nph Kinderhilfe Lateinamerika Nachrichten https://www.nph-kinderhilfe.org/ Neueste Nachrichten von nph Kinderhilfe Lateinamerika de nph Kinderhilfe Lateinamerika Nachrichten https://www.nph-kinderhilfe.org/typo3conf/ext/tt_news/ext_icon.gif https://www.nph-kinderhilfe.org/ 18 16 Neueste Nachrichten von nph Kinderhilfe Lateinamerika TYPO3 - get.content.right http://blogs.law.harvard.edu/tech/rss Mon, 25 Jan 2021 16:20:00 +0100 „Mit nph unterstützen wir die Kinder der Ärmsten“ https://www.nph-kinderhilfe.org//news/newsdetail?tx_ttnews%5Btt_news%5D=7592&cHash=c591334bd649dfd533271017939ee379 Ein wechselhaftes und forderndes Jahr 2020 ist zu Ende. nph blickt mit Partnern und... Vor knapp einem Jahr startete die gemeinsame Aktion „Eine Schule für Haiti“ in Karlsruhe: Innerhalb der bundesweiten Initiative „1000 Schulen für unsere Welt“ ermöglicht nph gemeinsam mit Karlsruher Bürgerinnen und Bürgern Kindern in Haiti den Abschluss des Abiturs auf dem Land. Zu den Förderern der Aktion gehörten unter anderem: das Unternehmen Wibu-Systems AG. Ein wichtiges Anliegen für dessen Mitgründer Oliver Winzenried, der gemeinsam mit seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern über die Jahre viele schöne Unterstützungsaktionen für nph auf den Weg gebracht hat.

Oliver Winzenried, Vorstand von Wibu-Systems, unterstützt die nph Kinderhilfe.

Oliver Winzenried ist Vorstand der Wibu-Systems und unterstützt schon seit vielen Jahren gemeinsam mit seinem Mitarbeitern Projekte für Kinder bei nph.

Internationale Solidarität üben

Während der IT-Experte gemeinsam mit dem bekannten Sänger Marc Marshall und dem Direktor der Augenklinik am Karlsruher Diakonissenkrankenhaus Christian Scheib Ende Januar 2020 die Pressekonferenz zu „Eine Schule für Haiti“ besuchte, blickte er optimistisch ins Jahr: ein neuer Firmenhauptsitz und ein House of IT-Security in Karlsruhe befanden sich bereits in Bau. Doch Corona betraf bereits die Kolleginnen und Kollegen in Asien. Oliver Winzenried blickt zurück: „2020 war ein anstrengendes Jahr, geprägt von Corona, dem Bestreben, unsere Mitarbeiter zu schützen und unser Geschäft zu sichern. Im Januar und Februar haben wir unsere Mitarbeiter in den Büros in Shanghai und Peking mit Masken aus Deutschland versorgt, später haben wir Masken von unseren chinesischen Kollegen bekommen, als wir diese benötigten.“

Flexibel agieren und die Situation meistern

Der Unternehmer ist dankbar dafür, dass Corona das Geschäft nicht allzu sehr beeinträchtigt hat: „Einige Industrien unserer Kunden hatten starke Einbrüche und andere Kunden, wie Beatmungsgerätehersteller, legten zu. Insgesamt werden wir unser Wachstumsziel nicht erreichen, werden aber mit einem kleinen Umsatzplus das Jahr 2020 abschließen. Ohne schwere Erkrankungen unter den Mitarbeitern und ohne Kurzarbeit konnten wir mit einem Mix aus Mobile Office und festeingeteilter wechselnder Präsenzgruppen in der Firma die Situation gut meistern.“ Er fügt hinzu, dass der persönliche Kontakt mit Partnern heute fehlt: „Es gibt fast keine Dienstreisen, keine Messen und ich reise auch privat nicht mehr.“

Unterstützung für nph auch 2021

Vielleicht ein zusätzlicher Antrieb für ihn und seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sich für das Wohlergehen von Kindern in Lateinamerika zu kümmern. Zumindest blickt Oliver Winzenried „positiv“ ins neue Jahr. „Der Impfstoff und die wärmere Jahreszeit werden im zweiten Halbjahr 2021 hoffentlich für eine deutliche Normalisierung sorgen. Wir haben 2020 die Aktion ‚1000 Schulen für diese Welt‘ unterstützt und auch kontinuierlich die Kindertagesstätte Pasos Pequenitos, die hoffentlich seine Aktivitäten schnell wieder aufnehmen kann.“ Deshalb, fügt er hinzu, „werden wir auch in 2021 die Aktivitäten von nph für die Kinder der Ärmsten verfolgen und unterstützen, die durch die Pandemie zusätzlich stark leiden. Danke für den Einsatz des nph-Teams!“

Die nph Kinderhilfe Lateinamerika in Deutschland dankt im Namen aller Kinder und Familien in ihrer Obhut engagierten Partnern wie der Wibu-Systems AG für Ihre engagierte und wertvolle Unterstützung!

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Nachrichten_von_nph cordula.schulze@nph-kinderhilfe.org Mon, 25 Jan 2021 16:20:00 +0100
Jahresrückblick unseres nph-Botschafters Marc Marshall https://www.nph-kinderhilfe.org//news/newsdetail?tx_ttnews%5Btt_news%5D=7591&cHash=99276ccc0a03d8c348be2954ebe09e0c Liebe, Frieden und Respekt waren nie bedeutender als im Jahr 2020. Das Jahr 2020 ist schon seit einem Monat zu Ende. Rückblickend betrachtet war es ein sehr bemerkenswertes Jahr für Jedermann. Für Marc Marshall, Musiker und Entertainer und nph Botschafter ein ganz außergewöhnliches.

Das Benefizkonzert in der Evangelischen Stadtkirche in Karlsruhe zu Gunsten des Schulbaus in Haiti, am 7. März 2020 war der letzte Liveauftritt von Marc Marshall. Über diesem Konzert lag bereits im Vorfeld eine besondere Atmosphäre, denn es zeichnete sich ab, dass das Konzert durch Covid-19 bereits schon im Vorfeld für die Besucher für große Ängste und Verunsicherung sorgte. Doch Marc Marshall und sein Pianist René Krömer zogen die Besucher in ihren Bann und überraschten das Publikum mit ihrem reichhaltigen Repertoire an Musik und auch nachdenklichen Gedanken, die Marc zwischendrin zum Innehalten preisgab.

Musik kann Kraft und Hoffnung schenken

Am 13. März 2020, kam der  erste Lock down in Deutschland. Zu diesem Zeitpunkt hat Marc Marshall beschlossen, die Situation nicht tatenlos hinzunehmen, sondern als Sänger seine Stimme für die Menschen einzusetzen, die gleich zu Beginn am stärksten betroffen waren. Kranke, ältere Menschen und das Pflegepersonal standen in den ersten Wochen besonders im Fokus des Entertainers. Für sie gab er täglich um 19.00 Uhr mit seinem Freund und Pianisten René Krömer ein Konzert als Livestream bei Facebook. Er hat durch diese musikalische Initiative für so für viele Menschen und für sich selbst eine gewisse Normalität geschaffen. Für ihn war der emotionale Austausch enorm und ist es bis heute, denn bis jetzt hat er zusammen mit Krömer 100 Online-Konzerte absolviert.

„Für mich sind meine Familie und meine Freunde wichtig“.

nph wollte von Marc Marshall wissen, wie er auf das Jahr 2020 zurückblickt und welche Highlights und Herausforderungen es dennoch neben seiner Musik für ihn gab. „Dieses Jahr wird in die Geschichte eingehen. Das Jahr 2020 fordert Körper und Seele gleichermaßen extrem und in solchen Zeiten sind Familie und Freunde enorm wichtig“.

Mein größtes Highlight war im Februar dieses Jahres, der Besuch im nph Kinderdorf „Rancho Santa Fe“. In Honduras und die erste Begegnung mit meinem Patenkind. „Für mich eine wunderbare Erkenntnis, zu sehen, dass in jedem von uns mehr steckt, als er sich selbst zutraut.“

Marc Marshall mit seinem Patenkind

Marc Marshall und sein Patenkind trafen sich im nph-Kinderdorf in Honduras das erste Mal.

Bislang hat sich meine Leben durch Corona dahingehend verändert, dass ich spüre, dass Musik Kraft und Hoffnung schenken kann, mit der die Zukunft gestaltet werden kann.

