auch weiterhin aktiv.

Das Krankenhaus wird nun von 25 haitianischen Mitarbeitern bewacht, da die Umrandungsmauer zerstört ist.

Gute Neuigkeiten: Es gibt Impfstoffe gegen Tetanus. Jeder neue Patient im Krankenhaus wird gegen Tetanus geimpft.

Die Lage beruhigt sich aufgrund der angelaufenen Hilfe auch anderer Organisationen etwas: Patienten werden entlassen. Patienten können an andere Krankenhäuser überwiesen werden. Vier Ärzteteams aus den USA und Italien arbeiten in 24-Stunden-Schichten. Es gibt zwei große OP-Säle und einen weiteren kleinen Raum, den wir zu einem OP-Saal umfunktioniert haben. Es werden noch immer Amputationen durchgeführt.

Katastrophale Zustände herrschen in den provisorischen Zeltlagern in Haiti. Die Menschen haben kein Essen, kein Wasser, keine sanitären Anlagen und vor allem keinerlei medizinische Versorgung. Ein medizinisches Team von nph versorgt an diesem Tag 40 Patienten aus einem Zeltlager.

Katastrophale Zustände herrschen in den provisorischen Zeltlagern nach dem Erdbeben in Haiti.

In der Zusammenarbeit mit anderen Hilfsorganisationen entstehen neue Strukturen. Das Ausbildungszentrum von nph wird zum Lager für Hilfsgüter und vorübergehende Unterkunft für den italienischen Zivildienst – einschließlich ihres Hubschrauberlandeplatzes. Dieser Ort – Francisville – beherbergt außerdem eine eigene Bäckerei, in der täglich 5.000 Brötchen gebacken und verteilt werden. Die Möglichkeit der eigenen Lebensmittelproduktion ist in dem verwüsteten Haiti von unschätzbarem Wert.

Auf morgenpost.de erscheint ein Interview mit nph-Geschäftsführer Heiko Seeger. Darin erläutert er, dass viele Kinder „völlig orientierungslos und traumatisiert“ sind und dass mit zunehmendem Kinderhandel in Haiti zu rechnen ist. Zeit Online und Spiegel Online greifen diese Informationen auf.

23. Januar 2010

Karlsruhe schwimmt für Haiti! Von den Eintrittsgeldern aus allen Karlsruher Bädern fließt heute pro Badegast 1,- Euro an die Hilfsorganisationen nph Kinderhilfe und Unicef. Die Sparda-Bank verdoppelt jeden Euro der Bäder. Zusätzlich wurden Spendenkassen aufgestellt. Der Freundeskreis des noch geschlossenen Sonnenbades sammelte ebenfalls. Die gesamte Spendensumme beträgt 20.000 Euro.

26. Januar 2010

Zwei Wochen nach dem Erdbeben gibt es erfinderische Aktionen zugunsten der Opfer. Zum Beispiel veranstaltet eine Schule in Isselburg am Niederrhein einen Sponsorenlauf zugunsten des Projekts „Schulen für Haiti“, das in Kooperation mit der nph-Kinderhilfe langfristig Hilfe leisten soll. Auch "Herzenssache" – die Kinderhilfsaktion von SWR und SR – unterstützt die nph-Kinderhilfe aus Karlsruhe.

Dr. Peter Tinnemann, Arzt aus der Charité in Berlin, gibt weiterhin Statusberichte nach Deutschland durch: Von 140 Patienten im St.-Damien-Krankenhaus sind zwei Drittel Kinder. 60 Kinder sind bis fünf Jahre alt, 35 sind älter. Drei mobile Kliniken haben Patienten in den Notlagern behandelt, jede von ihnen rund 80 Fälle, die meisten davon Kinder.

Nach Schätzungen gibt es noch 20.000 Verletzte und ungefähr 1.000 Menschen, die besonders aufwendige medizinische Hilfe brauchen. Heute haben wir vier Patienten zu diesem Zweck auf das US-amerikanische Krankenhausschiff USS Comfort transportiert.

