Ich vermisse meine Mutter noch immer.

„Ich vermisse meine Mutter noch immer“

Odril war sechse Jahre alt, als seine Mutter 2010 beim Erdbeben starb. Der Junge lebte erst bei Verwandten und musste schließlich für sich selbst sorgen. Zum Glück fand er ein Zuhause im nph-Kinderdorf.

Heute, zehn Jahre später, fällt Odril immer noch schwer, über die Ereignisse beim großen Erdbeben im Januar vor zehn Jahren zu sprechen. Seine Mutter war eine der vielen tausend Opfer des Bebens, das das Land in Trümmer legte und Familien zerriss. Odril erzählt: „Es war schwer, sich davon zu erholen. Jeder war mit der Trauer um eigene Verluste beschäftigt. Ich war noch so jung, und meine Mutter fehlt mir noch immer.“

Nach dem Tod der Mutter schickte Odrils Vater ihn zu den Großeltern aufs Land. Sein Onkel aber war dagegen und holte den Jungen zu sich in die Hauptstadt Port-au-Prince. Doch das Leben wurde dort nicht einfacher. „Mein Onkel hatte bereits eine Familie und musste sich auch um seine eigenen Kinder kümmern. Und ich war so traurig damals. Ich hatte meine Mutter verloren und wurde in der Familie hin- und hergereicht. Ich wusste nicht, was als nächstes kommt. Die Stadt war ein einziges Chaos, den Menschen ging es schlecht. Die Gebäude waren kaputt, die Straßen gesperrt. Wir konnten uns kaum mit dem Nötigsten versorgen. Ich fühlte mich so allein.

Liebe und Unterstützung im Kinderdorf

Noch im Jahr des Bebens, 2010, verließ Odril den Haushalt seines Onkels und begann, auf der Straße zu leben. Mittlerweile war er sieben geworden.

Odril verließ seine Familie und lebte lange auf der Straße.

Odril verließ seine Familie und lebte lange auf der Straße.

Während er eines Tages in einer der provisorischen Zeltstädte der Hauptstadt nach etwas zu essen suchte, sprach ihn ein Mitarbeiter von nph an. Odril erzählte ihm seine Geschichte – ein Türöffner zum Kinderdorf von nph. Dort wurde Odril angenommen und begann sein Leben im neuen Kinderdorf in Tabarre zusammen mit rund 30 Kindern. Über fünf Jahre sammelte er Kräfte, bis er wieder gesund wurde. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Kinderdorfs schenkten ihm Liebe und Unterstützung, medizinische Betreuung und Bildung – und sie schenkten ihm die Möglichkeit, das Kindsein zu genießen.

Traumberuf: Wissenschaftler

2015 zog Odril um ins Kinderdorf St. Hélène in den Bergen von Kenscoff, 40 Kilometer südöstlich von Port-au-Prince. Hier lebt er derzeit zusammen mit 25 anderen Kindern in einem der Häuser. Er ist gerne Pizza und Hotdogs. In der Schule macht ihm der Sprachunterricht Freude, aber gleichzeitig möchte er auch eine Laufbahn als Wissenschaftler in Naturheilkunde verfolgen.

Odril hilft hilft bei der Hausarbeit im Kinderdorf.

Odril hilft bei der Hausarbeit im Kinderdorf.

Sein Tagesablauf ist typisch fürs Kinderdorf: Morgens nach dem Aufstehen betet er als erstes, spielt dann eine Runde Fußball mit seinen Freunden. Nach einer Dusche und dem Frühstück geht es in die Schule.

Besondere Unternehmungen für Waisen

Odril erinnert sich noch an seinen Vater. Besonders schön fand er es, wenn sein Vater ihn auf dem Weg in die Kirche auf die Schultern nahm. Am Familientag bekommt Odril nie Besuch von seiner Familie. Er denkt, dass sein Vater und seine Schwester nicht mehr am Leben sind.
nph kümmert sich besonders um die Kinder ganz ohne Herkunftsfamilie und organisiert Ausflüge zum Beispiel an den Strand oder in die Hauptstadt Port-au-Prince.

Odril mit seinen Freunden im Kinderdorf.

Odril mit seinen Freunden im nph Kinderdorf.

Dankbarkeit für die Chance zur Entwicklung

Ohne nph hätte ich nicht den Frieden und die Bildung, die ich heute habe. Ich bin jetzt in der achten Klasse. Normalerweise müsste ich in meinem Alter die Schule schon abgeschlossen haben, aber meine Zeit auf der Straße hat alles etwas verzögert. Aber das macht nichts. Ich bin dankbar dafür, wer ich bin und was ich habe. Und ich danke nph dafür“, sagt Odril und ergänzt: „Bei nph können alle Kinder zur Schule gehen und sogar zur Universität. Das möchte ich auch schaffen. Ich hatte einen harten Start ins Leben – aber jetzt bin ich hier!

Die Namen der Personen wurden geändert, um ihre Identität zu schützen.

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