„Ich wünsche mir, dass ich noch Vieles gemeinsam mit und für nph bewegen kann.“

Ich blicke daher voller Hoffnung und Zuversicht in das neue Jahr. Ich glaube an das Gute im Menschen. Ich habe auch keine außergewöhnlichen Wünsche: Gesundheit für mein gesamtes Umfeld und dass ich für nph noch Vieles bewegen kann, so dass die wundervolle Arbeit der nph-Familie fortgeführt werden kann.

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Nachrichten_von_nph agathe.freudl@nph-kinderhilfe.org Mon, 25 Jan 2021 15:18:00 +0100
Mit Zuversicht ins neue Jahr 2021 https://www.nph-kinderhilfe.org//news/newsdetail?tx_ttnews%5Btt_news%5D=7590&cHash=d148e87ae88cb439f729170551a1a7e0 Kaum einer kennt nph so gut wie Reinhart Köhler – der nph zu seiner Lebensaufgabe gemacht hat. Seit... Reinhart Köhler, Präsident von NPH International, lebt in Honduras. Er blickt bedingt optimistisch in das neue Jahr: Die Pandemie, die uns überall auf der Welt beschäftigt, hat natürlich besonders bei den Menschen in Ländern, in denen große Armut herrscht und auch in unseren Kinderdörfern Spuren hinterlassen. Die Auswirkungen sind bereits bei  unseren Programmen spürbar und nicht zuletzt massiv bei der finanziellen Situation in unseren Projektländern.

Hinzukamen noch diverse andere Krisen, wie die Unruhen in Haiti sowie die Aufwertung der lokalen Währung um 50% über Nacht, politische Unruhen in Peru, Drogengewalt in Mexico - auch besonders in der Region unserer Einrichtungen in Morelos, sowie die Stürme Eta und Iota, durch die Hunderttausende vor allem in Nicaragua und Honduras betroffen wurden und die den Ländern und den Menschen der Region schweren Schaden zugefügt haben.

Familienzentrum in Honduras ist ein Meilenstein

„Einige unserer Programme in den Gemeinden konnten wegen Regierungsanordnungen nicht fortgeführt werden. Aber wir haben zumindest Wege gefunden, die Teilnehmer der Programme weiter zu unterstützen. Ganz besonders stolz sind wir darauf, dass das Familienzentrum in Mata de Platano, in Honduras trotz aller Schwierigkeiten geöffnet werden konnte und bis jetzt sehr erfolgreich umgesetzt wird.

Als Erfolg ist sicherlich zu werten, dass wenig Kinder oder Jugendliche an Covid-19 erkrankten. Dennoch ist eines unserer Kinder mit Behinderung gestorben. Zudem ist NPH eine große Gemeinschaft, zu der auch die Angehörigen der Kinder und Angestellten zählen, und in diesem weiteren Personenkreis sind leider einige Menschen gestorben, Tanten, Onkel, Großeltern, was besonders für unsere Kinder oft dramatisch war. In einigen Fällen war die Großmutter das einzig verbliebene Familienmitglied.

Insgesamt hat nph auch im Jahr 2020 wieder vielen Kindern und Familien geholfen, ihr Leben entscheidend zu verbessern.

Im Mittelpunkt unserer Arbeit steht immer das einzelne Kind mit seinen Bedürfnissen und Fähigkeiten. Wir tragen dazu bei, dass die Kinder ihr Leben selbstbestimmt gestalten können. 

Leben im Kinderdorf in Zeiten der Pandemie

Neben den organisatorischen Fragen bedurfte es vor allem einer kulturellen Umstellung, da der persönliche Abstand in Lateinamerika sehr gering ist. Küsschen und Umarmungen gehören zur Begrüßung. Allen wurde extrem viel abverlangt. Besonders das Personal, das die Kinder betreut, hat großartiges Engagement gezeigt und war bereit, wesentlich länger als sonst üblich im Kinderdorf zu verweilen. So konnte das Kommen und Gehen maximal reduziert werden.

Auch das Zusammenleben hat sich sehr verändert, alle Aktivitäten mussten in kleinen Gruppen stattfinden. Normalweiser finden im Kinderdorf viele Aktivitäten statt, an denen alle Kinder und Erwachsenen zusammenkommen. Diese Begegnungen und Momente werden von allen sehr vermisst.

Schwieriges Jahr gut gemeistert

Finanziell war das Jahr 2020 extrem schwierig für uns. Die Kosten stiegen massiv an für die Beschaffung technischer Mittel, um den Unterricht zu gewährleisten sowie für zahlreiche Zusatzkosten für die Hygienemaßnahmen und die zu treffenden Sicherheitsvorkehrungen.

Es hat zwar in einigen Bereichen mehr Spenden gegeben. Doch ist generell das Spendenaufkommen sehr stark zurückgegangen, besonders in den Ländern, in denen wir Projekte umsetzen, da viele Veranstaltungen nicht durchgeführt werden konnten und die Spender nicht direkt vor Ort sein konnten. Dies hat zum Teil zu sehr drastischen Sparmaßnahmen geführt, wodurch sich unsere Arbeit erschwert.

Gestärkt und voller Hoffnung in das neue Jahr

Ich bin voller Hoffnung, dass sich am Ende der Pandemie wieder mehr Lebensfreude, ein respektvollerer Umgang und die gegenseitige Wertschätzung in der Welt breitmachen.

nph wird weiterhin seine Präventionsprogramme ausbauen, um so noch effektiver mehr Menschen zu erreichen, und verstärkt mit Familien zusammenarbeiten, damit die Familien nicht auseinanderfallen und sie sich besser um ihre Kindern kümmern können. Ich wünsche mir, dass der Klimaschutz ernster genommen wird und auch nph seinen Beitrag dazu leisten kann, damit die Kinder, die wir jetzt auf ihr Leben vorbereiten, nicht in katastrophalen Verhältnissen leben müssen.

„Ich freue mich wieder den vielen Kindern nah zu sein“.

Sollte die Pandemie wirklich enden, freue ich mich am meisten darauf, die vielen Kinder und Jugendlichen, die wir in den neun Ländern betreuen, wiederzusehen. Mit vielen von ihnen pflege ich  eine elterliche Beziehung, die per WhatsApp nicht annähernd ersetzt werden kann. 

Jedes Jahr freue ich mich darauf, die Kinder und Jugendlichen bei ihren Fortschritten zu beobachten, ermutigen und begleiten zu können. 

Ich freue mich auch auf den Gedankenaustausch mit den Kollegen und Spendern, um zu erfahren, was wir anders und besser machen können. Kein Kind in der ganzen Welt sollte leiden, und dennoch gibt es so viel unbeschreibliches Elend. NPH bewirkt sehr viel, besonders durch die Hilfe unserer Spender/innen, Förderer/innen, Unterstützer/innen und Mitarbeiter/innen.

Die nph Familie dankt Ihnen für Ihr Engagement, dass sie uns in unserer Arbeit begleiten und wir so zusammen vielen Kindern und Familien beistehen können, ihre Lebenslage für sich und ihre Gemeinden grundlegend zu verbessern.

Mein Dank auch an diese Kinder und Familien, die durch unser Zusammenarbeiten ihre Lebenslagen positiv verändern und damit unser gemeinsames Wirken zum Erfolg für alle machen.

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Nachrichten_von_nph agathe.freudl@nph-kinderhilfe.org Thu, 07 Jan 2021 16:05:00 +0100
„Auf ein gutes, gesundes neues Jahr 2021“ https://www.nph-kinderhilfe.org//news/newsdetail?tx_ttnews%5Btt_news%5D=7589&cHash=3bedaecad22a786bdba66ad86b1dcc85 Die neue nph-Vorständin Heidrun Mürdter begrüßt alle Spender, Förderer und Unterstützer im neuen... „Das Corona-Jahr hat uns alle auf unterschiedliche Weise gefordert und wir  alle würden gerne wieder zur Normalität übergehen. Doch wir werden wohl noch eine Weile durchhalten und uns den Gegebenheiten dieser derzeitigen Situation anpassen müssen – für uns und für die Gesellschaft.

Daher wünsche ich der großen nph-Familie, allen Spendern, Förderern und Unterstützern einen behaglichen Jahreswechsel und einen zuversichtlichen Start in ein gutes, gesundes 2021. Und gleichzeitig danke ich allen Spendern, Förderern und Unterstützern für die Förderung unserer Projekte und Programme“, so Heidrun Mürdter, Vorständin für Kommunikation und internationale Programme der nph Kinderhilfe Lateinamerika.