Eine große Lieferung an medizinischen Hilfsgütern erreicht nph in Haiti, gespendet vom deutschen Fernsehsender RTL. Darüber hinaus kommt ein Monatsbedarf an Reis, Bohnen, Öl und Salz vom "Welt-Ernährungsprogramm" (World Food Programm) an. Die Amerikanische Akademie der Kindermediziner (American Academy of Pediatrics) hat Medizin sowie Gips zur Behandlung von Brüchen geschickt, so dass es nun einen ausreichenden Vorrat gibt. Ebenfalls dankbar ist das Team vor Ort für dringend benötigte Gehhilfen und Krücken, die der Hollywoodstar Sean Penn spendet.

Sean Penn unterstützt die hilfsbedürftigen Menschen nach dem Erdbeben in Haiti.

29. Januar 2010

Mehr einfallsreiche Spendenaktivitäten sorgen dafür, dass Haiti in Deutschland nicht in Vergessenheit gerät: Der Musiker Bon Jovi stellt eine seiner Gitarren für eine Versteigerung bereit. Der Erlös geht an nph zur Hilfe für Kinder in Haiti.

30. Januar 2010

Die nph Kinderhilfe Lateinamerika erhält 360.000 Euro für Haiti von Sternstunden e. V. Der gemeinnützige Förderverein mit Sitz in München hilft kranken, behinderten und Not leidenden Kindern in Bayern, Deutschland und auf der ganzen Welt. Initiator ist der Bayerischen Rundfunk. Das Geld soll dazu verwendet werden, mindestens 200 Waisenkindern ein neues liebevolles Zuhause im nph-Kinderdorf „St. Helene“ zu schaffen.

Provisorische Kinderbetreuung in Zelten nach dem Erdbeben in Haiti von Kindern deren Eltern vermisst werden.

31. Januar 2010

Starfriseure Marcus Piepenburg, Birger Beiland und ihr Team laden Berliner Bürger und prominente Fürsprecher ein, sich für einen Mindestspendenbeitrag von nur 35 Euro die Haare schneiden und stylen zu lassen. Alle Spendeneinnahmen gehen an die Kampagne „Schulen für Haiti“.

2. Februar 2010

Benefizkonzert - Ein Lied für Haiti

"Ein Lied für Haiti" - In Köln findet eine Spendengala aus Musik und Comedy zugunsten der kleinen Erdbebenopfer in Haiti statt. Alle Einnahmen gehen als Spende an das Projekt "Schulen für Haiti", das Alissa Jung und Janine Reinhardt gemeinsam mit der nph-Kinderhilfe betreiben.

6. Februar 2010

Bei einem Gedenkgottesdienst in Port-au-Prince erinnern sich die Gläubigen an die beiden verstorbenen internationalen Freiwilligen und die vielen Erdbebenopfer.

Pater Richard hält Gottestdienste für die Verstorbenen des Erdbebens in Haiti.

20. Oktober 2010

In der Provinz Artibonite im Norden Haitis bricht am 20. Oktober die Cholera aus und fordert nach nur zwei Tagen fast 150 Todesopfer. Grund dafür sind die schlechten hygienischen Bedingungen in den Notunterkünften.

6. November 2010

Hurrikan Tomas fegt über Haiti hinweg und verschlimmert die schlechte Situation der vom Erdbeben betroffenen Menschen weiter. Schwere Regenfälle tragen zur Ausbreitung der Cholera bei.

Dezember 2010

Eröffnung der neuen Schule von Artists for Peace and Justice gemeinsam mit nph

Die nph-Kinderhilfe Lateinamerika dankt der Öffentlichkeit: „Mehr als sieben Millionen Euro haben Förderer in Deutschland uns nach dem Erdbeben anvertraut. [...]Seit 1988 leisten wir ununterbrochen Entwicklungshilfe in Haiti und haben zahlreiche Einrichtungen und Programme aufgebaut. Zu unserer Philosophie gehört es, Menschen Hilfe zur Selbsthilfe zu geben. Deshalb stehen unsere Einrichtungen nicht nur den uns anvertrauten Waisenkindern offen, sondern auch der benachbarten Bevölkerung. Rund 83.000 Haitianer nehmen jährlich unsere schulischen, medizinischen oder therapeutischen Angebote in Anspruch oder erhalten von uns sauberes Wasser und Nahrungsmittel. Nach dem Erdbeben haben wir unsere Hilfsangebote stark erweitert, um insbesondere den traumatisierten Kindern Halt zu geben.

Die Saat für nachhaltige, langfristige Hilfe ist da schon lange gelegt!

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Nachrichten_von_nph cordula.schulze@nph.org Thu, 09 Jan 2020 10:40:00 +0100
Haiti: Zehn Jahre nach dem großen Erdbeben https://www.nph-kinderhilfe.org//news/newsdetail?tx_ttnews%5Btt_news%5D=7478&cHash=98a449296f8a83f984d5322e6373b466 Am 12. Januar 2010 bebte in Haiti die Erde. Das Team von nph war schon seit Jahren vor Ort und so... Als an diesem Dienstagnachmittag Häuser, Kliniken, Schulen und Hütten zusammenstürzten, starben hunderttausende, weitere hunderttausende wurden verletzt, unzählige verloren ihr Zuhause. Der ohnehin schon ärmste Staat der westlichen Welt rutschte in einen Albtraum aus Chaos, Versorgungsengpässen und Hilflosigkeit. Jeder dritte in Haiti war betroffen. Besonders schlimm: Das Beben erschütterte die Hauptstadtregion, in der es bereits zuvor riesige Armenviertel mit improvisierten Unterkünften ohne fließendes Wasser gab.

Viele Häuser in Haitis Hauptstadt Port-au-Prince stürzten bei dem Erdbeben ein.

Viele Häuser in Haitis Hauptstadt Port-au-Prince stürzten bei dem Erdbeben ein.

Zahlreiche westliche Hilfsorganisationen reagierten schnell und effizient, brachten innerhalb weniger Tage Hilfsgüter, medizinische Teams und Lebensmittel ins Land. Doch wie so oft nach Naturkatastrophen war es für Externe nicht einfach, die Hilfe da hinzubringen, wo sie am Dringendsten gebraucht wurde.

Helikopter verteilen die Hilfsgüter nach dem schweren Erdbeben 2010 in Haiti.

Mit Helikoptern der UN werden Hilfsgüter an Orte geflogen, die auf dem Landweg nicht mehr zu erreichen sind.

Nothilfe mit einheimischen Mitarbeitern

Deshalb war das Team der nph-Kinderhilfe zur rechten Zeit am rechten Ort: Damals noch unter dem Namen UNSERE KLEINEN BRÜDER UND SCHWESTERN war Pater Richard mit seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern schon seit 1987 in Haiti aktiv. Und anders als andere westliche Hilfsorganisationen arbeitete das Team von Anfang an mit einheimischen Ärzten, Pflegern, Fahrern und Köchinnen zusammen.

Die Chronik der ersten Wochen zeigt, wie dramatisch die Situation direkt nach dem Beben war – ein konstanter Strom von Patienten jeden Alters kam ins Kinderkrankenhaus St. Damien; Kinder, die das Beben zu Waisen gemacht hatte, brauchten Betreuung. Viele Frauen litten unter Frühgeburten – also musste eine Geburtsklinik eingerichtet werden.

Medizinische Betreuung sofort – und langfristig

Nach dem Beben lebten rund 1,3 Millionen Haitianer in Notunterkünften. Viele konnten durch zeitweilig bis zu sechs mobile Kliniken wenigstens mit einfachen medizinischen Maßnahmen betreut werden.

Nach dem Erdbeben erhielten viele Menschen medizinische Versorgung im nph-Kinderkrankenhaus St. Damien.

Nach dem Erdbeben erhielten viele Menschen erste medizinische Versorgung im nph-Kinderkrankenhaus St. Damien.