Herausforderungen eines außergewöhnlichen Jahres

Heidrun Mürdter, sieht aber auch in 2021 viele weitere Herausforderungen auf uns zukommen.
 „Mein Highlight und die größte Herausforderung zugleich war in diesem Jahr die Bestellung zur neuen Vorständin durch den Aufsichtsrat im September. Ich freue mich sehr meine Erfahrung und meine Kraft bei nph dafür einzusetzen, dass Kinder, die in Lateinamerika in schwierigsten Verhältnissen leben, eine Chance bekommen, in einem geborgenen Umfeld aufzuwachsen, gefördert werden, um ihre Zukunft selbst gestalten zu können. Ich freue mich, so Teil der nph-Familie weltweit zu sein.

„Es ist nichts selbstverständlich“… Solidarität ist von uns allen gefordert

Durch Covid-19 wurde auch bei vielen Menschen in Europa der Blick darauf gelenkt, dass doch nicht alles selbstverständlich ist, und wir auch hier in Deutschland nicht ausgenommen sind von solchen Ereignissen. Wir erleben, dass diese Pandemie auch Auswirkungen hat auf unser Leben hat. Wir sind Teil dieser einen gemeinsamen Welt. 
Ich glaube von Herzen daran, dass das Erleben dieser Krise die Solidarität fördern wird. Solidarität hilft uns allen: für- und miteinander da zu sein und Verantwortung zu übernehmen, trägt beide Seiten durch die Krise. Gerade jetzt zu Weihnachten sehne ich mich danach, meine Familie mal wieder zu treffen, mit Menschen fröhlich beieinander zu sein. Denn auf Dauer sind virtuelle Treffen kein Ersatz.

Auch 2021 wird uns die Pandemie weiter begleiten und hält zusätzliche Aufgaben bereit: Insbesondere in den Projektländern ist es noch nicht absehbar, wie die langfristigen Folgen sind. Viele Familien dort bestreiten ihren Lebensunterhalt mit Gelegenheitsarbeit. Viele Möglichkeiten Geld zu verdienen, brachen durch die Pandemie weg. Auch die Entwicklungen in Deutschland sind ungewiss. Dies bereitet mir Sorge. Doch ich habe die Unterstützer und Unterstützerinnen von nph so kennen gelernt, dass ich weiß, sie werden uns auch im kommenden Jahr bei den vielen anstehenden Herausforderungen begleiten.

nph als weltweite Familie ist in diesen Zeiten noch näher zusammengerückt

Wie in vielen Unternehmen, so arbeiten derzeit auch viele Kollegeninnen und Kollegen bei nph im Moment von Zuhause aus. Einerseits ist es ganz schön, sich den Arbeitsweg zu sparen. Andererseits fehlen uns auch die Gespräche unter- und miteinander. Im Kontakt mit den Kollegen in Lateinamerika haben sich neue Kommunikationsformen etabliert. Onlinekonferenzen sind viel selbstverständlicher geworden – so hat uns Corona auch näher zusammengebracht. Und die weltweite Pandemie hat uns allen gezeigt, dass wir eine weltweite Familie sind. Nachdem die Kinder in den Kinderdörfern vom Corona-Ausbruch in Europa hörten, gab es Grüße und Gesundheitswünsche an die Spender und Paten in Europa. Das ist „gelebte“ Familie: auch in schwierigen Zeit aneinander zu denken und füreinander da zu sein – auch mit räumlichem und digitalem Abstand.

Umso mehr freue ich mich auf Begegnungen mit den Unterstützern und Unterstützerinnen von nph, die mit großer Herzensfreude Kindern in Lateinamerika beistehen und somit zur großen nph-Familie gehören. Und ich freue mich darauf, gemeinsam mit dem Team in Karlsruhe neue Ideen zu entwickeln und umzusetzen, um in den Projektländern für die Kinder viele Projekte neu zu denken und umzusetzen und diese den Unterstützern und Unterstützerinnen in Deutschland näher zu bringen .“

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Nachrichten_von_nph agathe.freudl@nph-kinderhilfe.org Tue, 29 Dec 2020 14:48:40 +0100
Doppelte Freude an Weihnachten https://www.nph-kinderhilfe.org//news/newsdetail?tx_ttnews%5Btt_news%5D=7588&cHash=cb696a37bc110c3330b8a1503c7e2ca8 Das nph-Familienzentrum in Honduras feiert das erste Weihnachtsfest seit der Eröffnung. Das Team... Der kleine Jefry ist mit zerebraler Kinderlähmung zur Welt gekommen, einer Schädigung, die unter anderem die Koordination beeinträchtigt. Wegen ihrer ruckartigen, oft unkontrolliert wirkenden Bewegungen werden Erkrankte auch Spastiker genannt. Jefry lebt als mittlerer von drei Brüdern mit seinen Eltern im kleinen ländlich gelegenen Ort Mata de Plátano. Weil er nicht sprechen kann, imitiert er Katzen, um zu kommunizieren. Ganz klar: Der Junge braucht Unterstützung.

Und zum Glück hat im Sommer in der Nähe das nph-Familienzentrum San José eröffnet. Schon während der Bauarbeiten nahm das nph-Team Jefry unter seine Fittiche: Der Physiotherapeut besuchte Jefry zuhause, um ihm dabei zu helfen, gehen zu lernen. Denn das Gehen bereitet dem Jungen aufgrund seiner schiefen Grundhaltung Schwierigkeiten. Aber er macht Fortschritte und kann schon zum Familienzentrum laufen. Seine Haltung hat sich verbessert, weshalb er auch seine Arme besser bewegen und nutzen kann. Er kann Farben und Formen erkennen; er braucht seine Katzensprache immer seltener. Der Physiotherapeut hat die Familie in die Therapie eingebunden: Heute wissen sie, wie sie Jefry auch zuhause unterstützen können – und das macht seine Fortschritte zu nachhaltigen Erfolgen. 

Amy Gonzales - Leitung des Familienzentrums

Amy Gonzáles leitet das nph-Familienzentrums seit seiner Eröffnung im Sommer 2020.

Unterstützung für arme Bauernfamilien in Honduras 

Die von Jefry ist eine Erfolgsgeschichte von vielen. Das Familienzentrum San José eröffnete im Sommer 2020 in dem kleinen ländlich gelegenen Ort Mata de Plátano. Das liegt 55 Kilometer nördlich der Hauptstadt Tegucigalpa im Zentrum des Landes. Etwa 450 Familien leben hier von der Landwirtschaft, vor allem vom Mandarinenanbau. Um nach Mata de Plátano zu kommen, muss man zunächst auf der Hauptstraße fahren und dann noch rund 45 Minuten auf einer unbefestigten Straße. Das zeigt, wie abgelegen der Ort und seine Bewohner sind – oft auch abgeschnitten von Hilfsangeboten und Unterstützung für Menschen mit Behinderungen.

Als sich im vergangenen Jahr die Türen des Familienzentrums zum ersten Mal für die künftigen Nutzerinnen und Nutzer öffneten, fanden sie dann zunächst einige Kinder mit Behinderungen vor. Die Leiterin des Zentrums, Amy Gonzáles begann daraufhin, mit den Menschen in der Nachbarschaft zu sprechen. Kontakte kamen über örtliche Schulen zustande. Außer der Leiterin arbeiten im Familienzentrum ein Psychologe, ein Physiotherapeut und ein Erzieher. Sie verschafften sich gemeinsam einen Überblick über alle Familien, die sie kennengelernt hatten, und beschlossen, welche Kinder und ihre Familien sie mit ihrem Angebot unterstützen würden.

Familien zu stärken heißt Kinder zu stärken

Diese Vorgehensweise hatte auch den Vorteil, dass das Team persönliche Kontakte mit den Eltern und Verwandten aufbauen konnte. Jetzt bietet es Nachhilfeunterricht und psychologischer Betreuung an. „Wir könnten das Projekt ohne die Unterstützung der Eltern nicht erfolgreich durchführen. Es ist wichtig, dass sie an Bord sind“, sagt Amy Gonzáles.