Das medizinische Team von nph registrierte und behandelte allein in den ersten drei Wochen nach dem Erdbeben mehr als 10.000 Patienten. Am Ende des Jahres 2010 waren es 50.000. Und dennoch: Die Lage spitzte sich mit dem Ausbruch der Cholera im Herbst erneut zu – die unhaltbaren hygienischen Bedingungen in den Armensiedlungen hatten zum Ausbruch der gefährlichen und ansteckenden Krankheit beigetragen. Und im November 2010 fegte ein Sturm über den Inselstaat hinweg, der viel Regen mit sich führte und das Leben der Armen in den provisorischen Zeltstädten noch weiter erschwerte.

Aus Provisorien werden feste Angebote

Das Jahr 2010 war also in vielerlei Hinsicht fürchterlich für die Menschen in Haiti. Mit Blick auf die Arbeit von nph in dem karibischen Inselstaat lässt sich sagen: Es sind viele Dinge in Bewegung gekommen. Aus der Katastrophe wuchsen neue Aktivitäten und Angebote für die haitianische Bevölkerung. Weil die Projekte nicht am Schreibtisch in einer fernen Zentrale entstehen, sondern vor Ort und im Dialog mit der Community, entfalten die Aktivitäten von nph langfristige Wirkung.

Nach dem Erdbeben wurde schnell Schulunterricht in einem provisorischen Zelt für die vielen Kinder organisiert.

Nach dem Erdbeben wurde schnell Schulunterricht in einem provisorischen Zelt für die vielen Kinder organisiert.

Die zerstörten einfachen Straßenschulen in den Armenvierteln zum Beispiel sind heute erdbebenfest wieder aufgebaut. 33 Grundschulen bilden ein solides Netz von Bildungseinrichtungen für die Ärmsten. Zudem entstehen derzeit Trinkwasserstationen an Schulen, die auch die Bevölkerung in den umliegenden Vierteln mit versorgen – viel nachhaltiger und sinnvoller als die tägliche Belieferung mit einem Tanklaster voller Trinkwasser!

Einkommen erwirtschaften, Unabhängigkeit schaffen

Die nph-Aktivitäten in Haiti fordern eine Beteiligung der Betroffenen ein, beispielsweise in Form symbolischer Beträge für Behandlungen. Auch gibt es zahlreiche Ansätze, auch ein eigenes Einkommen zu erwirtschaften. Im Ausbildungs- und Produktionsstandort „Francisville“ lernen junge Menschen Berufe. Die Produkte – Lebensmittel und Baustoffe – sowie Dienstleistungen – Bau von Solaranlagen – verkauft das Team auch an externe Abnehmer.

Bei aller Zufriedenheit darüber, dass die nph-Projekte fruchtbar und nützlich für die haitianische Bevölkerung sind, darf man nicht vergessen, wie arm das Land ist. Insbesondere die andauernde Krise im zurückliegenden Jahr 2019 ließ die Zahl der Menschen, die auf Hilfe angewiesen sind, spürbar ansteigen. Das Amt der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten veröffentlichte in seinem aktuellen Global Humanitarian Overview 2020 besorgniserregende Zahlen: Waren 2019 noch 2,6 Millionen Haitianerinnen und Haitianer auf humanitäre Hilfe angewiesen, werden es 2020 bereits 4,6 Millionen Menschen sein.

Eine vergessene Krise herrscht in Haiti

In Haiti herrscht zehn Jahre nach dem großen Erdbeben eine vergessene und damit unterfinanzierte Krise: Im globalen Vergleich gehört der kleine Karibikstaat zu den Ländern mit der größten Finanzierungslücke im humanitären Bereich. Ende 2019 waren weniger als ein Drittel der geschätzten Finanzierungsbedarfe des laufenden Jahres gedeckt. Als ärmstes Land der westlichen Welt steht Haiti auf Platz acht der verletzlichsten Länder, hinter Somalia, Tschad, Eritrea, Zentralafrikanischen Republic, DRC, Sudan und Niger.

Vor allem die Kinder sind in Haiti von der großen Armut betroffen.

Vor allem die Kinder sind in Haiti von der großen Armut betroffen.

Es gibt also viel zu tun im kleinen Haiti. Wenn Sie unsere Arbeit dort unterstützen wollen, finden Sie Infos hier. Werden Sie Teil der nph-Familie und helfen Sie armen Familien und Kindern auf dem Weg zu mehr Bildung, Gesundheit und Selbstbestimmung.