„In letzter Zeit hatten wir auch Gelegenheit, mit Lehrerinnen und Lehrern aus der Nachbarschaft zu arbeiten“, ergänzt die Leiterin des Familienzentrums. „Wir haben Allianzen mit den Schulen geschmiedet und dem Lehrpersonal geholfen, erfolgreicher mit den Lernverzögerungen der Kinder umzugehen. Es gab Kinder in der sechsten Klasse, die weder lesen noch schreiben konnten. Durch unsere Initiative konnten sie große Fortschritte machen.“ 

Die Familien im Dorf sind meistens sehr arm; von Landwirtschaft und Obstanbau können sie nicht genug verdienen, um besondere Ausgaben oder einen Internetanschluss zu bezahlen. Deshalb stellt das Familienzentrum den Kindern eine Internetverbindung zur Verfügung, damit sie – unterstützt vom Betreuer – dort ihre Hausaufgaben machen können.

Mädchen ermutigen, ihren Bildungsweg zu gehen

Im Rahmen des Programms „Chicas Poderosas“ sollen bei nph Mädchen und junge Frauen besonders gestärkt und gefördert werden. Dieses Programm gibt es nun auch im San José Familienzentrum. Die Mädchen lernen berufliche Fähigkeiten, nehmen an Workshops zu allgemeiner Lebensführung teil und haben einen sicheren Raum für Austausch zu Themen, die sie beschäftigen. 

Kinder zu Weihnachten im Familienzentrum

Weihnachten in Lateinamerika ist eine bunte, fröhliche Angelegenheit. Hier posieren schon einige Kinder im Familienzentrum für ein Foto.

„Am Anfang waren es 13 Mädchen und heute sind es schon 24. Die meisten von ihnen folgen der Beratung, die sie im Familienzentrum erhalten haben, und gehen zur Schule. Im Familienzentrum fühlen sie sich angenommen, sicher und sie wissen, dass sie frei über alles sprechen können, was sie bewegt oder verunsichert. Zuhause können sie das oft nicht tun. Der Mangel an Bildung insbesondere bei den Mädchen war eine echte Herausforderung für uns. Denn in den Dörfern ist es üblich, dass die Mädchen nach der sechsten Klasse schon die Schule verlassen, um zu heiraten. Dann sind sie ungefähr zwölf Jahre alt. Wir raten ihnen, weiter zur Schule zu gehen und etwas für ihre Zukunft zu tun“, fügt Amy Gonzáles hinzu. 

Solidarische Unterstützung für arme Familien im Ort

Das Team gibt sich alle Mühe, eine positive Veränderung für die Dorfgemeinschaft von Mata de Plátano zu bewirken. Sogar schon während der ersten Covid-19-Welle startete das Team vom Familienzentrum die Intiative „Manos Solidarias“, zu Deutsch „Solidarische Hände“. Um die Einkommenslücken durch die Einschränkungen im Zusammenhang mit dem Coronavirus etwas abzufedern, unterstützt das Familienzentrum die betroffenen Familien mit einem monatlichen Lebensmittelkorb. Außerdem können die Dorfbewohner lernen, wie sie sich in Gemeinschaftsgärten selbst versorgen können.

Team des Familienzentrums

Das Team des nph-Familienzentrum in Honduras ist diszipliniert und wahrt auch auf dem Foto die Corona-Schutzmaßnahmen.

„Als Leiterin des Familienzentrum stehe ich täglich vor neuen Herausforderungen. Gleichzeitig bin ich glücklich darüber, dass ich den Ärmsten der Armen im Rahmen des nph- Familienzentrums mit meiner Arbeit helfen kann. 83 Familien und 305 Einzelpersonen erhalten Hilfe von uns. Das ist ein tolles Ergebnis in dieser Zeit“, sagt Amy Gonzáles.

Jefry und seine Familie freuen sich auf Weihnachten

José Mario ist der Vater vom kleinen Jefry mit der zerebralen Kinderlähmung. Sein Fazit ist ebenfalls positiv, und mehr als das: „Für mich ist es ein Segen, Teil der nph-Familie zu sein. Das Familienzentrum ist ein wahres Gottesgeschenk, etwas, wofür ich immer gebetet habe. Bevor das Familienzentrum eröffnet hat, habe ich keine Hoffnung gehabt, meinem Jungen jemals helfen zu können. Heute ist diese Hilfe zu uns gekommen, und darüber bin ich glücklich. Ich danke dem Team vom Familienzentrum, nph und den Spendern!“

Dieses Jahr freut sich José Mario auf Weihnachten. Er sagt: „Ich habe einen neu geborenen Sohn und eine neue Familie, die meine bei sich aufgenommen hat. Ich bete zu Gott für all die Menschen, die uns ihre Liebe und Fürsorge schenken.“

Die Namen der Kinder wurden geändert, um ihre Identität zu schützen.

In diesem Jahr ist Ihre Unterstützung besonders wertvoll. Denn: Der Umgang mit der Coronapandemie hat die nph-Familie vor viele neue Herausforderungen gestellt. Wir bitten Sie deshalb, die Arbeit des Teams in Honduras zu unterstützen, damit Kinder wie Jefry die Hilfe bekommen, die sie brauchen.

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Nachrichten_von_nph cordula.schulze@nph.org Thu, 26 Nov 2020 13:57:03 +0100
Hurrikan in Lateinamerika: nph-Nothilfe läuft an https://www.nph-kinderhilfe.org//news/newsdetail?tx_ttnews%5Btt_news%5D=7551&cHash=ecf5d69d21dc45424be2d236dda9ca19 Nachdem die beiden schweren Hurrikans „Eta“ und „Iota“ Zerstörung und Überschwemmungen brachten,... Mitten im Chaos ist es manchmal schwer, sich einen Überblick zu verschaffen. Doch eines ist klar: Hurrikan Iota war der stärkste der an starken Stürmen reichen Saison in der Karibik. Er traf in der Nacht von Montag auf Dienstag in Nicaragua auf Land und hat seitdem eine Schneise der Verwüstung auch in Honduras und weiteren Ländern hinterlassen. Dächer wurden abgedeckt, Bäume umgeknickt, Brücken und Straßen zerstört. 

Und jetzt, wo der Hurrikan abgeklungen ist, regnet es und regnet voraussichtlich noch mehrere Tage lang. Der Regen trifft auf aufgeweichte, vollgesogene Böden, da vor nicht ganz zwei Wochen schon Hurrikan Eta durch die Region gezogen war. Die Folge: Überschwemmungen, Schlammlawinen und Erdrutsche. Ganze Regionen sind von der Außenwelt abgeschnitten, Strom fällt aus, die Internetverbindungen sind gekappt.

Die Gefahr ist noch da: Flut und Schlamm

Was ist die aktuelle Situation? Etwa 60.000 Menschen befinden sich in Nicaragua in Notunterkünften, ebenso wie in Honduras, wo sich die staatlichen Notunterkünfte füllen. Viele Häuser und Wohnungen sind unbewohnbar geworden, voll mit stinkendem Schlamm. Die Zivilschutzbehörden rufen die Bewohner einiger Flussregionen auf, die Gebiete zu verlassen. Es werden Fluten und Überschwemmungen erwartet. Zudem blickt die Region sorgenvoll auf die Wetterkarte – in der Hoffnung, dass sich nicht ein weiterer Hurrikan aufbaut.

Evakuierung vor Hurrikan Iota in Honduras und Nicaragua.

Evakuierung in letzter Sekunde: Tausende mussten in Honduras und Nicaragua ihre Häuser verlassen, weil die Wasserpegel steigen. Und es regnet weiter.

Bei nph sind alle wohlauf

Die gute Nachricht: Den Kindern und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den nph-Einrichtungen geht es gut – es sind keine Verletzten zu beklagen. Im Rancho Santa Fe, dem honduranischen nph-Kinderdorf gibt es kleinere Schäden. Deshalb kann die Hilfe für benachbarte Familien schnell anlaufen.

Hurrikan Iota hat viele Bäume entwurzelt.

Wie Streichhölzer umgeknickt: Der Wirbelsturm mit Geschwindigkeiten bis zu 200 Stundenkilometer hat viele Bäume entwurzelt. Auch im Kinderdorf Honduras beschädigte ein umgefallener Baum ein Trafohaus.

Die Familien der Kinder und Ehemaligen des Kinderdorfs bekommen Unterstützung bei der Reparatur von beschädigten Häusern, Dächern, Fußböden, Wänden sowie Sachspenden. Besonders benötigt werden einfache Grundausstattungen wie Matratzen oder trockene Kleidung und Schuhe. Außerdem ist bereits jetzt ein Team aus Ärzten, Krankenschwestern, Psychologen und Helfern auf dem Weg in den Norden des Landes. Der Plan ist, rund 800 Familien mit Medikamenten, Hygienepaketen und vor allem persönlicher Unterstützung zu versorgen.

Nachbarschaftshilfe läuft an

Die nph-Familie in Nicaragua, wo Iota mit voller Wucht auf Land traf, berichtet von schweren Niederschlägen und Winden von bis zu 200 Stundenkilometern. Die Infrastruktur ist betroffen, so fiel schon beim Vorgängerhurrikan Eta ein Baum auf einen Hochspannungsmast und zerstörte so die Zentralstelle der Trafos. Es bestand Lebensgefahr; den Schaden zu beheben kostete nph umgerechnet 2.900 Euro. Zudem sind Wege überflutet und es hat in die Schule hineingeregnet. Auch hier läuft Hilfe für die Nachbarschaft an.

Bitte helfen Sie Kindern und ihren Familien, die im Hurrikan alles verlieren ...

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Nachrichten_von_nph Wed, 18 Nov 2020 18:58:51 +0100
Hurrikan „Iota“ trifft auf Nicaragua und Honduras https://www.nph-kinderhilfe.org//news/newsdetail?tx_ttnews%5Btt_news%5D=7550&cHash=131f8a82ae44dfeb72164569edfb75ca Der äußerst gefährliche Wirbelsturm hat nun Mittelamerika erreicht. Die nph-Kinderdörfer sind... Umgangssprachlich ist „Iota“ etwas sehr Kleines. Aber Hurrikan Iota, der mit ungeheurer Geschwindigkeit, Blitzen und viel Regen im Gepäck auf die Küste von Nicaragua getroffen ist, ist ein gefährliches Monster. „Katastrophale Winde, lebensbedrohliche Sturmfluten und extreme Regenfälle“, davor warnte das National Hurrican Center mit Sitz in Florida.

Tagesschau 20.00 Uhr vom 17.11.2020

Iota ist derzeit ein Hurrikan der zweithöchsten Kategorie 4. Er erreichte bis zu 210 Stundenkilometer.

Überflutungen und Erdrutsche wie hier in Guatemala treffen die arme Landbevölkerung besonder hart.
Ein typischer Anblick in Lateinamerika: Ein Wirbelsturm bringt gewaltige Regenmengen. Die Überflutungen und Erdrutsche wie hier in Guatemala im Jahr 2005 treffen die arme Landbevölkerung besonders hart (Archivfoto Guatamala 2005).

Bleibt Iota auf Kurs, trifft er nach Nicaragua ein weiteres Land, in dem es ein nph-Kinderdorf gibt: Honduras. Im Laufe des Dienstags nach deutscher Zeit erreicht er Nicaragua, in der folgenden Nacht dann Honduras. Mit El Salvador und Guatemala können zwei weitere Länder, in denen nph tätig ist, von seinen Ausläufern betroffen sein.

Indigene Bevölkerung besonders stark betroffen

Rund 80.000 Familien sind im Grenzgebiet zwischen Honduras und Nicaragua besonders stark gefährdet. Das sagte die nicaraguanische Zivilschutzbehörde. Besonders hart getroffen ist – wie so oft – die indigene Bevölkerung. Viele weigern sich, ihre Häuser zu verlassen, weil sie Angst haben, sich in Sammelunterkünften mit dem Coronavirus anzustecken.

nph-Kinderdörfer sind sturmfest

„Wir sind äußerst besorgt“, sagt Steve O’Mahony, Nationaldirektor von nph in Honduras. Er erläutert: „Unsere Gebäude – das Kinderdorf und das neue Familienzentrum – liegen in der betroffenen Zone. Aber: Sie sind erdbeben- und sturmsicher errichtet. Das bedeutet, dass die Kinder, die bei uns leben, und unsere Angestellten, sich in Sicherheit bringen können.“ Das gilt aber nicht für die Familien in einfachen Häusern im ländlichen Raum. Wenn es nach einem Hurrikan mehrere Tage lang intensiv regnet, kann das ganze Landstriche unter Wasser setzen; Häuser und sogar Siedlungen oder Dörfer verschwinden in gefährlichen Erdrutschen. 

Hochwasser von Hurrikan ETA steht noch in den Straßen.
Auch wenn der Sturm längst weitergezogen ist – das Hochwasser bleibt. Im Moment erholt sich Lateinamerika noch vom Sturm Eta, während Iota schon bald auf Land trifft. (Archivfoto: Typische Überflutungen in Dörfern nach einem Hurrikan)

Familien im Umfeld der Kinderdörfer sind betroffen

Was passiert mit den nph-Kindern, die ja oft in ländlichen Regionen leben? „Wir liegen mit unserm Kinderdorf nicht direkt auf dem Weg des Hurrikans. Aber auch wenn uns die Winde nicht so stark beeinträchtigen – der danach folgende Regen trifft alle in der Region. Wir sind auf solche starken Wetterereignisse vorbereitet. Ein Vorrat an Diesel, Lebensmitteln und medizinischen Produkten hält uns eine Zeit lang über Wasser, im wahrsten Wortsinn“, erklärt Marlon Velasquez, Nationaldirektor von nph in Nicaragua. Hilfe wird dennoch von der nph-Familie benötigt, und das sehr rasch. Denn: Die Kinder und Familien in betroffenen Regionen brauchen im Notfall dringend und schnell Unterstützung. 

Schnelle Nothilfe nach einem Hurrikan ist überlebenswichtig.
Nach einem Hurrikan muss Nothilfe sofort anlaufen: medizinische Versorgung, Trinkwasser, Lebensmittel und sichere Unterkünfte. Das Foto zeigt die nph-Nothilfe nach einem Hurrikan in Guatemala im Jahr 2005 (Archivfoto Guatamala 2005).

Update vom 17.11.2020 von ZDF heuteXpress

Was nph für die Menschen tut

„Wer alles verloren hat, weil das Haus in einem Erdrutsch verschwunden ist, wer nichts mehr besitzt außer der Kleidung am Leib, dem müssen wir helfen“, bittet Marlon Velasquez.

Mit den Nothilfe-Spenden kann nph Kinder und ihre Familien bei Bedarf medizinisch notversorgen, Trinkwasser und Nahrungsmittel für die ersten Tage ausgeben.  

So plant nph in Honduras derzeit konkret, Menschen in der erweiterten nph-Familie zu unterstützen, zum Beispiel die Familien der Kinder, die derzeit oder früher im Kinderdorf gelebt haben. Wenn Iota vorbei ist, werden sie Baumaterialien benötigen, zum Beispiel um Dächer zu reparieren. Dringend nötige Gegenstände wie Matratzen oder Öfen und Kleidung will nph ebenfalls verschenken. 

Für die tausenden von Familien, die in staatlichen Notunterkünften darauf warten, in ihre Dörfer zurückkehren zu können, will nph in Honduras ebenfalls Hilfe anbieten: Diese reicht von medizinischer Versorgung, psychologischer Unterstützung bis hin zur Verteilung von Hygieneartikeln. „Wir wollen eine Gruppe aus Ärzten, Krankenschwestern, Psychologen und Hilfskräften schicken. Diese werden sich auch um traumatisierte, aufgeregte Kinder kümmern und mit ihnen spielen. „Wir können in drei Tagen rund 800 Familien versorgen und betreuen“, blickt Steve O’Mahony voraus.

Stand: 17.11.2020, 12:07; Der Beitrag wird laufend aktualisiert.

Bitte helfen Sie Kindern und ihren Familien, die im Hurrikan alles verlieren ...

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Nachrichten_von_nph cordula.schulze@nph.org Mon, 16 Nov 2020 16:54:49 +0100
Pilotprojekt: Neues Familienzentrum in Honduras eröffnet https://www.nph-kinderhilfe.org//news/newsdetail?tx_ttnews%5Btt_news%5D=7495&cHash=4da969de78cfe1fb32752990fadca265 Arme Familien im honduranischen Mata de Platano hatten bisher kaum eine Chance, ihre Kinder zu... Am 29. Juni 2020 eröffnete ein ganz besonderer Ort in Honduras. In der Nähe des seit 1985 geöffneten nph-Kinderdorfs steht nun auch ein Familienzentrum bereit, um das Leben der Ärmsten in einer abgelegenen Region zu verbessern.

Jedes Kind braucht eine Familie.

Im Familienzentrum unterstützt und stärkt nph Familien auf vielfältige Weise, beispielsweise in Bildungs- und Gesundheitsfragen.