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Nachrichten_von_nph cordula.schulze@nph.org Wed, 08 Jan 2020 14:31:00 +0100
Frohes Neues Jahr und feliz año 2020! https://www.nph-kinderhilfe.org//news/newsdetail?tx_ttnews%5Btt_news%5D=7472&cHash=f8c874d9dc744b01cb221e86e3f65165 Wer hilft, bekommt manchmal mehr als erwartet zurück. Aus einer Spende für bedürftige Kinder in... Jede Spenderin und jeder Spender hat im vergangenen Jahr dazu beigetragen, dass wir die Welt ein bisschen menschlicher machen konnten. Jede Patenfamilie hat das Band verstärkt, das zwischen der nph-Familie in Deutschland und den vielen von nph betreuten Kindern in Lateinamerika wächst. Dafür danke ich Ihnen.

Es ist das Band der Herzenswärme, das uns im vergangenen Jahr geholfen hat, Krisen und unerwartete Herausforderungen, politische Unruhen in den Armenvierteln und Naturereignisse zu überstehen. Und wir haben viel vor für 2020. Wie Sie sicher verfolgt haben, richten wir unsere Aktivitäten nicht mehr nur an die Kinder, sondern zunehmend auch an die Bevölkerung der Armenviertel. Wir öffnen zunehmend unsere Schulen für externe Schüler und helfen Familien, gesünder und besser zu leben. Das kommt wiederum den Kindern zugute.

In diesem Sinne planen wir für das neue Jahr unter anderem den Start des Familienzentrums in Honduras, sowie zwei Leuchtturmprojekte in Haiti: den Bau von Trinkwasseranlagen und damit verbunden Gesundheitsprojekte im Rahmen von „Gesunde Schulen – starke Kinder“ sowie den Erweiterungsbau einer Schule.

2020 wird auch besondere Herausforderungen bringen. Die Situation in vielen lateinamerikanischen Ländern ist nach wie vor schwierig, unübersichtlich und gefährlich. Wir müssen immer wieder abwägen, wie wir unsere Arbeit fortsetzen können, ohne unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu gefährden. Aber wir sind vor Ort stark verwurzelt, mit engagierten, kompetenten Teams. Diese Menschen stehen für den Geist der nph-Familie, ebenso wie unser neuer Botschafter.

Denn mit Marc Marshall haben wir einen prominenten und sympathischen Unterstützer gewonnen. Sein Credo „Liebe, Frieden, Respekt“ ist Teil der Verbundenheit mit den Ärmsten der Armen in Lateinamerika. Marc gibt ein Benefizkonzert am 7. März in Karlsruhe. Wir freuen uns, wenn Sie dabei sind!

Notleidende Kinder und Jugendliche zu schützen und in ihrer Entwicklung zu unterstützen, das ist und bleibt auch 2020 unsere Aufgabe. Wir wollen die jungen Menschen in ein selbstbestimmtes Leben entlassen, in dem sie Vorbilder und Wegbereiter für Verbesserungen sein können. – Im Namen unserer Kinder, unserer Teams vor Ort und im Namen nph Kinderhilfe hier in Deutschland lade ich Sie ein, Teil der nph-Familie zu werden oder zu bleiben. Seien Sie ein Teil des Bandes der Menschlichkeit und Herzenswärme.

Ihr
Heiko Seeger
Vorstand nph Kinderhilfe Lateinamerika e. V.

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Nachrichten_von_nph cordula.schulze@nph.org Tue, 31 Dec 2019 11:41:00 +0100
Weihnachtsbotschaft 2019 von Pater Richard aus Haiti https://www.nph-kinderhilfe.org//news/newsdetail?tx_ttnews%5Btt_news%5D=7469&cHash=fc4d5519050973b9d1d8d8fe9fb9f593 Richard Frechette, Priester und Mediziner, ist seit 1983 für nph in Lateinamerika aktiv. Als Leiter... Liebe Freunde,

es war Mitternacht, als Jesus geboren wurde. Es war dunkel. Es war kalt. Seine Eltern waren arm.