„In Honduras zeigen wir als nph, wie wir unsere Arbeit für Kinder und ihre Eltern künftig aus den Kinderdörfern heraus weiterentwickeln. Das Familienzentrum ist ein Ort der gelebten Solidarität, vor Ort, mit Menschen in schwierigsten Situationen, und vor allem für deren Kinder“, erläutert Ingo Laubenthal, Projektkoordinator bei der nph-Kinderhilfe.

Das neue Familienzentrum entsteht auf einem rund 7.000 Quadratmeter großen, großzügigen Gelände und wird mehrere kleine Gebäude umfassen. Dazu gehört das eigentliche Zentrum mit dem großen Speiseraum – Comedor –, Unterrichtsräume, Therapieräume, ein kleines Gästehaus, ein großer Spielplatz und ein Feld für Ballsport. Die Kinder haben dort eine sichere Umgebung; das Gelände ist komplett umzäunt. Die Angebote decken die folgenden Bereiche ab:

  • Bildung,
  • körperliche Gesundheit
  • emotionales Wohlbefinden.

Bildung: Nachhilfe und Stipendien

In Zusammenarbeit mit den Lehrkräften erhalten bedürftige Familien Unterstützung, damit sie zum Lernerfolg ihrer Kinder beitragen können. Diese sollen dann Nachhilfe und andere ergänzende Bildungsangebote erhalten. Möglich sind auch Unterstützung der Familien im Bereich Ernährungssicherheit / Bekämpfung von Mangelernährung oder die finanzielle Unterstützung für die Anschaffung von Lehrmitteln.

Gruppe von Jugendlichen beim Lernen im Familienzentrum.

Mit lieben Menschen um uns herum fällt vieles leichter – auch Lernen und Hausaufgaben machen.

Gesundheit: Ernährung, Therapie und Medikamente

Da es im Tal für die 10.000 Menschen nur eine Ärztin gibt und der Besuch von Ärzten in der Hauptstadt für viele Familien finanziell nicht möglich ist, kann das nph-Familienzentrum in den drei Bereichen Ernährungsberatung, Therapie und Medikamentenausgabe wirksame Hilfe leisten. Auch hier stehen erneut Familien mit Kindern im Fokus, die eine Behinderung haben; sie erhalten beispielsweise Funktionstherapie. Besonders bedürftige Familien können Nahrungsmittel und Hygieneartikel erhalten.

Emotionales Wohlbefinden: Für die Belange von Kindern mit Behinderungen

Kinder mit Behinderung gelten im kinderfreundlichen Lateinamerika häufig noch als Makel. Sie werden oft versteckt, von Bildungsangeboten ausgeschlossen und weder körperlich noch geistig gefördert. Deshalb brauchen Familien, die Kinder mit Behinderungen haben, häufig gezielte Unterstützung: zum einen, um zu lernen, wie sie ihre Kinder fördern und zum anderen, um ihre Selbstbehauptung zu stärken. Durch Gesprächskreise, Beratung und Inklusionsprogramme lernen die betroffenen Familien und deren Nachbarschaft, Kinder mit Behinderungen in die Dorfgemeinschaft aufzunehmen.

Schlechte Infrastruktur im Schatten der Hauptstadt

Das Familienzentrum befindet sich im abgelegenen Tal von Mata de Platano, rund 30 km nördlich der Hautstadt Tegucigalpa. Zum direkten Einzugsgebiet der zersiedelten Ortschaften Mata de Platano und Pueblo Nuevo gehören einige benachbarte Weiler an den teils schwer zugänglichen Berghängen. Zusammen leben circa 10.000 Menschen in diesem Gebiet.

Kinder in der Obhut von nph gehen ihren Weg

Den oftmals schwierigen Bedingungen zum Trotz gehen die Kinder in der Obhut von nph Schritt für Schritt ihren Weg.

Bewährte Lösungen noch besser umsetzen

„Wir kennen den Bedarf der Familien dort genau“, erläutert Ingo Laubenthal und fährt fort: „In den vergangenen Jahren gab es bereits ergänzende Angebote in den Gemeinden nahe des Kinderdorfs. Aufgrund der schlechten Infrastruktur und der katastrophalen Straßenverhältnisse sind die Gemeinden wie abgeschnitten von den Angeboten der Hauptstadt – sei es Gesundheitsvorsorge oder Bildung. Deshalb haben wir gemeinsam mit Partnern vor Ort und in Kooperation mit den Gemeinden selbst bereits Angebote im Bereich Behindertenbetreuung, Kinderbetreuung und Gesundheit entwickelt. So wussten wir bei der Planung unseres Familienzentrums, was die Familien brauchen, wo sie konkret und dringend Unterstützung benötigen.“ nph kennt auch bewährte Lösungsansätze, die – langfristig angelegt und kulturell angepasst – eine Verbesserung der Situation bewirken können.

starkes Selbstbewusstsein vermittelt nph besonders Mädchen

Ein starkes Selbstbewusstsein vermittelt nph besonders Mädchen in ländlichen Regionen.

Für die Umsetzung der Planung sind zunächst ein Projektkoordinator, eine Sozialarbeiterin, eine Psychologin, eine Therapeutin, eine Nachhilfelehrerin und eine Köchin geplant. Bedarfsgerecht soll diese Gruppe ausgebaut werden.

Warum ein Familienzentrum in der Nähe eines Kinderdorfs?

nph unterhält in Honduras seit 1985 das Kinderdorf und weitere Einrichtungen, in denen behinderte und anderweitig schutzbedürftige Kinder ganzheitlich versorgt werden. Aktuell verändern sich die Aufgaben von nph in den lateinamerikanischen Ländern. War es früher die alleinige, selbst gesetzte Aufgabe der nph-Teams vor Ort, verlassene und verwaiste Kinder aufzunehmen und ihnen im Kinderdorf eine liebevolle, unterstützende Umgebung zu schenken, bietet nph heute vielfältigere Angebote. Die Idee dahinter: Familien stark zu machen und zu unterstützen, sodass Kinder möglichst dort aufwachsen können. Denn Eltern, die über Erziehung, Hygiene und den Umgang mit Konflikten bescheid wissen, können sich besser um ihren Nachwuchs kümmern.

Das neue Familienzentrum in Honduras

Das neue Familienzentrum befindet sich auf einem rund 7.000 Quadratmeter großen Gelände in der Nähe des nph-Kinderdorfs in Honduras.

Starke Partner an Bord: Wer ist noch dabei?

Der Verein Sternstunden e. V. – die Benefizaktion des Bayerischen Rundfunks – hat weitgehend den Bau des Zentrums finanziert. Die geförderten Kosten beliefen sich auf 153.000 Euro für Bau und Ausstattung. Die Lipoid-Stiftung aus Ludwigshafen finanziert in Höhe von 100.000 Euro den größten Teil der operativen Kosten. Der Verein human aktiv hat für die schwierigen Wege zum und vom Familienzentrum und auch für Fahrdienste für Familien mit Kindern, die eine Behinderung haben, ein Fahrzeug gespendet. Der Geländewagen ist seit August im Einsatz.

Die Honduranische Jugendbehörde DINAF ist ein wichtiger strategischer Partner vor Ort und unterstützt unter anderem in Form der fachlichen Beratung. nph Honduras übernimmt als lokaler Träger die Verantwortung für den Betrieb des Familienzentrums.

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Helfen Sie mit, Perspektiven für Familien in Honduras zu schaffen

Ein solches Zentrum, das das Wohl der Kinder in den Mittelpunkt stellt und in einer armen, abgelegenen Gemeinde neue Perspektiven schafft, braucht Unterstützung. Werden Sie Teil der nph-Familie und helfen Sie Familien. Sie stärken damit nicht nur Kinder auf ihrem Weg in eine selbstbestimmte Zukunft, sondern auch ihre Eltern, Großeltern und Geschwister.

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Nachrichten_von_nph cordula.schulze@nph-kinderhilfe.org Fri, 06 Nov 2020 08:12:00 +0100
Ein Zuhause auf Zeit https://www.nph-kinderhilfe.org//news/newsdetail?tx_ttnews%5Btt_news%5D=7545&cHash=328ae9553763897f022ba6c3421158a1 Seit drei Jahren kümmert sich das Team des Kinderschutzhauses von nph in der Dominikanischen... Ein großes Herz für Kinder in Krisensituationen – das haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Kinderschutzhauses Niños de Dios von nph in der Dominikanischen Republik. Das Haus eröffnete offiziell im Dezember 2017, aber schon im Oktober nahm das Team die ersten Fälle schutzbedürftiger Kinder dort auf. Das bedeutet: In diesen Tagen feiert das Team von Niños de Dios dreijähriges Bestehen.