Doch nie zuvor gab es so viel Liebe wie in dieser Nacht. Das Licht dieser Liebe erhellt seither und bis in alle Ewigkeit die Finsternis, die Kälte und die Armut.

Hier im Krankenhaus St. Damien gehe ich jeden Abend noch einmal durch die Räume. Ich halte inne bei den leidenden Kindern, um mit ihnen zu beten oder sie zu trösten. Und ich staune dabei über die Wunder vor meinen Augen. Einige Mütter schlafen auf einer Matratze aus Bananenblättern auf dem harten Boden und umarmen ihr Kind, das sich eng an sie schmiegt.

Bei den kränkeren Kindern kauern die Eltern auf unbequemen Stühlen und sind noch im Schlaf wachsam, um schnell auf das leiseste Weinen zu reagieren. Ihre Hände greifen durch die Gitter der Kinderbetten, um ihren Babys Sicherheit und Wärme zu geben. Zwischen ihren Brauen haben sich Falten der Sorge und des Leids eingegraben.

Die Mütter der schwächsten Kinder kommen überhaupt nicht zur Ruhe. Sie drücken sich eng an das Gitterbett, haben ihre Bibeln auf den Seiten mit Bittgebeten geöffnet, singen leise traurige Melodien und falten ihre Hände zum Gebet.

Nirgendwo gibt es mehr Liebe als hier. Auch zwanzig Jahrhunderte nach der ersten Weihnacht scheint das Licht in Armut und Finsternis am hellsten.

Vor Sonnenaufgang, wenn ein neuer Tag beginnt, sehe ich häufig leere Kinderbetten. Zu viele leere Kinderbetten. Und schon eines wäre eines zu viel.

Ich werde die Kinder, die zuvor in den nun leeren Betten lagen, schon bald in der Kapelle sehen. In kleinen Särgen. Die Sonne geht hier zu oft mit Wehklagen auf. Ganz aktuell ist das leider noch viel öfter der Fall als in ruhigen Zeiten. Es sind unsichere Zeiten in Haiti, die Schutzlosen sind im Moment besonders verletzlich. Es gibt wenig Hilfe für die Ärmsten der Armen, und so klagen wir derzeit noch mehr als sonst.

Wir danken Gott für all die gesunden Kinder auf der Welt, die Liebe und Sicherheit in der Familie erfahren, deren Weihnachtserinnerungen aus schön geschmückten Bäumen, Weihnachtsliedern und Geschenken bestehen, die nicht wissen, was Hunger ist.

Doch an Weihnachten halten wir inne, um auch an all diejenigen Kinder zu denken, die wie Jesus unter jämmerlichen und gefährlichen Umständen weit weg von Zuhause zur Welt kommen. Ihre Geburt geht mit dem Mord an Unschuldigen durch grausame und neidische Könige einher. Sie suchen Schutz und Sicherheit in der Fremde, nur um dann in einem Land der Sklaverei zu leben. Tragischerweise gibt es ein wahres Heer dieser Kinder auf der Welt.

An Weihnachten feiern wir erneut das Leben, die Verbindung von Menschlichkeit und Göttlichkeit in einem winzigen Kind, das der gesamten Menschheit ein neues und glorreiches Schicksal eröffnet.

An Weihnachten wollen wir Ihnen, den Spendern und Unterstützern unserer Arbeit, ganz herzlich danken. Danke für das Licht, das Sie in die Finsternis tragen. Danke für die Wärme, die Sie gegen die Kälte spenden. Danke dafür, dass Sie das Leid der Armen lindern und den Kindern in unserer Obhut beistehen.

Möge Gott uns helfen, der Friede auf Erden zu sein, den wir so dringend brauchen und suchen.