Kinderschutzhaus

Das Kinderschutzhäuser - richtiger die Häuser - sind von weiträumigen Grünanlagen umgeben. Für die Kinder ein perfekter Ort zum Spielen. Hier können sie ihre traumatischen Erlebnisse verarbeiten.

Und der Bedarf ist riesig; er liegt oft über den 18 dort zur Verfügung stehenden Plätzen. Niños de Dios ist eine Unterkunft für Kinder in Notsituationen, wo sie schnell Hilfe bekommen, beispielsweise, wenn die Gewalt in der Familie zu groß wird, Drogen oder Krankheit sich zu akuten Notsituationen zuspitzen. Dann greift das gut etablierte Zusammenspiel zwischen nph in der Dominikanischen Republik und der örtlichen Kinder- und Jugendbehörde CONANI, auf deren Wunsch und Anregung das Haus erst entstanden war.

Gewalttätige Eltern gefährden Kinder

Die Betreuer – tíos genannt – sind Vorbilder für die Kinder, die oft mit Gewalterfahrungen ins Schutzhaus kommen.

Die Betreuer – tíos genannt – sind Vorbilder für die Kinder, die oft mit Gewalterfahrungen ins Schutzhaus kommen.

Doch was sind das für Situationen, in denen Kinder von ihren Verwandten getrennt werden müssen? Wenn Vater und Mutter eine Gefahr sind? – Da gab es zum Beispiel sechs Brüder, im Alter zwischen drei und zwölf Jahren, die ins Haus Niños de Dios gekommen waren, weil der gewalttätige Vater die Familie tyrannisierte. „Es gibt ein großes Problem mit häuslicher Gewalt hier in der Dominikanischen Republik – nicht nur durch die Väter, auch die Mütter üben Gewalt aus“, erläutert Kirsten (Kiki) Henschel-Rolla, die als Projektkoordinatorin für nph in der Dominikanischen Republik lebt.

Nachdem der Vater einige Wochen später festgenommen worden war, konnten die Brüder aus dem Kinderschutzhaus wieder zu ihrer Mutter zurückkehren. Es gibt noch Kontakt; die Mutter sagt, dass es ihren Söhnen gut geht und dass sie zur Schule gehen. „Unser Ziel ist es, Geschwister auch in Krisensituationen nicht zu trennen“, sagt Christian Cruz, der das Haus leitet.

Jeder kommt mit seiner eigenen Geschichte

Christian Cruz ist froh, dass die sechs Jungs wieder zuhause sind. Denn nicht immer läuft alles nach Plan. Gleich zu Anfang, als das Haus eröffnete, kam eine ganze Familie, der das Team schlicht keine Hilfe verwehren konnte: eine Mutter mit Krebs im Endstadium mit fünf Kindern. Sie blieb bis zu ihrem Tod im Kinderschutzhaus, wo sie beruhigt sterben konnte, wie sie sagte. Denn sie wusste, dass ihre Kinder bei nph gut aufgehoben sein würden. Die fünf leben heute im nph-Kinderdorf San Pedro.

Normalität leben: Schule, Fußball, Hausarbeit

Morgens um 7.30 Uhr: Die Kinder im blauen Hemd machen sich bereit für den Schulbesuch. Als 2. von rechts steht der Leiter Christian Cruz, links einige der Betreuerinnen.

In der Zeit, die die Kinder im nph-Schutzhaus verbringen, besuchen sie die Schule der nahegelegenen Stadt Monte Plata. Stand heute, im Herbst 2020 soll es allerdings aufgrund der Corona-Sicherheitsmaßnahmen im laufenden Schuljahr keinen Präsenzunterricht in der Schule geben.

Darüber hinaus erhalten die Kinder – oft dringend benötigte – medizinische Behandlung und bei Bedarf bringt das nph-Team die Kinder auch in die Hauptstadt Santo Domingo zum Arzt. Das Leben ähnelt dem in einem normalen nph-Kinderdorf: Zusätzlich zum Schulbesuch gibt es regelmäßiges Fußballspielen. Zudem übernehmen die Kinder einfache Aufgaben im Haushalt oder im Garten. Manchmal können die Kids auch an Veranstaltungen des Kinderdorfs in San Pedro teilnehmen.

Ein tatkräftiges Team mit viel Erfahrung

guteseele

Eine gute Seele: Betreuerin Melida (2. von links) ist mittlerweile im Ruhestand. Rechts steht Betreuerin Yolanda, ein ehemaliges nph-Kind aus San Pedro.

Der große Unterschied: Die Kinder bleiben in der Regel nur kurz im Schutzhaus. Die Mitarbeiter von CONANI entscheiden normalerweise zügig, ob ein Kind oder eine Gruppe von Geschwistern nach einer Krise wieder in die Herkunftsfamilie zurückkehren kann oder ob es besser ist, ein neues Zuhause für sie zu finden. Falls das der Fall sein sollte, kann eine Möglichkeit sein, dass die Kinder ins Kinderdorf nach San Pedro kommen, um dort heimisch zu werden und langfristig zu leben.

Doch auch wenn die Kinder nur kurz vor Ort sind: „Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind toll“, berichtet Christian Cruz. „Es gibt erfahrene Betreuerinnen, die mit viel Liebe und Durchsetzungskraft zu den Kindern durchdringen. Eine der Tías – der Betreuerinnen – war übrigens selbst früher bei nph. Sie kann sich also gut in die Kinder hineinfühlen. Und selbst unser Gärtner hat pädagogisches Talent“, schmunzelt er.

Selbstversorgung auf weitläufigem Grund

Zwischen dem nph-Kinderdorf und dem Kinderschutzhaus liegt eine rund 80-minütige Autofahrt. Das weitläufige Gelände und die hübschen, farbenfrohen Gebäude in Monte Plata wurden von einer wohltätigen US-Amerikanerin errichtet. Diese konnte ihr eigenes Projekt dort nicht weiterführen und spendete Grundstück, Gebäude und eine Grundfinanzierung an nph – eine schöne Basis für die Arbeit des Teams.

Rund 14 Fußballfelder groß ist das Gelände – da ist Platz für einen Bolzplatz mit selbst gebautem Tooooooor aus Ästen!

Rund 14 Fußballfelder groß ist das Gelände – da ist Platz für einen Bolzplatz mit selbst gebautem Tooooooor aus Ästen!

Wie an anderen nph-Standorten gewinnt das Team in Monte Plata einen Teil der Nahrung für Kinder und Erwachsene im Haus aus eigenem Anbau. Es gibt einen Garten zur Selbstversorgung sowie eine Kuh und einige Schafe, deren Milch die Kinder trinken können. Ein Gärtner kümmert sich um die Pflege der über 100.000 Quadratmeter großen Anlage. Das entspricht 14 Fußballfeldern. Die gute Erde und die Größe des Grundstücks laden dazu ein, das Konzept der Selbstversorgung weiter auszubauen, wie es schon im dominikanischen Kinderdorf der Fall ist.

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Nachrichten_von_nph cordula.schulze@nph.org Thu, 08 Oct 2020 18:20:00 +0200
Leben mit Corona in Haiti: „Wir lernen, uns zu schützen” https://www.nph-kinderhilfe.org//news/newsdetail?tx_ttnews%5Btt_news%5D=7541&cHash=31fba17baa7fca3859de57c217000f55 Das Team im St.-Damien-Kinderkrankenhaus in Haiti kümmert sich aufopfernd um Coronapatienten; die... Die Coronaschutzmaßnahmen in Haiti stellen einen bedeutenden Eingriff in die Normalität der Bevölkerung dar – und das seit fast einem halben Jahr. Nach dem ersten coronabedingten Todesfall Mitte März ergriff die Regierung strenge Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus: Schulen und Universitäten wurden geschlossen, öffentliche Zusammenkünfte einschließlich Gottesdienste verboten, eine nächtliche Ausgangssperre wurde verordnet und das Tragen von Masken überall im Land verbindlich eingeführt.

Das blieb vor allem in der verarmten Bevölkerung nicht ohne Folgen, und diese Folgen sind gefährlich für das Leben vieler Menschen auf der Karibikinsel. Das erste große Thema ist die Angst – Angst vor den Kranken und vor denen, die sich um sie kümmern. Menschen mit Corona verstecken aus Angst vor Stigmatisierung und Angriffen ihre Symptome.