Gesegnete Weihnachten für Sie uns Ihre Lieben wünscht Ihnen

Pater Richard Frechette, CP
Port-au-Prince, Haiti

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Nachrichten_von_nph Sat, 21 Dec 2019 00:00:00 +0100
Weihnachten – Zeit des Wünschens und der Vorfreude https://www.nph-kinderhilfe.org//news/newsdetail?tx_ttnews%5Btt_news%5D=7471&cHash=12c06a5673d3d5ab0fee3e3770f935b6 Vielleicht sind die Weihnachtswünsche der Kinder in den nph-Kinderdörfer etwas bescheidener als in... Die Kinder in den nph-Kinderdörfern freuen sich wie Kinder überall auf der Welt auf Geschenke und auf Weihnachtsrituale. In den kurzen Videobotschaften wünsche Kinder aus vielen Ländern Lateinamerikas den Spenderinnen und Spendern, Patinnen und Paten „Feliz Navidad“ – Frohe Weihnachten. Sie formulieren ihre Wünsche ebenso wie ihre Dankbarkeit.

Die vielen hundert Kinder in der Obhut der nph-Kinderhilfe wissen, dass Menschen aus der ganzen Welt an sie denken und sie unterstützen. Ihr Dank und ihre Weihnachtsgrüße erreichen alle diejenigen, die sich für die Kinder engagieren, indem sie spenden, als Freiwillige tätig werden oder die Organisation mit ihrem Know-how unterstützen.

Die Videos sind deutsch untertitelt. Einfach unten im Fenster den Button “Untertitel” anklicken.

Frohe Weihnachten - Feliz Navidad:

Weihnachtswünsche aus Haiti:

Weihnachtswünsche aus Honduras:

Weihnachtswünsche aus Guatemala:

Weihnachtswünsche aus Mexiko:

Frohe Weihnachten - Feliz Navidad

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Nachrichten_von_nph cordula.schuster@nph-kinderhilfe.org Fri, 13 Dec 2019 11:28:00 +0100
Wenn es Weihnachten wird in Lateinamerika https://www.nph-kinderhilfe.org//news/newsdetail?tx_ttnews%5Btt_news%5D=7451&cHash=aa0a256505016f63409e53b745dace19 Zum Jahresende macht sich Vorfreude breit in den nph-Kinderdörfern. Die Kinder genießen die... Wie in vielen anderen christlichen Ländern auch, macht sich zum Jahresende große Vorfreude breit in den nph-Kinderdörfern. Die Kinder nehmen – oft zum ersten Mal – am Weihnachtsfest teil. Dessen Höhepunkt ist die feierliche Weihnachtsmesse am 24. Dezember, oft gefolgt von einem Feuerwerk. Aber bis es so weit ist, gibt es – wie in Deutschland auch – viele schöne Traditionen, die Familien zusammenbringen, Kindern Freude bereiten und den Frieden feiern.

Weihnachtliche Vorfreude bei den Kindern in Honduras

Weihnachtliche Vorfreude bei nph in Honduras.

Zum Beispiel sind die so genannten Posadas weit verbreitet, die man vielleicht mit den Krippenspielen in Deutschland vergleichen kann. Die vorweihnachtlichen Feiern finden zwischen dem 16. und dem 24. Dezember statt; die neun Tage symbolisieren die neunmonatige Schwangerschaft Marias. Während der Feiern geht es um die Suche von Maria und Joseph nach einer Herberge – der spanische Begriff dafür ist Posada. Die Kinder verkleiden sich und bitten symbolisch um Unterkunft. Das ist besonders für die Kleinen ein bedeutsamer Teil der Feiern.

Feuerwerk zu Weihnachten in Lateinamerika

Ein teuflischer Moment während einer weihnachtlichen Theateraufführung für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von nph in Mexiko.

Christbaumschmücken in Peru

Wie überall auf der Welt gehört bei nph in Peru das Christbaumschmücken zur Weihnachtszeit.

Weihnachtslieder singen

Ganz ähnlich wie in Deutschland ist die Tradition, Weihnachtslieder zu singen – während der Vorweihnachtszeit und auch am Weihnachtsabend. Zum Beispiel das Lied "Cholito Jesús" aus Peru. Der bekannte Song „Feliz Navidad“ aus den 70ern bedeutet nicht nur garantiert einen Gute-Laune-Ohrwurm, er gehört heute genauso zu den Weihnachtsklassikern wie das Traditionslied „Stille Nacht, heilige Nacht“, das im spanischsprachigen Raum “Noche de paz, noche de amor” heißt.

Gruppe von Mädchen vo dem Weihnachtsbaum in Honduras

Eine Mädchengruppe posiert im nph-Kinderdorf Honduras mit dem Weihnachtsbaum.

Piñatas: auf Geschenke einschlagen

Ein fröhlicher Brauch in den nph-Ländern sind Piñatas. In den Figuren aus Pappmaché befinden sich Süßigkeiten und Früchte. Ihre Form mit sieben spitzen symbolisiert die sieben Todsünden und damit das Böse. Deshalb schlagen die Kinder reihum mit einem Stock kräftig auf die an einer Schnur aufhängte Piñata ein, bis die Sünde zerstört ist und die Leckereien freigibt – ein köstlicher Segen für alle Beteiligten!

Weihnachtsküche: Festmahl mit bescheidenen Mitteln

Den Duft der Weihnachtsbäckerei wie in Deutschland kennt man in Lateinamerika nicht. Aber die Vorbereitungen für das Festmahl gehören auch in den nph-Kinderdörfern zur Vorweihnachtszeit. In manchen nph-Kinderdörfern servieren die leitenden Angestellten das Essen für die Kleinen. Und immer gibt es etwas Besonderes zu essen.

Kochen der Weihnachtsrezepte in Guatemala

Es duftet im Topf: Josseline probiert mit nph in Guatemala Weihnachtsrezepte aus.

Traditionell wird an Weihnachten für die ganze Familie gekocht – wenn das Geld dafür reicht. Arme Familien ernähren sich in der Regel von Reis, Bohnen und Tortillafladen. Wenn es dann etwas festlicher zugehen soll, ist ein Truthahn meist unerschwinglich. So fallen die Weihnachtsgerichte deutlich bescheidener aus als in westlichen Wohlstandsgesellschaften. Würzig und wohlschmeckend sind sie allemal: in Bananenblättern gegarte Küchlein aus Teig, Fleisch und Gemüse, in Honduras Nacatamales genannt. Oder Hühnereintopf aus El Salvador.

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Nachrichten_von_nph Thu, 05 Dec 2019 09:34:00 +0100
GivingTuesday, der weltweite Tag des Gebens https://www.nph-kinderhilfe.org//news/newsdetail?tx_ttnews%5Btt_news%5D=7342&cHash=49692764e1ec40650926c431e47c67b7 Tun Sie Gutes und verändern Sie so das Leben Not leidender Kinder in Lateinamerika. Starten Sie Ihr... Am Dienstag, den 03. Dezember 2019, kommen Menschen verschiedener Kulturen, Länder und Kontinente nur aus einem Grund zusammen: Bedürftigen Freude und Hoffnung schenken. Es ist der Tag, an dem jeder mit seiner Familie, seinem Unternehmen oder seiner Organisation einen Weg finden kann, um etwas zurückzugeben. Gerade in der Vorweihnachtszeit geht es darum, ein Zeichen zu setzen, dass es etwas Wichtigeres als Konsum gibt.

Was ist der GivingTuesday?

GivingTuesday, inzwischen weltweit der Tag des Gebens und Spendens, kommt aus den Vereinigten Staaten und Kanada. Alles dreht sich darum, etwas Gutes zu tun. GivingTuesday ist immer am ersten Dienstag nach Thanksgiving, dem großen amerikanischen Familienfest, das inoffiziell die Weihnachtszeit einleitet.

Dieser Spendentag wurde 2012 ins Leben gerufen, um nach den Aktionstagen Black Friday sowie Cyber Monday, an denen mit Rabatten im Einzelhandel der Start ins Weihnachtsgeschäft beginnt, die Aufmerksamkeit der Menschen auf das Geben, Schenken und Spenden zu lenken.

Was können Sie tun?

Jede Geste der Großzügigkeit zählt. Wir laden Sie ein:

Machen Sie die kommende Woche zu Ihrer Spendenaktionswoche!

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Nachrichten_von_nph claudia.wohlert@nph-kinderhilfe.org Mon, 02 Dec 2019 10:02:00 +0100