Tagelöhner können die Schutzmaßnahmen nicht umsetzen

Das zweite Problem bei der Virusbekämpfung ist die wachsende Anzahl der Haitianerinnen und Haitianer, die anzweifeln, dass es Covid 19 überhaupt gibt und die deshalb die Schutzmaßnahmen nicht einhalten. Und selbst diejenigen, die die Existenz des Virus nicht anzweifeln, können sich nicht immer an die Regeln halten: Wer sich mit kleinen Jobs im informellen Sektor täglich aufs Neue über Wasser halten muss, kann unter Umständen keine Quarantäneregeln einhalten. Denn: ohne Arbeit kein Essen für die Familie.

Ein dritter beunruhigender Trend ist die Stadtflucht: Einwohnerinnen und Einwohner von Port-au-Prince, der Hauptstadt und gleichzeitig dem Epizentrum der Krankheiten, verlassen die Stadt, weil sie sich in ihren Herkunftsorten auf dem Land sicherer fühlen. Dabei tragen sie zur Ausbreitung des Coronavirus bei, was aufgrund der geringen Testkapazitäten erst mit Verzögerung bemerkt werden kann.

nph-Kinderkrankenhaus ist jetzt zentrale Anlaufstelle

Unser medizinisches Personal versucht alles um die Menschen in Haiti während der Pandemie zu schützen.

Unser medizinisches Personal versucht alles um die Menschen in Haiti während der Pandemie zu schützen.

Aktuell (Stand November 2020) sind laut Daten der Johns Hopkins University 9.137 Menschen in Haiti erkrankt und 232 verstorben. Und die Menschen in dem kleinen, armen Karibikstaat haben es schwer, sich zu schützen. Das Gesundheitssystem ist unzureichend ausgerüstet. Deshalb hat der haitianische Staat auch das von nph betriebene St.-Damien-Hospital zum Coronastützpunkt erklärt.

Medizinisches Team reagierte früh auf die Pandemie

Teile des Personal des St. Damien Krankenhaus. Ihr Einsatz hilft dabei die Krise zu bewältigen.

Teile des Personal des St. Damien Krankenhaus. Ihr Einsatz hilft dabei die Krise zu bewältigen.

Seit Ausbruch des Coronavirus hat nph die Entwicklung aufmerksam verfolgt und sich informiert, wie andere medizinische Institutionen weltweit damit umgegangen sind. Zu den vielfältigen Maßnahmen zum Schutz der Kinder und ihrer Familien sowie der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gehören unter anderem die üblichen Hygienemaßnahmen, aber auch strenge Quarantänemaßnahmen, zum Beispiel in den Kinderdörfern. Für das St.-Damien-Krankenhaus beschloss nph die Eröffnung einer Station für akute Atemwegserkrankungen, die seit Ende März 2020 in Betrieb ist und auch über eine Isolierstation verfügt.

Viele Einzelmaßnahmen zum Schutz von Personal und Patienten

In dieser Station stehen zehn Spezialbetten für schwere Fälle von Atemwegserkrankungen zu Verfügung. Alle Patienten mit Atemwegsproblemen werden hierher verwiesen. Begleitende Maßnahmen im St.-Damien-Hospital sind unter anderem:

  • die Schließung aller nicht dringenden Stationen und Bereiche und die Priorisierung der Patienten nach Dringlichkeit
  • die befristete Einstellung von Krankenschwestern, Hilfskräften, Ärzten und Reinigungspersonal für die neue Atemwegserkrankungs-Station
  • der Bau von drei Wasserspendern im Hof des Krankenhauses sowie die Produktion größerer Mengen von Desinfektionsmitteln
  • die Herstellung von Masken für Patienten und Eltern
  • die vorbeugende Versorgung von Patienten der Aids- und der Tuberkulose-Stationen mit größeren Medikamentenvorräten

Großen Wert legt nph auf das Training im Umgang der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit den Schutzausrüstungen. Dr. Margareth Narcisse, Mitglied des Medizinischen Direktoriums am St.-Damien-Krankenhaus, sagt dazu: „Für unser Personal und unsere Patienten war es schwer, sich an diese neuen Regeln zu gewöhnen. Die meisten der medizinischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten in 24-Stunden-Schichten, während die nicht-medizinischen Teams so organisiert sind, dass das Ansteckungsrisiko für sie möglichst gering ist. Den Ängsten unter den Kolleginnen und Kollegen begegnen wir mit Video-Sitzungen, in denen sie lernen, sich gut zu schützen.“

In vorderster Reihe gegen die Pandemie

Die neue Atemwegserkrankungs-Station des St. Damien Krankenhaus ist ein wichtiger Puzzlestein bei der Bewältigung der Krise.

Die neue Atemwegserkrankungs-Station des St. Damien Krankenhaus ist ein wichtiger Puzzlestein bei der Bewältigung der Krise.

Wie nötig es ist, sich selbst zu schützen, das weiß Pater Richard, der Leiter von nph in Haiti und selbst studierter Mediziner. Er kennt seine Statistiken – und er weiß, wie sehr das Virus an der Gemeinschaft nagt, an dem engen Geflecht von Familien, Kollegen und Nachbarn: „Wir wissen um die Emotionen und Ängste für alle, die sich in den Dienst anderer Menschen stellen. So viele unserer Patienten sind Angestellte oder Freunde, ehemalige oder aktuelle Nachbarn, oder sogar Mitglieder unseres eigenen Teams, die sich mit dem Virus infiziert haben, während sie sich um Coronapatienten gekümmert haben.“ Er findet ein Bild für die belastende Situation von Ärztinnen und Ärzten, Krankenschwestern und – Pflegern und allen, die weltweit in vorderster Reihe für andere sorgen: “Unser Einsatz ist unser Körper, Schweiß, Blut und Tränen.“

Einkaufsliste: Schutzkleidung, Masken, Tests

Um die Sicherheit des Personals auch in Zukunft gewährleisten zu können, kümmert sich das St.-Damien-Krankenhaus um einen ausreichenden Vorrat an Schutzkleidung und Masken. Ganz wichtig, so Dr. Margareth Narcisse, sei die Anschaffung von möglichst vielen Coronatests. Derzeit gebe es zwei Labore, die die Tests bearbeiten: das Staatslabor und ein privates, das ebenfalls im Auftrag der Regierung arbeite. Dr. Brice Cassandra ist in der neuen Station für Atemwegserkrankungen tätig. Sie bestätigt, wie wichtig die Tests sind. Es sei beunruhigend, nicht zu wissen, ob ein Patient das Virus hat oder nicht.

Großer Dank an alle Spenderinnen und Spender

Dr. Jacqueline Gautier, ist in normalen Zeiten Leiterin und Direktorin des Kinderkrankenhauses St. Damien, das heute zum Coronakrankenhaus Kinder bis 14 und schwangere Frauen geworden ist. Sie erklärt: „Hunderte von Kindern und werdenden Müttern mit Covid-19-Symptomen zu behandeln, bedeutete für uns eine enorme Herausforderung, verbunden mit großer Ungewissheit. Unser Krankenhaus hat gezeigt, wie ungeheuer wichtig Kommunikation, Teamwork und Empathie gerade im Moment sind.“ Sie dankt allen Spendern für ihre Großzügigkeit. Durch die Hilfe von außen sei es möglich gewesen, das Kinderkrankenhaus mit reduziertem Angebot weiter zu betreiben und gleichzeitig die Möglichkeit zu schaffen, Coronapatienten zu behandeln. „Wir sind uns der aktuellen Situation schmerzlich bewusst. Die Pandemie hat die Welt in die Knie gezwungen. Unsere Aufgabe aber ist es, den verletzlichsten zu helfen. Bitte helfen Sie uns dabei, diese Aufgabe auch weiter zu erfüllen“, schließt die engagierte Ärztin.

Denn die Pandemie ist nicht vorbei. Der Leiter des internationalen medizinischen Teams von nph, Dr. Edwin Vallecillo, rechnet mit mindestens weiteren sechs Monaten, in denen das Leben mit dem Coronavirus die neue Normalität bedeutet. Es stellt weiterhin besonders für die Schwächsten eine große Gefahr dar.

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Nachrichten_von_nph Tue, 29 Sep 2020 12:42:49 +0200